DAX -0,85 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX -1,06 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 0,00 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -0,33 % 63.081,86 Pkt 07:45:03 Gold +0,35 % 3.912,40 USD 09:04:42 Silber +2,20 % 50,36 USD 09:04:23 Brent -2,95 % 110,08 USD 09:04:42 WTI -3,45 % 100,53 USD 09:04:42 Bitcoin -0,30 % 78.017,52 USD 09:14:42 EUR/USD +0,19 % 1,12040 USD 09:14:26 EUR/GBP -0,12 % 0,83480 GBP 09:14:44 EUR/CHF -0,07 % 0,92030 CHF 09:14:45 EUR/JPY +0,08 % 176,611 JPY 09:14:45

Trotz Krieg: Hunderttausende Russen machen in Europa Urlaub

Welt

Bereits im Jahr 2022 hatten sich die EU-Staaten darauf verständigt, die Zahl der Kurzzeitvisa (C-Visa) für russische Staatsangehörige deutlich zu reduzieren. Die Umsetzung fällt jedoch sehr unterschiedlich aus.

Während die baltischen Staaten, Polen und andere östliche Mitgliedstaaten Touristenvisa weitgehend verweigern oder stark einschränken, vergeben vor allem Frankreich, Italien und Spanien weiterhin hohe Stückzahlen. In den letzten Jahren entfiel der Großteil der erteilten Visa auf diese drei Länder. Schätzungen und EU-interne Zahlen sprechen von insgesamt mehr als 600.000 Schengen-Visa für Russen in einem Jahr, wovon ein erheblicher Anteil touristischen Zwecken diente.

Schengen-Visa für Russen: Uneinheitliche Vergabe spaltet die EU

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin erklärte, die Zahl der Urlaubsvisa sei „zu hoch”. Es müsse sichergestellt werden, dass nur Personen einreisen, von denen keine Gefahr ausgehe. Die bestehenden Leitlinien würden von den Mitgliedstaaten unterschiedlich streng angewendet.

Kritiker verweisen auf die moralische Dimension: Während in der Ukraine durch das Handeln von Wladimir Putin Zivilisten sterben und die Infrastruktur zerstört wird, verbringen russische Touristen ihren Urlaub an europäischen Stränden und in Ferienorten. Zudem bestehen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit hybrider Kriegsführung und der möglichen Ausnutzung freier Reisemöglichkeiten.

Mehrere nord- und osteuropäische Staaten drängen daher auf einheitlichere und restriktivere Regeln. Die Einreise erfolgt oft über Umwege, etwa über Istanbul, da direkte Flugverbindungen weitgehend fehlen. Ein Schengen-Visum ermöglicht anschließend freies Reisen in den meisten Mitgliedstaaten. Deutschland selbst vergibt im Vergleich zu den südeuropäischen Ländern deutlich weniger Visa.

Die Debatte macht die Spannungen innerhalb der EU deutlich: Die wirtschaftlichen Interessen des Tourismussektors stehen politischen und sicherheitspolitischen Erwägungen gegenüber. Eine grundlegende Neuausrichtung der Visapolitik ist weiterhin Gegenstand von Beratungen. (mbr)

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