Trump feiert sich selbst - hinter einer Panzerglasscheibe
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250 Jahre USA: Trump als „kulturelles Heroin“ – Magazin kramt zur Feier des Tages alte Vance-Kritik hervor
Von: Franziska Schwarz, Christian Stör
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250 Jahre: Die USA feiern ihre Unabhängigkeit. Der Großauftritt endet mit einem Mega-Feuerwerk. Präsident Trump geht aber auf Nummer sicher.
Washington, DC – Update, 13:12 Uhr: Das Magazin The Atlantic hat einen zehn Jahre alten Text von US-Vizepräsident JD Vance erneut veröffentlicht, in dem er Donald Trump damals scharf kritisierte. In einer Redaktionsnotiz heißt es, man veröffentliche den Essay anlässlich des zehnten Jahrestages, „damit unsere Leser selbst beurteilen können, wie gut seine Einschätzung des Mannes, dem er nun als Vizepräsident dient, den Test der Zeit bestanden hat.“
Vance schrieb den Text während Trumps erstem Wahlkampf, als er bei Peter Thiels Investmentfirma arbeitete, wie The Hill berichtet. Darin bezeichnete er Trumps damalige Anziehungskraft unter anderem als „kulturelles Heroin“ („cultural heroin“).
250. Geburtstag der USA: Rechtsradikale marschieren in Washington und feiern „totalen arischen Sieg“
Update, 11:28 Uhr: Sie nennen sich „Patrioten“, sind aber nach Einschätzung von Wissenschaftlern Rechtsextreme mit faschistischem Logo: Mitglieder der US-Gruppierung „Patriot Front“ sind nahe des US-Kapitols aufmarschiert. Die schätzungsweise rund hundert Männer waren vermummt, trugen uniformartige Blauhemden, schwenkten Flaggen und riefen „Reclaim America!“ (Erobert Amerika zurück). Die Hintergründe in: 250. Geburtstag der USA: Rechtsradikale marschieren in Washington und feiern „totalen arischen Sieg“.
Trump feiert sich selbst – hinter einer Panzerglasscheibe
Update, 10:24 Uhr: Donald Trump hat bei den 250-Jahr-Feiern auf der National Mall eine Großkundgebung inszeniert und dabei erneut eigene Erfolge betont. Wegen mehrerer Attentatsversuche sprach der 80-Jährige hinter einer Panzerglasscheibe. Trump sagte, die USA seien unter seiner Führung „stolzer denn je zuvor“, und lobte seine militärischen Erfolge im Iran und in Venezuela. Ein Anhänger, Richard Sullivan aus Virginia, sagte: „Wir lieben Trump, uns hat seine Rede gefallen.“ Danach folgte laut Trump das „größte Feuerwerk der Welt“ mit 850.000 Böllern.
Mit der Panzerglasscheibe waren die Sicherheitsvorkehrungen bei diesem Auftritt Trumps dann doch streng; früher hatte er Sicherheitsvorkehrungen gerne heruntergespielt. Mehr dazu in: Trotz Attentatsversuchen: Trump lehnt Schutzweste ab – aus ästhetischen Gründen.
250 Jahre USA: Trump attackiert „Kommunismus“
Update, 8:24 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat in Washington zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit im Wahlkampfstil erneut vor Kommunismus in den USA gewarnt. Der zweite Fokus lag auf seiner Forderung an den Kongress, Gesetze zur Einschränkung der Briefwahl und für einen Staatsbürgerschaftsnachweis bei der Wählerregistrierung voranzutreiben, wie Reuters berichtet.
Trump sagte Reuters zufolge, eine Bedrohung wie Kommunismus müsse man früh stoppen. „Es ist wie ein Krebsgeschwür – man muss es herausschneiden, und zwar schnell.“ Außerdem rühmte er US-Erfolge wie die Mondlandung und erklärte, er habe das iranische Militär „ausgelöscht“. Sein Auftritt verspätete sich wegen Unwetters, das Gelände wurde zeitweise geräumt.
250 Jahre USA: Putin und Selenskyj telefonieren mit Trump
Update, 7:01 Uhr: Die Staatschefs Russlands und der Ukraine haben Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben in persönlichen Telefonaten zum 250. Unabhängigkeitstag der USA gratuliert und ihre guten Beziehungen zur US-Regierung hervorgehoben. „Wir hatten ein sehr gutes Telefongespräch“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj danach auf der Plattform X. Sein Land sei den USA zutiefst dankbar für deren Hilfe – von Abwehrraketen bis zur politischen Unterstützung – und wisse es sehr zu schätzen, „dass Amerika uns bei der Verteidigung unserer Unabhängigkeit beisteht“. Aus dem Kreml hieß es, Trump habe mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine konstruktive Zusammenarbeit beider Großmächte gesprochen.
Seitens der US-Regierung gab es – anders als sonst üblich nach solchen Gesprächen – auch Stunden später noch immer keine Stellungnahme zu den beiden Telefonaten.
Evakuierung vor Trumps Auftritt
Update vom 5. Juli, 6:12 Uhr: Donald Trump hat seine Rede zum 250. Gründungstag der USA in Washington nach einer Unwetterwarnung erst mit deutlicher Verspätung gehalten. Zuvor musste die Festmeile zeitweise geräumt werden, Tausende suchten Schutz in umliegenden Gebäuden.
Trump schrieb kurz nach dem Evakuierungsaufruf auf Truth Social, er werde sprechen, „egal wann“, berichtet die ARD. Nach rund zwei Stunden durften Besucher zurück; die Rede startete laut ARD gegen 23.15 Uhr Ortszeit – knapp zwei Stunden später als geplant.
250 Jahre USA: Trump macht Jubiläum zur MAGA-Kundgebung
Erstmeldung: Donald Trump schwelgt mal wieder in Superlativen. Nichts weniger als die „spektakulärste aller Trump-Kundgebungen“ steht am 4. Juli auf dem Programm. Und gekrönt werden soll die Mega-MAGA-Party mit dem „größten Feuerwerk in der Geschichte“. Die 850.000 Böller sollen dabei von zehn Standorten gleichzeitig abgefeuert werden.
Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA steht ein „Salute to America“-Event auf der National Mall in Washington, D.C. Natürlich wird sich dabei wieder mal alles um Trump drehen. Militärkapellen spielen auf seinen Wunsch hin bekannte Hits, zudem sollen Kampfjets über die US-Hauptstadt donnern. Und er werde „eine Grundsatzrede halten, die ihr nicht verpassen wollt“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social an die Fans seiner MAGA-Bewegung.
250 Jahre USA: Trump feiert sich selbst
Der US-Präsident will auf einer Bühne auf der Nationalpromenade nahe dem Washington-Denkmal reden. Große Teile des Grünstreifens bis zum Kapitol sind für ein Volksfest schon seit Wochen mit Zäunen abgeriegelt. In der US-Hauptstadt gilt die höchste Sicherheitsstufe, Polizei und Nationalgarde sind im Einsatz.
Trump lässt sich dabei auch vom Wetter nicht beirren. Dass eine nie gekannte Hitzeglocke über der Stadt liegt, stört ihn aber wenig. „Übrigens wird es am 4. Juli draußen ungefähr 107 Grad warm“, sagte Trump kurz vor dem Event. Dennoch werde er „eine richtig lange Rede halten – nur um zu zeigen, dass ich zu allem fähig bin“. Bis zu Trumps geplantem Redeantritt am Abend soll die Temperatur von etwa 107 Grad Fahrenheit (41,67 Grad Celsius) um etwa zehn Grad Celsius gefallen sein. Dennoch begünstigen die Bedingungen einen Sonnenstich und Hitzschlag.
250 Jahre USA: Viel Kritik an Trump
Kritische Stimmen werfen Trump vor, das historische Jubiläum für eigene politische Zwecke zu instrumentalisieren. Der ursprünglich von beiden Parteien getragene offizielle Planungsausschuss America250, den der US-Kongress vor mehr als einem Jahrzehnt eingesetzt hatte, wurde faktisch verdrängt – zugunsten der Trump-nahen Initiative Freedom 250.
Die oppositionellen Demokraten werfen Trump vor, die 250-Jahr-Feiern für ein parteipolitisches Spektakel vor den Midterms im November zu nutzen und die US-Geschichte in eine Hochglanzversion „umzuschreiben“. Trump wiederum unterstellt den „Dummokraten“ (auf Englisch: Dumocrats), wie er sie nur noch verächtlich nennt, sie würden die USA „hassen“ und seien „Verräter“.
250 Jahre USA: „Salute to America“ am 4. Juli
Ort: National Mall in Washington, DC
13:00 Uhr Ortszeit: Beginn des Tagesprogramms mit Musik- und Kampfjetsshow
19:00 Uhr Ortszeit: Beginn des Abendprogramms mit einem Auftritt des Joint Armed Forces Orchestra
21:50 Uhr Ortszeit: Trump-Rede
22:30 Uhr oder 23:00 Uhr Ortszeit: Feuerwerk
250 Jahre USA: MAGA-Minister lobt Trump in höchsten Tönen
Verkehrsminister Sean Duffy rühmte Trump beim Auftaktprogramm der „Great American State Fair“ auf der Mall laut Guardian öffentlich als „den größten Präsidenten, der je in diesem Land existiert hat, seit George Washington“ – und schoss dabei gegen „jene Linksidioten, die abgesagt haben“, nachdem mehrere Künstler ihre Teilnahme aus Protest gegen den parteiischen Charakter der Veranstaltungen zurückgezogen hatten.
Das 16-tägige Volksfest auf der National Mall – mit Riesenrad, Militärjets und allen 56 Bundesstaaten und Territorien vertreten – wurde vom Magazin Washingtonian als „spärlich besucht und erschreckend langweilig“ beschrieben. Dem Riesenrad sollen am Eröffnungstag die Lichter ausgegangen sein.
250 Jahre USA: Jubiläum liefert unerwünschte Schlagzeilen
Auch abseits der Programmpläne lieferte das Jubiläum unerwünschte Schlagzeilen: Die für 14,7 Millionen Dollar renovierte Spiegelteichanlage am Lincoln Memorial wurde kurz nach Fertigstellung von einem Algenboom heimgesucht, der das Wasser grell grün verfärbte, während der aufgetragene Farbanstrich zu blättern begann. Trump machte mysteriöse Vandalen für das Debakel verantwortlich und drohte ihnen mit Gefängnisstrafen. Die Aufträge waren ohne Ausschreibung an Unternehmen mit früheren Verbindungen zum Präsidenten vergeben worden.
Bereits zu seinem 80. Geburtstag am 14. Juni hatte Trump die Gemüter gespalten, indem er blutige Käfigkämpfe vor dem Weißen Haus veranstalten ließ – mit Sportlern, die ihn priesen und seine Gegner mit Hohn überzogen. Auch die Fußball-WM nutzt der Präsident für seine Maga-Bewegung, den Siegespokal will er am 19. Juli gemeinsam mit FIFA-Chef Gianni Infantino überreichen. (Quellen: CNN, Guardian, The Hill, USA Today, Washingtonian, Axios, AFP) (cs)