Trump meldet „Energie-Waffenruhe“ im Ukraine-Krieg
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Trump meldet „Energie-Waffenruhe“ im Ukraine-Krieg – Selenskyj und Russland wussten von nichts
Von: Sebastian Richter, Bedrettin Bölükbasi
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Donald Trump verkündet schon wieder eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg. Selenskyj zeigt sich überrascht – und Russland schickt wohl weitere Drohnen.
Update, 20:51 Uhr: Auch Russland war offenbar nicht in Trumps Pläne zur „Energie-Waffenruhe“ eingeweiht. Das ukrainische Portal UNN berichtete am Abend, ein wichtiges Mitglied der russischen Staatsduma wusste im Vorfeld nichts von der Vereinbarung.
Konkret geht es um Igor Ananskikh, stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Energieausschusses. Gegenüber dem Nachrichtenportal stellte er „die Glaubwürdigkeit der Aussagen des US-Präsidenten in Frage“, wie UNN berichtet. „Wir alle wissen, dass Trump oft versucht, steigende Ölpreise zu verhindern. Sogenannte verbale Interventionen. Ich weiß nicht, wie viel davon der Realität entspricht“, zitiert ihn das Portal. Donald Trump kämpft aktuell innenpolitisch gegen die hohen Spritpreise. Auch sein „Diesel-Deal“ sorgte am Wochenende für Furore.
Update, 20:25 Uhr: Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu einer „Energie-Waffenruhe“ Energieanlagen in der Ukraine angegriffen. „Die Russen haben ein Kraftwerk in Kiew mit einer Schahed-Drohne angegriffen“, schrieb Selenskyj am Sonntagabend in Online-Netzwerken. Später habe es noch weitere Angriffe auf Energieanlagen in der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine gegeben.
„Und all das geschah, NACHDEM der Präsident der Vereinigten Staaten seine Erklärung zu einer Energie-Waffenruhe abgegeben hatte“, fügte Selenskyj hinzu.
Nach seinem Diesel-Deal mit Russland und einem heftigen Schlagabtausch mit Selenskyj hatte Trump am Sonntag eine angebliche „Energie-Waffenruhe“ zwischen Kiew und Moskau verkündet. Beide Länder hätten zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen, erklärte Trump. Die „Energie-Waffenruhe“ trete mit „sofortiger Wirkung“ in Kraft. Weitere Details nannte er zunächst nicht.
Trump verkündet „Energie-Waffenruhe“ im Ukraine-Krieg – Selenskyj wusste von nichts
Update von 18:14 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erfuhr von der „Energie-Waffenruhe“ offenbar aus den Medien. Gegenüber dem US-Portal Axios sagte Selenskyj, die Vereinbarung sei „ihm neu“. Allerdings werde die Ukraine zustimmen – solange Russland zustimmt. „Falls Präsident Trump dieses Abkommen mit Putin ausgehandelt hat, so sagt uns bitte, wann der Waffenstillstand in Kraft tritt. Wir sind bereit und werden ihn akzeptieren“, sagte Selenskyj.
Auf der Plattform X teilte Selenskyj später mit, dass er mit Mark Carney (kanadischer Premierminister), Alex Stubb (finnischer Präsident) und Mark Rutte (NATO-Generalsekretär) die „Energie-Waffenruhe“ besprochen hätte. Demnach warte Kiew noch auf Details von amerikanischer Seite. Von der Ukraine gebe es volle Unterstützung für „Schritte der Deeskalation, den Schutz von Leben, die notwendigen Entscheidungen, den Krieg zu beenden und dauerhaften Frieden zu sichern“.
Erstmeldung von Sonntag, 11. Oktober, 16:44 Uhr: Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen. Mit „sofortiger Wirkung“ gelte eine „Energie-Waffenruhe“ im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht.
Ukraine-Krieg: Trump behauptet erneut Energie-Waffenstillstand
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor im Onlinedienst X erklärt, die Ukraine seit bereit, ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien zu stoppen, „wenn Russland aufhört, unsere Energie-Infrastruktur anzugreifen“. Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen als Reaktion auf die ständigen russischen Luftangriffe unter anderem Ölanlagen in Russland attackiert. Trump hatte dies wiederholt kritisiert.
Trumps neue Attacke gegen Selenskyj: US-Präsident fordert neuen Staatschef für die Ukraine
Am Freitag hatte Trump dann eine Einigung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verkündet, wonach Russland trotz der wegen des Ukraine-Kriegs verhängten internationalen Sanktionen hunderttausende Tonnen Dieselkraftstoff für die USA und den Weltmarkt liefern soll. Trump hat schon in der Vergangenheit mehrmals behauptet, dass Russland und die Ukraine sich auf einen Energie-Waffenstillstand geeinigt hätten. Dies wurde jedoch entweder von beiden Seiten dementiert oder hielt nur für eine kurze Zeit.