Trinkwasser als Wärmequelle? Pilotprojekt in Lüneburg gestartet
Stand: 24.07.2026 20:34 Uhr In Lüneburg ist am Freitag der Startschuss für ein bundesweites Pilotprojekt zur Wärmeversorgung gefallen. Nach Auskunft des Energieversorgers Avacon wird Wärme aus Trinkwasser gewonnen. Die Pilotanlage werde zunächst für die Eigenversorgung des Wasserwerks sowie zum Heizen von Gebäuden auf dem Werksgelände genutzt, teilte Avacon mit. Perspektivisch könnte etwa ein Viertel der Haushalte in Lüneburg so mit Wärme versorgt werden, hieß es. In anderen Ländern wie Dänemark und der Schweiz sind größere Anlagen dieser Art bereits im Einsatz. In Deutschland ist der Regelbetrieb aufgrund der strengen Trinkwasserverordnung bislang nicht zugelassen. Trinkwasser wird Wärmeenergie entzogen Der eigentliche Prozess geschehe im Lüneburger Wasserwerk "Rote Bleiche", heißt es von Avacon. Ein dort verbauter Wärmetauscher entziehe dem Trinkwasser einen geringen Teil seiner Wärmeenergie. Diese werde dann an eine Wärmepumpe übertragen, hieß es. Das um vier Grad abgekühlte Trinkwasser werde dann ins Versorgungsnetz zurückgeführt. Umweltminister Meier: Wärme aus überhitzen Gewässern ziehen Zur Eröffnung der Pilotanlage kam am Freitag auch Niedersachsens Umweltminister Christian Meier (Grüne). Er sieht in dem Projekt laut eigenen Angaben einen wichtigen Baustein für die kommunale Wärmeplanung. Außerdem kann das Verfahren Meier zufolge ein wichtiges Werkzeug im Umgang mit dem Klimawandel sein: Wärme könnte so aus überhitzten Gewässern gezogen werden. Wie lange es dauern wird, bis ein neues Gesetz den Einsatz dieser Technik auch im großen Stil erlaubt, dazu gibt es bislang keine Prognose.