DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,60 % 53.407,54 Pkt 18:26:45 S&P 500 -1,02 % 7.706,00 Pkt 18:26:45 Nasdaq -1,39 % 26.357,10 Pkt 18:26:44 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,10 % 4.422,00 USD 18:16:44 Silber -3,09 % 64,08 USD 18:16:44 Brent +0,72 % 91,52 USD 18:16:37 WTI -0,04 % 84,47 USD 18:16:39 Bitcoin +0,27 % 64.683,39 USD 18:26:37 EUR/USD +0,11 % 1,15870 USD 18:25:55 EUR/GBP +0,08 % 0,85510 GBP 18:26:44 EUR/CHF -0,06 % 0,93990 CHF 18:26:42 EUR/JPY +0,30 % 184,834 JPY 18:26:44

Tribulus terrestris: Wirkt das Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich als Testosteron-Booster?

Gesundheit

Was steckt hinter der Werbung zu Tribulus terrestris als "Testosteron-Booster"? Nahrungsergänzungsmittel mit Tribulus terrestris werden vor allem als sogenannte "Testosteron-Booster" für Sportler. Sie sollen den Testosteronspiegel erhöhen, den Muskel- und Kraftaufbau fördern sowie Libido und Potenz verbessern. Die anabole Wirkung wird Steroidsaponinen, vor allem dem Protodioscin, zugeschrieben. Für diese Werbeaussagen gibt es jedoch keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege. Neuere Studien mit Sportlern zeigen, dass Tribulus terrestris weder den Testosteronspiegel erhöht noch den Muskelaufbau oder die Leistungsfähigkeit verbessert. Positive Ergebnisse stammen nur aus wenigen kleinen Studien. Auch die Behauptung, Tribulus sei eine wichtige Stickstoffquelle für den Muskelaufbau, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die Stickstoffversorgung gelingt Ihnen durch die reichliche Eiweiß- und damit Aminosäureversorgung in Deutschland sehr gut. Das gilt auch für Sportler:innen, die Muskeln aufbauen wollen. Hilft Tribulus bei Potenzproblemen? Die Pflanze wird in einigen Ländern traditionell gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt. Für eine Wirkung bei Potenz- oder Sexualstörungen gibt es bisher jedoch nur begrenzte Hinweise. Einige Übersichtsarbeiten sehen zwar ein mögliches Potenzial der enthaltenen Saponine bei leichten Potenzstörungen, doch die Studienlage reicht nicht aus, um eine Wirksamkeit nachzuweisen. In Deutschland gibt es keine zugelassenen Arzneimittel für Potenzstörungen, die Tribulus terrestris enthalten und in Nahrungsergänzungsmitteln ist die Dosierung oft ungenau bzw. es fehlt eine Standardisierung. Bei sexuellen Funktionsstörungen sollten Sie grundsätzlich ärztlichen Rat einholen. Gibt es zugelassene Gesundheitsversprechen? Für Tribulus terrestris gibt es keine von der EU zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen (Health Claims). Deshalb kombinieren Hersteller die Pflanze häufig mit Zink oder Vitamin D, um mit den zugelassenen Aussagen für diese Nährstoffe werben zu können. Dann können sie bei Zink mit "trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei" und "trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei2 werben und bei Vitamin D mit "für den Erhalt der normalen Muskelfunktion". Gibt es Risiken bei der Einnahme von Tribulus terrestris? Zur Sicherheit von Tribulus terrestris liegen nur wenige Daten vor. Die Pflanze enthält Alkaloide, insbesondere Harman und Norharman, die möglicherweise das Erbgut schädigen können. Ob und in welchen Mengen sie in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen, ist unklar. Es fehlen Studien zur kurz- und langfristigen Sicherheit beim Menschen. Wegen der unzureichenden Daten stuft das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Tribulus terrestris als Stoff ein, dessen Verwendung möglicherweise gesundheitsschädigend ist. Die Arbeitsgruppe "Nahrungsergänzungsmittel" der europäischen Behörden für Lebensmittelsicherheit hat einen Bericht zu 117 Stoffen erstellt, die in Lebensmitteln verboten, eingeschränkt oder weiter geprüft werden sollten. 13 dieser Stoffe werden aufgrund möglicher Gesundheitsrisiken – insbesondere bei einer erhöhten Aufnahme über Nahrungsergänzungsmittel – als besonders kritisch eingestuft. Zu diesen Stoffen gehört auch Tribulus terrestris. Bis eindeutige Sicherheitsnachweise vorliegen, wird empfohlen, auf Nahrungsergänzungsmittel mit Tribulus terrestris zu verzichten. Besonders Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren sollten solche Produkte nicht einnehmen. Worauf sollten Sporttreibende achten? Tribulus terrestris steht zwar nicht auf der aktuellen Dopingliste der WADA. Dennoch warnt die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA), dass Nahrungsergänzungsmittel mit Tribulus verbotene Substanzen enthalten können. Untersuchungen zeigen, dass manche Produkte mit Hormonen, Anabolika oder Stimulanzien verunreinigt sind. Das kann zu einem positiven Dopingtest führen – das Risiko tragen Sie als konsumierender Sportler oder Sportlerin. Auch das Australian Institute of Sport ordnet Tribulus-Produkte wegen des hohen Kontaminationsrisikos in die Gruppe D ihres "Sports Supplement Framework 2022"ein. Dort sind Stoffe aufgeführt, die im Sport verboten sind oder mit Dopingsubstanzen verunreinigt sein können. Im europäischen Schnellwarnsystem wurden mehrfach Tribulus-Produkte mit nicht zugelassenen Inhaltsstoffen gemeldet. Was ist Tribulus terrestris? Tribulus terrestris ist eine weltweit vorkommende Pflanze, die auch als Erdsternchen oder Erdstachelnuss bekannt ist. Sie enthält eine Vielzahl an Saponine, unter anderem die Steroidsaponine Furostanol und Spirostanol. Deren Menge schwankt jedoch je nach Herkunft, Pflanzenteil und Verarbeitung erheblich. Deshalb unterscheiden sich Zusammensetzung und Qualität der Nahrungsergänzungsmittel deutlich. In der Vergangenheit wurde das auch in Tribulus terrestris vorkommende Spirostanol Dioscin als Ausgangsstoff für die Steroidhormonproduktion verwendet. Saponine zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie sind in 75 Prozent aller Pflanzenarten enthalten, also sehr weit verbreitet. Sie kommen zum Beispiel in Bohnen, Spinat, Erdnüssen, Soja und vielen Allium-Arten, wie Lauch, Zwiebeln und Knoblauch, vor. Einige Saponine können fungizid, also pilzabtötend, oder cholesterinsenkend wirken, allerdings auch hämolytisch, das heißt bestimmte Blutzellen können aufgelöst werden. Besonders reich an Steroidsaponinen ist die Yamswurzel, aber auch der Spargel. Was enthalten die Tribulus terrestris-Produkte? Die meisten Produkte bestehen aus Tribulus-Extrakten. Oft ist jedoch nicht angegeben, welche Pflanzenteile verwendet wurden, wie der Extrakt hergestellt wurde, oder wie hoch der Anteil der einzelnen Saponine tatsächlich ist. Für viele wird mit hohen Gesamt-Saponingehalten von 80 bis 90 Prozent geworben. Manche hochdosierte Produkte enthielten bis zu 3.600 mg Tribulus-Extrakt und bis zu 1.800 Milligramm Saponine (Tagesverzehrmengen). Manche Hersteller geben allerdings den Gehalt an Protodioscin an (häufig 20-25 Prozent der Saponine). Einige Produkte enthalten zusätzlich Zink oder Pantothensäure, damit Hersteller mit den zugelassenen Gesundheitsangaben für diese Stoffe werben können. Für das Krafttraining werden auch Produkte angeboten, die neben Tribulus terrestris eine sogenannte ZMA-Mischung (Zink-Magnesium-Aspartat) enthalten, die aus Zink, einer Magnesiumverbindung und Vitamin B 6 besteht. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Produkte nicht deklarierte anabole oder androgene Steroide enthalten. Eine US-Studie von 2023 zeigte, dass bei 89 Prozent der untersuchten Sportnahrungsergänzungsmittel die Inhaltsstoffe auf dem Etikett nicht vollständig oder korrekt angegeben waren.

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