Trump behauptet, die Straße von Hormus sei unter US-Kontrolle - Ölpreis steigt
Mit martialischen Worten behauptet US-Präsident Donald Trump, die USA hätten die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus. Doch die Lieferwege für Frachtschiffe sind weiterhin gestört. Die Ölpreise haben weiter zugelegt. Seit Beginn der Woche hat sich Rohöl der Sorte Brent um mehr als fünf Dollar je Barrel verteuert. Der Preis mit Lieferung im Oktober stieg im frühen Handel knapp über 90 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Grund ist die Situation im Nahen Osten. Es ist kein Ende des Krieges zwischen den USA und Iran in Sicht. Noch immer fahren wenig Handelsschiffe durch die Straße von Hormus, die faktisch von Iran blockiert wird. Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) hatte auf der Plattform X berichtet, die Angriffe durch die iranischen Revolutionswächter in der Meerenge hielten an. Das zeige, dass Iran seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten behaupten und den Druck auf durchfahrende Schiffe aufrechterhalten wolle. Es bestehe weiterhin das Risiko von treibenden oder nicht kartierten Minen. Handelsschiffe verkehrten weiter nur auf reduziertem Niveau. Der jüngste Anstieg der Ölpreise mache deutlich, dass die Märkte mit Blick auf eine Einigung im Irankrieg skeptisch seien, heißt es in einem Kommentar von Rohstoffanalysten der Commonwealth Bank of Australia. Gleichzeitig greifen Industriestaaten weiter auf ihre Ölreserven zurück. »Der Abbau der weltweiten Lagerbestände drohe den Preis für Öl der Sorte Brent in Richtung der Marke von 100 Dollar pro Barrel zu treiben«, schrieben die Experten. Trump droht Iran – »Dann werden sie hinweggefegt« Die US-Regierung behauptet weiterhin, die volle Kontrolle über die Straße von Hormus zu haben. »Sie gehört uns«, sagte Präsident Donald Trump vor Reportern. Irgendwann würden die Iraner »vielleicht etwas unternehmen, und dann werden sie hinweggefegt«. Die USA befänden sich im Moment in einer sehr guten Position. »Wir haben die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus. Sie haben keine Kontrolle.« Trump sagte, er vertraue Iran nicht. »Sie haben mich ständig belogen.« Die Islamische Republik sei dank des von den USA geführten Krieges nicht länger der »Tyrann im Nahen Osten«. Bereits am Vortag hatte der Präsident behauptet, nach einer Minenräumung sei die Meerenge für Schiffe wieder befahrbar und werde von den USA kontrolliert. Iran hat auf die Aussagen nicht direkt reagiert. Zuletzt hatte die Führung in Teheran eine Öffnung der Seestraße von Zugeständnissen der USA und ihrer Verbündeten abhängig gemacht und die Absicht erklärt, Gebühren für eine Durchfahrt durch die Meerenge zu erheben. Der neu berufene Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats in Iran, Mohsen Rezaee, sagte laut dem Staatssender Press TV, die USA müssten den Krieg gegen Iran und seine Verbündeten in der Region beenden und eingefrorenes iranisches Geld freigeben. Erst dann könne die Meerenge wieder vollständig geöffnet werden.