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Trump beschuldigt Notenbank politischer Motive

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Wutausbruch wegen US-Leitzins: Trump wittert Verschwörung der Notenbank

Von: Jens Kiffmeier

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Trumps Fed-Chef erhöht die Zinsen – einstimmig und gegen den Willen des Präsidenten. Was steckt dahinter, und was bedeutet das für deutsche Verbraucher?

Washington – Er sollte Trumps Mann an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt werden – einer, der endlich liefert, was der Präsident seit Jahren verlangt: niedrige Zinsen, billiges Geld, wirtschaftlichen Rückenwind. Doch Kevin Warsh, erst im Mai von Donald Trump persönlich ins Amt gehievt, hat das Gegenteil getan. Die Federal Reserve erhöhte den Leitzins erstmals seit Juli 2023 – einstimmig, ohne Wenn und Aber. Dass ausgerechnet der Iran-Krieg, den Trump vor gut sechs Monaten mitausgelöst hatte, die Inflation auf 3,4 Prozent getrieben und damit den Zinsschritt erzwungen hat, macht die Lage für den Präsidenten noch brisanter. Trump wittert bereits eine Verschwörung gegen ihn.

So reagierte Trump nach der Ankündigung der Leitzins-Erhöhung mit einem schweren Vorwurf: Der Fed-Vorstand handle aus politischen Motiven, um ihm zu schaden, beschwerte er sich laut dem US-Nachrichtenmagazin Axios. Warsh sei „ein guter Mann“, sagte der Präsident Journalisten in North Carolina. „Aber egal, wie gut er seine Arbeit macht – er hat es mit einem feindseligen Vorstand zu tun.“ Und weiter: „Sie erhöhen die Zinsen, um Trump so viel Schaden wie möglich zuzufügen (...) Sie erhöhen sie also ausschließlich aus politischen Gründen.“

Fed erhöht US-Leitzins: Notenbank verärgert Trump

Zuvor hatte die Fed den maßgeblichen Zinssatz am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Er liegt nun in einer Spanne zwischen 3,75 und 4,0 Prozent. Auf Truth Social forderte Trump anschließend, die Zinssätze sollten „bei einem Prozent oder weniger liegen“ – und das „SCHNELL!“

Warsh begründete den Schritt jedoch nüchtern mit der anhaltend hohen Inflation. „Die Inflation ist zu hoch, und das schon viel zu lange“, sagte der 56-Jährige laut der Nachrichtenagentur AFP. Im Juli und August lag die Teuerungsrate bei 3,4 Prozent – und damit seit mehr als fünf Jahren über der Fed-Zielmarke von 2,0 Prozent. Auf die Frage, welche Botschaft er an Trump habe, reagierte Warsh vor Journalisten mit einem Lachen – und dem Hinweis, er könne dazu nichts sagen. Seine Botschaft gelte den Bürgerinnen und Bürgern: „Die am wenigsten Wohlhabenden profitieren am meisten von stabilen Preisen.“

Das Weiße Haus bezeichnete die Entscheidung als „eher unglücklich“. Sprecher Kush Desai sagte im Sender Fox News, die Fed habe aus Sicht der Regierung keine besonders überzeugende wirtschaftliche Begründung geliefert. Ökonomen und Marktbeobachter sahen das anders. „Der heutige Zinsschritt ist nicht nur lediglich ein Zinsschritt, er sichert vielmehr auch die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank“, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VPBank.

US-Leitzins erhöht: Was bedeutet das für deutsche Verbraucher?

Die Entscheidung der Fed hat keine unmittelbare Auswirkung auf den Alltag deutscher Verbraucher – denn für Zinsen auf Sparkonten, Baufinanzierungen oder Konsumkredite in Deutschland ist allein die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt zuständig. Die EZB hat ihren Leitzins zuletzt jedoch ebenfalls erhöht – bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr, zuletzt auf 2,5 Prozent. Wer also gerade einen Immobilienkredit plant oder einen variabel verzinsten Kredit hat, spürt den Gegenwind auch hierzulande.

Mittelbar aber wirkt die Fed-Entscheidung durchaus: Steigen die Zinsen in den USA, zieht das tendenziell Kapital aus Europa in Richtung Dollar-Anlagen – was den Euro unter Druck setzen und Importe verteuern kann. Besonders relevant ist das beim Öl, das global in Dollar gehandelt wird. Da die Energiepreise ohnehin wegen des Iran-Kriegs auf über 100 Dollar je Barrel gestiegen sind, könnte ein schwächerer Euro die Spritpreise an deutschen Tankstellen weiter nach oben treiben.

Für Sparer gibt es eine Kehrseite mit Silberstreifen: Steigende Zinsen in den USA erhöhen den Druck auf die EZB, ihrerseits restriktiv zu bleiben – was Tages- und Festgeldkonten in Deutschland attraktiver hält als in den Niedrigzinsjahren. Wer sein Geld kurzfristig parken will, profitiert davon. Wer hingegen auf eine baldige Zinswende und günstigere Baukredite hofft, muss sich nach aktueller Lage weiter gedulden. (Quellen: Reuters, ntv)

Notenbankchef Warsh verteidigt die Erhöhung vom US‑Leitzins

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