DAX -0,78 % 26.234,67 Pkt 11:47:52 MDAX -1,04 % 32.128,21 Pkt 11:47:55 Euro Stoxx 50 -0,58 % 6.492,41 Pkt 11:47:45 Dow Jones -0,71 % 53.459,78 Pkt 22:42:57 S&P 500 -0,69 % 7.745,06 Pkt 22:42:27 Nasdaq -0,59 % 26.644,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,72 % 4.449,80 USD 11:52:50 Silber -1,51 % 65,13 USD 11:52:45 Brent +0,18 % 91,03 USD 11:52:41 WTI -0,40 % 84,16 USD 11:52:53 Bitcoin -0,68 % 64.070,02 USD 12:02:49 EUR/USD +0,07 % 1,15820 USD 12:01:58 EUR/GBP +0,15 % 0,85570 GBP 12:02:55 EUR/CHF -0,07 % 0,93980 CHF 12:02:55 EUR/JPY +0,28 % 184,799 JPY 12:02:53

Trump kürzt Manöver mit Südkorea

Welt

Der amerikanische Präsident ist «not happy». Einen Abend vor dem Start der jährlichen Militärübungen der USA mit Südkorea am Montag liess er verlauten, dass er die Übungen für zu teuer halte und für eine unnötige Brüskierung Nordkoreas. Mit Kim Jong Un pflege er schliesslich eine «sehr gute Beziehung». Ausserdem habe Seoul sich geweigert, zusammen mit den USA das iranische Nuklearprogramm zu bekämpfen. Trump habe seinem Kriegsminister Pete Hegseth aufgetragen, die Manöver substanziell zurückzufahren. Die Übungen begannen wie geplant am Montag. Die realen Auswirkungen von Trumps Ansage sind vorerst unklar, aber das politische Signal aus Washington ist gesetzt. Trump sucht den Deal mit den Gegenspielern der USA: Nordkorea, Russland, China. Er setzt auf persönliche Diplomatie und ist bereit, dafür an alten Allianzen zu rütteln und die militärische Abschreckung zurückzufahren. Es wäre nicht das erste Mal. Pjongjang bekämpft die Grossmanöver der USA mit Südkorea seit Jahrzehnten. Nach dem Trump-Kim-Gipfel 2018 in Singapur stellten die USA sie ein. Erst 2022 wurden die gemeinsamen Übungen wieder deutlich ausgeweitet. Möglicherweise sind Trumps jüngste Aussagen ein Angebot an Kim Jong Un, um ihn zu einem Treffen zu bewegen. Deals, Deals, Deals – auch bei Taiwan? Doch auch nach Peking sendet Trump damit ein Signal: Alles ist verhandelbar. Peking wird versuchen, auszuloten, was für Trump bei Taiwan alles aushandelbar ist. Die Führungsspitze in Peking wird sich darin bestätigt sehen, dass der amerikanische Präsident sogar bereit ist, die militärische Zusammenarbeit mit einem Verbündeten zurückzufahren, wenn er sich davon mit einem Gegner einen diplomatischen Durchbruch erhofft. Seit Monaten hält Trump ein geplantes Waffenpaket von rund 14 Milliarden Dollar für Taiwan zurück. Nach seinem Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping im Mai bezeichnete Trump den Verkauf ausdrücklich als «negotiating chip» – Verhandlungssache. Ende September steht der geplante Gegenbesuch Xis in den USA an. Pekings Sorge wegen Nordkorea wächst Auf den ersten Blick wäre es für Peking von Vorteil, wenn die USA ihre militärische Zusammenarbeit mit Südkorea reduzierten. Aber längerfristig sieht sich China mit ernsthaften Sicherheitsrisiken konfrontiert. Bemerkenswert knapp und verhalten äusserte sich ein Sprecher des Aussenministeriums am Montag zu Trumps Aussagen. Frieden und Stabilität sowie eine politische Lösung der Korea-Frage lägen im gemeinsamen Interesse aller Seiten, hiess es nur. Sollte es Trump aber tatsächlich gelingen, direkt mit Kim zu verhandeln, würde das in Peking kritisch gesehen. Schon 2018 wurde die Partei- und Staatsführung nervös und fürchtete, aus den Verhandlungen über die koreanische Halbinsel ausgeschlossen zu werden. Heute ist Kim weniger abhängig von China als damals. Die enge militärische Zusammenarbeit mit Russland hat Nordkorea gestärkt. Pjongjang sendet Soldaten, Waffen und Munition, gewinnt dafür wertvolle Erfahrung in moderner Kriegsführung und erhält vermutlich Hilfe aus Moskau bei Militärtechnologie. China verliert zunehmend Einfluss und damit auch die Kontrolle über Nordkorea. In der Vergangenheit konnte Peking Pjongjang noch bremsen. Aber nun wächst das Eskalationspotenzial auf der nordkoreanischen Halbinsel: Nordkorea könne inzwischen jährlich mindestens fünf Atombomben herstellen, schätzen Beobachter. Asiatisches Aufrüsten Japan und Südkorea reagieren auf die wachsende Bedrohung mit mehr Aufrüstung. Die Zweifel an der Verlässlichkeit der USA verstärken diesen Druck noch: Wenn Washington weniger Schutz garantiert, müssen die Verbündeten mehr für ihre eigene Verteidigung tun. Vor allem in Südkorea, aber zunehmend auch in Japan wird deshalb über eine stärkere nukleare Absicherung diskutiert. Sollte es auf der nordkoreanischen Halbinsel tatsächlich zu einer Sicherheitskrise kommen, könnte dies ausgerechnet jene Entwicklung beschleunigen, die Peking verhindern will: Japan, Südkorea und die USA würden militärisch wieder enger zusammenrücken. Was Peking will, ist Stabilität und Berechenbarkeit. Was droht, ist eine stärker bewaffnete und unsicherere Region.

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