Trotz Irankrieg: Deutsche Wirtschaft wächst minimal
Trotz der Belastungen durch den Irankrieg nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Frühjahr leicht zu. Wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte, legten insbesondere die Exporte zu, während sich die Konsumausgaben verhalten entwickelten. Das führte zu einem kleinen Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Zugleich setzten die Wiesbadener Statistiker den Wert für das erste Quartal von 0,3 auf 0,4 Prozent nach oben. Volkswirte werten das als Hinweis darauf, dass die Erholung der deutschen Wirtschaft stärker ausfällt als gedacht. Wie es konjunkturell für Europas größte Volkswirtschaft weitergeht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Konflikt zwischen den USA und Iran beigelegt wird. »Das Wachstum von 0,2 Prozent ist ein erfreuliches Signal, aber längst kein Befreiungsschlag«, fasst Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), zusammen. Die Auswirkungen des Irankriegs habe die deutsche Wirtschaft nur mithilfe von »massiven, überwiegend mit Krediten finanzierten öffentlichen Investitionen« abfedern können: »Von einem selbsttragenden Aufschwung sind wir weit entfernt.« Die fragile Lage am Persischen Golf inklusive heftiger Schwankungen bei den Öl- und Gaspreisen bleibt eine Belastung für die von Rohstoffimporten abhängige deutsche Wirtschaft. Dennoch nähren jüngste Konjunkturdaten die Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft sich weiterhin widerstandsfähig zeigen wird: Die Stimmung in den Unternehmen, die das Ifo-Institut regelmäßig ermittelt, hat sich im Juli den dritten Monat in Folge verbessert. Aus dem Ausland verzeichnete die Industrie nach jüngsten Daten mehr Aufträge für Waren »Made in Germany«. Zudem legten die deutschen Exporte im Mai den vierten Monat in Folge zu.