Trump nannte sie „verrückte Irre“: Richterin bekommt Morddrohungen, weil sie Golfplatzpläne in Washington bremst
Nachdem US-Präsident Donald Trump sie als „völlig verrückte Irre“ bezeichnet hatte, wird US-Bezirksrichterin Ana C. Reyes mit dem Tode bedroht. „So sieht es jetzt aus. Eine Richterin erhält Morddrohungen wegen eines Golfplatzes. Ich glaube kaum, dass die Gründerväter sich das so vorgestellt haben“, sagte Reyes in einer gerichtlichen Anhörung am Montag. Das berichtet die „Washington Post“.
Hintergrund ist ein juristischer Streit um einen Golfplatz in der US-Hauptstadt Washington. Trump, der offenbar mit den Krisen der Welt und in den USA nicht ausgelastet ist, plant weitreichende Änderungen an der jetzigen Gestaltung des East-Potomac-Golfplatzes.
Unter anderem soll der geplante 18-Loch-Platz auf einer Insel am Fluss Potomac künftig nicht mehr sichtbar von Wegen umgeben sein. Bislang sind rund um die Anlage häufig Radfahrer oder Angler anzutreffen. Der Golfplatz, der seit mehr als einem Jahrhundert in Betrieb ist, sei „alt, kaputt, verfallen“, beklagte Trump bei TruthSocial. Auf der Anlage befänden sich „umstürzende, gefährliche und von Krankheiten befallene Bäume“. Die Mauer am Ufer des Potomac breche zusammen und sei „gefährlich“.
Die Arbeiten an dem neuen Projekt sollen laut Trump am 15. November beginnen und 15 Monate dauern. Nach Abschluss der Arbeiten werde der Golfplatz so gestaltet sein, dass dort international bedeutende Turniere ausgerichtet werden könnten, schrieb Trump.
Richter durchkreuzt Pläne
Richterin Reyes hatte Trumps Pläne für eine Umgestaltung durchkreuzt und nach der Fällung hunderter Bäume weitere Abholzungen auf der Anlage untersagt. Daraufhin bekam Reyes anonyme, bedrohliche E-Mails und Sprachnachrichten mit Gewaltandrohungen.
Sie verfügte, dass Trumps Regierung jede weitere „nicht behebbare Veränderung“ auf dem East-Potomac-Golfplatz drei Werktage im Voraus anzeigen müsse. Umweltschützer hatten nach der Fällung von rund 500 Bäumen auf dem Gelände Alarm geschlagen.
Demokraten werfen Trump Geldverschwendung vor
Trump ist ein leidenschaftlicher Golfspieler. Der ehemalige Immobilienentwickler hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 bereits mehrere Bau- und Sanierungsprojekte auf den Weg gebracht, um Washington seine Handschrift aufzudrücken. Eigenen Aussagen zufolge möchte er der von seinen Vorgängern vernachlässigten Hauptstadt wieder zu mehr Glanz verhelfen.