Trump äußert sich zur geplanten Hinrichtung im Livestream
Es wäre laut US-Medien die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren – und sie soll per Livestream übertragen werden. Letzteres hat US-Präsident Donald Trump aber eigenen Angaben zufolge nicht entschieden.
US-Präsident Donald Trump hat auf die scharfe Kritik an der geplanten Liveübertragung einer Hinrichtung reagiert. Trump zufolge sei er selbst nicht an der Entscheidung dafür beteiligt gewesen.
"Ich war nicht involviert in die Entscheidung, aber ich verstehe die Entscheidung", sagte er am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Syracuse im US-Bundesstaat New York in einem vom Weißen Haus verbreiteten Video. Zuvor hatte er bestätigt, dass er die Hinrichtung genehmigt hat.
Trump erklärte weiter: "Sie wollen das machen, weil sie ein Exempel statuieren wollen." Allerdings hatte Trump am Freitag im Weißen Haus auch erklärt, dass noch nicht final entschieden sei, ob die Exekution des verurteilten Attentäters Nidal Hasan wirklich live übertragen werde.
"Sie machen einen Entschluss dazu, aber er wird getötet", sagte Trump. "Es ist mir wirklich egal, wie er geht, solange er geht."
Hasan wurde bereits 2013 zum Tode verurteilt
Der frühere US-Armeepsychiater Hasan war im Jahr 2013 zum Tode verurteilt worden, weil er in Fort Hood 13 Menschen erschossen und rund 30 weitere verletzt hatte. Der muslimische US-Bürger palästinensischer Herkunft feuerte nach eigenen Angaben 2009 auf seine Kameraden, weil diese in Afghanistan Krieg gegen andere Muslime führten. Seit der Tat sitzt Hasan wegen einer Wirbelsäulenverletzung im Rollstuhl.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Donnerstag angekündigt, dass Hasans Hinrichtung durch ein militärisches Erschießungskommando live übertragen werde. Ein Pentagon-Mitarbeiter bestätigte dies, die Exekution soll demnach am 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas stattfinden.
Man werde dafür sorgen, dass Menschen die Hinrichtung von Nidal Hasan öffentlich beobachten könnten, sagte Hegseth dem rechtskonservativen US-Sender Real America's Voice. "Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben."
Große Empörung über Pläne für Hinrichtung im Livestream
Hegseths Ankündigung stieß vielfach auf Empörung. Öffentliche Exekutionen sind sonst aus autoritären Ländern wie dem Iran, Afghanistan oder Nordkorea bekannt. Das UN-Menschenrechtskommissariat sprach von einer Art "Folter". Außer Vertretern der oppositionellen US-Demokraten wandten sich auch Politiker von Trumps Republikanern gegen die geplante Liveübertragung der Hinrichtung.
Auch US-Vizepräsident JD Vance äußerte am Freitag Zweifel an dem Vorhaben. "Wenn es live übertragen wird, werde ich es mir nicht anschauen", sagte Trumps Stellvertreter.
Fall Pike heizt Debatte über Todesstrafe in den USA an
Eine per Livestream übertragene Hinrichtung wirft viele Fragen auf. Etwa, ob es Zugangsbeschränkungen geben wird, um zu verhindern, dass beispielsweise Kinder die Hinrichtung verfolgen.
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In den USA wird seit der fehlgeschlagenen Hinrichtung der Todeskandidatin Christa Pike wieder intensiv über die Todesstrafe diskutiert. Die verurteilte Mörderin hatte am Mittwoch vergangener Woche in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt. (afp/dpa/bearbeitet von thp)