Treppensteigen verlängert das Leben
Wer statt des Aufzugs häufiger die Treppen nimmt, profitiert nach Erkenntnissen einer neuen Studie nicht nur von einer verbesserten Fitness! Forscherinnen und Forscher haben herausgefunden, dass regelmäßiges Treppensteigen mit einer höheren Lebenserwartung und einem geringeren Risiko für Herzerkrankungen einhergeht.
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Treppensteigen könnte das Leben verlängern
Treppe statt Aufzug oder eben der Stairmaster im Fitnessstudio – Treppensteigen wird schnell zum schweißtreibenden Workout, das den Kreislauf anregt und verschiedene Muskelgruppen gleichzeitig fördert.
Beim Treppensteigen liegt jedoch auch eine enorme Belastung auf der Kniescheibe, was bei Übergewicht, Fehlstellungen, Verletzungen oder Vorschädigungen zum Problem werden kann. Doch eine neue Studie des Norfolk and Norwich University Hospital und der University of East Anglia in Norwich deutet darauf hin, dass der gesundheitliche Nutzen womöglich überwiegt.
Diese Auswirkungen hat Treppensteigen auf das Herz
Das Grundproblem ist altbekannt: Viele Menschen bewegen sich im Alltag nicht genug. Oftmals fehlt die Zeit für ein regelmäßiges Training. Dieses Problem ist gleichzeitig die Grundlage der Studie – schließlich ist Bewegungsmangel ein großer Risikofaktor bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Aussage der Forschenden wird Treppensteigen oft übersehen, wenn es darum geht, körperliche Aktivitäten in den Alltag zu integrieren.
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Das Team um Forschungsleiterin Sophie Paddock wollte deshalb laut Fitbook wissen, ob sich ein Teil der täglichen Bewegung auch über eine niedrigschwellige Aktivität wie Treppensteigen erreichen lässt. In der Studie wurde deshalb untersucht, ob regelmäßiges Treppensteigen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfälle reduzieren kann.
Die Ausführung der Studie
Die Forschenden haben die Studie als systematische Übersichtsarbeit mit einer Meta-Analyse durchgeführt. Hierfür wurden bereits vorhandene wissenschaftliche Studien zusammengetragen und statistisch ausgewertet.
Berücksichtigt wurden die Daten von 480.479 Menschen aus neun bestehenden Studien. Bei der Untersuchung der kardiovaskulären Sterblichkeit wurden laut Fitbook die Daten von 455.619 Personen aus fünf dieser Studien zusammengeführt:
Die Menschen waren zwischen 35 und 84 Jahre alt.
53 Prozent Frauenanteil
sowohl gesunde Menschen als auch Personen mit Vorerkrankungen (Herz)
14 Jahre Beobachtungsdauer
Risiko für Herz-Kreislauf-Tod um 39 Prozent geringer
Die Ergebnisse der Studie überraschen: Regelmäßiges Treppensteigen reduziert das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 39 Prozent. Das zeigt sich in ähnlichem Ausmaß auch bei der Gesamtsterblichkeit: Das Sterberisiko reduziert sich bei Treppensteiger*innen um rund 24 Prozent.
Außerdem wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen Treppensteigen und dem Auftreten bestimmter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die nicht unbedingt zum Tod führen, z. B. Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz, untersucht. Auch hier ist ein Zusammenhang zugunsten der Treppensteiger*innen erkennbar, eine konkrete Risikozahl wie bei der Sterblichkeit gibt es allerdings nicht.
Doch was steckt hinter diesen Effekten? Das haben die Forschenden nicht untersucht. Es liegt allerdings auf der Hand, dass die intensive Belastung beim Treppensteigen nicht nur die Ausdauer, sondern auch die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems fördert. Außerdem werden beim Aufsteigen große Muskelgruppen beansprucht.
Spannend: Schon in früheren Untersuchungen wurde herausgefunden, dass regelmäßiges Treppensteigen die kardiorespiratorische Fitness verbessern und den Cholesterinspiegel senken kann.
Das bedeutet das Ergebnis
Was sich aus der Studie nicht ableiten lässt, ist, wie viel Treppensteigen für einen gesundheitlichen Effekt erforderlich ist. Eine der einbezogenen Studien deutet laut Fitbook darauf hin, dass sechs Stockwerke pro Tag den größten gesundheitlichen Nutzen bringen könnten. Die Forschenden betonen währenddessen, dass die optimale „Dosis“ noch genauer untersucht werden muss. Vermutlich haben aber bereits kurze Treppen-Einheiten eine messbare Auswirkung auf die Gesundheit.
Je mehr Treppen, desto besser? Nicht unbedingt, da Treppensteigen bei Übergewicht, Gelenkerkrankungen und Vorerkrankungen problematisch sein kann. Auch die Forschenden betonen, dass sich diese körperliche Aktivität nicht für alle eignet – im Zweifelsfall besprichst du dein Vorhaben mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Studienergebnis mit Vorsicht genießen
Bei der besagten Studie sprechen die Forschenden von einem statistischen Zusammenhang. Aus den Beobachtungen lässt sich allerdings nicht automatisch ableiten, dass Treppensteigen selbst die Ursache für die geringere Sterblichkeit ist.
Und es gibt noch weitere Einschränkungen. Ein Teil der Untersuchungen beobachtete laut Fitbook, wie sich Treppensteigen und der Gesundheitszustand der Teilnehmenden zueinander verhielten. Es könnte aber sein, dass die Teilnehmenden, die regelmäßig Treppen stiegen, auch insgesamt körperlich aktiver waren oder generell einen gesundheitsbewussteren Lebensstil gepflegt haben. Außerdem wurde das Treppensteigen in den Studien nicht einheitlich erfasst.
Es bleibt demnach abzuwarten, was weitere Forschungen und Studien diesbezüglich ergeben. Fakt ist jedoch: Wenn du keine körperlichen Einschränkungen hast, kann es definitiv nicht schaden, öfter die Treppe zu nehmen und den Aufzug links liegen zu lassen!