Trias: Farne als Nährstoff für Feuer über Jahrtausende in Europa
Nach einer extremen Klimaerwärmung haben in Teilen Europas einst wohl über sehr lange Zeit immer wieder großflächige Brände gewütet. Die Feuer fielen mit einer massenhaften Ausbreitung von Farnen zusammen, die wiederum immer neuen Brennstoff für die Flammen lieferten, wie Forschende im Fachjournal »Nature Geoscience« berichten. Das Massenaussterben am Ende der Trias vor rund 201 Millionen Jahren wird mit gewaltigem Vulkanismus im Zuge des Zerbrechens des Superkontinents Pangäa in Verbindung gebracht. Dabei gelangten nach Darstellung des Forschungsteams um Bas van de Schootbrugge von der Universität Utrecht etwa 100 Billionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre. Die globale Temperatur sei dadurch um etwa fünf bis zehn Grad Celsius gestiegen. In der Folge kollabierten die Wälder – und eine Welt der Farne entstand. Farne sind Pioniere Nach Einschätzung der Forschenden trug eine Kombination aus Entwaldung, Bodenerosion, starker Erwärmung und wiederkehrenden Feuern zur explosionsartigen Ausbreitung der Farne bei. Einige Farnarten können gestörte Flächen rasch besiedeln und nach Bränden aus unterirdischen Wurzelsystemen schnell wieder austreiben. Wenn die dichten Farnmatten austrocknen, liefern sie idealen Brennstoff für neue Feuer. So könnten sich Brände und Farnausbreitung gegenseitig verstärkt haben. »Eine wirklich höllische Welt«, sagte van de Schootbrugge. Der sogenannte Farn-Peak hielt Schätzungen des Teams zufolge mindestens 40.000 Jahre an, möglicherweise bis zu 300.000 Jahre. Die damalige Entwicklung zeigt, wie gefährlich das Zusammenspiel von Klimawandel, Entwaldung und opportunistischen Arten werden könne, folgern die Forschenden. Für die Analyse hatte das Team Sedimentmaterial aus vier Bohrkernen ausgewertet, darunter ein 640 Meter langer Bohrkern aus Großbritannien. Als Hinweise auf frühere Brände dienten unter anderem fossile Holzkohle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, die im Rauch von Wald- und Vegetationsbränden entstehen können. Zusammen mit Pollen- und Sporenfunden ergab sich das Bild einer regelrechten Feuerhölle in den damaligen Landschaften Nordwesteuropas. Auffällige Färbung als Bestätigung Die Forschenden sehen ihre Annahme durch die Färbung organischer Mikrofossilien wie Pollen und Sporen bestätigt. Normalerweise dunkeln solche Fossilien mit zunehmender Tiefe und Temperatur im Gestein erst allmählich nach. »Aber hier haben wir ein ganz anderes Muster gefunden«, sagte van de Schootbrugge. Im Aussterbe-Intervall wurden Pollen und Sporen unabhängig von der jeweiligen Lagerungsgeschichte in allen vier Kernen gleichzeitig extrem dunkel, davor und danach waren sie deutlich heller.