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Trend: Grüne setzen sich von CDU ab

Nation

Im neuen BW-Trend setzen sich die Grünen von der CDU ab und sind deutlich stärkste politische Kraft im Land. Das gebe Rückenwind, sagt Fraktionschef Andreas Schwarz. "Wir Grüne etablieren uns als die Nummer eins in Baden-Württemberg und die Menschen trauen uns zu, die Probleme im Land zu lösen", so Schwarz im SWR-Interview. Er sei sich dieser Verantwortung bewusst und wolle die Aufgabe ernsthaft angehen.

Grüne sehen sich in BW als "Nummer eins"

Im Umfrage-Absturz der CDU scheint Schwarz kein Problem für die grün-schwarze Koalition zu sehen. Er setze weiterhin auf stabile und verlässliche Zusammenarbeit: "Wir haben mit der CDU in den vergangenen elf Jahren gut regiert."

Im Hinblick auf das starke Ergebnis der AfD mahnt Schwarz eine parteiübergreifende Reaktion an. Alle demokratischen Parteien müssten sich mehr unterhaken und eine gemeinsame Antwort geben. Mit dem Ziel, "diejenigen, die verunsichert sind, wieder in den Kreis der demokratischen Mitte zu holen", so Schwarz. Die Landesregierung werde mit Verlässlichkeit, Stabilität und handwerklich gutem Regieren ihren Anteil dazu beitragen.

BW-Trend Oktober 2026 Erste Umfrage nach BW-Landtagswahl: Grüne mit Özdemir klar stärkste Kraft - CDU im Sinkflug, AfD im Aufwind

Es ist der erste Stimmungstest in BW seit der Wahl: Die Grünen profitieren vom Ministerpräsidenten-Bonus, die CDU zieht es im Merz-Sog nach unten.

19:30 Uhr SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

CDU alarmiert wegen starker AfD

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion Natalie Pfau-Weller zeigt sich angesichts der Sonntagsfrage zwiegespalten. Ja, die Zahlen für die CDU könnten besser sein, gesteht sie im SWR-Interview ein: "Wir würden uns freuen, wenn wir die stärkste Kraft wären. Aber viel alarmierender ist, dass wir gleichauf mit der AfD liegen." Die guten Umfragewerte der AfD seien jetzt Ansporn, den Menschen zu zeigen, dass die Probleme bewältigt werden können.

Christdemokraten können mit "ihren" Themen nicht punkten

Die Abgeordnete aus Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) merkt zudem selbstkritisch an, dass die CDU gerade bei den Themen, die sie selbst mit Ministerinnen und Ministern besetzt, nicht punkten kann. Gemeint sind Wirtschaft, Sicherheit, Bildung und Kommunen. "Schade, dass die Bürgerinnen und Bürger da noch nicht sehen, wie etwas ankommt. Wir haben vieles angestoßen und Gutes auf den Weg gebracht." Es müsse nun noch ein bisschen Zeit verstreichen, bis sich die positiven Weichenstellungen auch in den Kommunen zeigten, sagt Pfau-Weller. Tatsächlich ist die CDU in der Zuschreibung der Sachkompetenz regelrecht abgestürzt. Nur noch 17 Prozent der Befragten trauen den Christdemokraten zu, die wichtigsten landespolitischen Probleme zu lösen - ein Minus von 13 Prozentpunkten.

SPD sieht sich auf dem richtigen Weg

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Sascha Binder führt die Verbesserung seiner Partei in der Sonntagsfrage auf die Schwerpunktsetzung seiner Arbeit zurück. "Wir haben uns vorgenommen, uns auf Arbeitsplätze zu konzentrieren. Die Umfrage zeigt, dass wir da auf dem richtigen Weg sind", so Binder im SWR-Interview. Allerdings sei der Weg noch weit, die SPD wolle das Thema konsequent weiter voranbringen.

Schwächelnde CDU könnte für Unruhe in der Koalition sorgen

Dass die CDU, im Gegensatz zu ihrem Koalitionspartner Grüne, so deutlich an Zustimmung verloren hat, könnte laut Binder für Unruhe innerhalb der Regierung sorgen: "Das Auseinanderfallen von Grünen und CDU wird zu Diskussionen innerhalb der Koalition führen. Vor allem weil die Koalition ja lange diskutiert hat, wer jetzt stärker ist von beiden." Mit Blick auf die starke AfD mahnt Binder die restlichen Parteien, zusammenzustehen. "Die Demokratinnen und Demokraten müssen darüber nachdenken, wo unser Land reformiert werden muss", so Binder. Die SPD sei als Oppositionspartei nicht gegen alles, sondern auch bereit, die Hand auszustrecken.

AfD schießt gegen CDU und Hagel

Martin Rothweiler, der Fraktionschef der AfD im Landtag, nimmt bei der Analyse des BW-Trends vor allem die regierende CDU ins Visier. Deren Verluste seien "die Quittung für eine Politik, die vor der Wahl Veränderung verspricht und danach den grünen Kurs fortsetzt". Rothweiler macht dafür persönlich den Landesinnenminister verantwortlich: "Manuel Hagel hat binnen sieben Monaten 6,7 Prozentpunkte verspielt", so Rothweiler. Dass nur noch 17 Prozent der Befragten der CDU zutrauen, die wichtigsten landespolitischen Probleme zu lösen, sei ein "politisches Misstrauensvotum".

Rothweiler sieht sich gestärkt und attackiert Brandmauer

Seine eigene Partei sieht Rothweiler indes durch die Umfrage gestärkt, die AfD gewinnt in der Sonntagsfrage 4,2 Prozentpunkte hinzu. Der Fraktionschef nimmt das zum Anlass, die Brandmauer-Politik zu attackieren. Die Brandmauer schütze nicht die CDU vor der AfD, sondern grüne Politik vor einer bürgerlichen Kurskorrektur, sagte Rothweiler.

Linkspartei über Fünfprozenthürde

Die Linke, die bei der Landtagswahl im März den Einzug ins Parlament verpasst hatte, legt im neuen BW-Trend auf sechs Prozent zu. Die Landessprecherin der Partei, Sahra Mirow, will darin erkennen, dass die Menschen die Linkspartei im Landtag vermissen. "Die grün-schwarze Landesregierung bräuchte uns dringend als soziale Opposition, die dafür eintritt, dass Baden-Württemberg wieder bezahlbar wird."

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