Trump, Netanjahu und Merz im Visier: Große Zeitung im Iran fordert Rache und zeigt den Kanzler in Häftlingskleidung
Die Lage im Nahen Osten beruhigt sich nicht. Seit Tagen gibt es wechselseitige Angriffe der USA und des Iran. US-Präsident Donald Trump erklärte gerade die Waffenruhe für beendet, gleichzeitig halten beide Seiten die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung am Leben. Die heikle Lage wird befeuert durch angebliche Attentatspläne des Regimes in Teheran, über die der Republikaner mehrfach berichtete. Trump hatte am Mittwoch gesagt, der Iran trachte ihm nach dem Leben. „Ich bin Nummer eins auf der Todesliste“, sagte er. Am Samstag hatte dann Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei „Rache“ für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei bei den US-israelischen Angriffen direkt zu Kriegsbeginn Ende Februar angkündigt. Jetzt fährt Teheran die Propaganda-Maschine weiter hoch und setzt dazu die gesteuerten Medien des Landes ein. Eine Tageszeitung im Iran veröffentlichte am Sonntag online eine Darstellung mit Racheaufrufen gegen Politiker aus dem Westen, wie die Agentur dpa zuerst berichtete. Die Zeitung gilt als eine der auflagenstärksten des Landes. Sie wird von der Stadtverwaltung Teheran herausgegeben und hat eine Auflage von etwa 400.000 Stück. Auf ihrer Website publizierte das Blatt „Hamshahri“ (übersetzt: „Die Mitbürger“) aus der Hauptstadt Teheran eine Collage, die Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mit einem Fadenkreuz auf der Stirn zeigt. Auf Persisch steht darüber: „Widerstandsfront. Rache ist unvermeidlich. Die Verbrecher werden den Wunsch nach dem Tod mit sich tragen.“ Auf der Infografik sind zudem die Köpfe europäischer Regierungschefs zu sehen, allesamt in orangefarbenen Shirts, wie sie für US-Häftlinge typisch sind. Unter ihnen ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Während der landesweiten Proteste im Iran hatte Merz im Januar erklärt, das Regime sei „faktisch am Ende“ und er rechne mit dessen baldigem Sturz. Merz ist in der Collage in einer Reihe mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem jüngst zurückgetretenen britischen Premier Keir Starmer (r.) zu sehen. Abgebildet sind insgesamt 13 Personen, darunter auch noch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und US-Außenminister Marco Rubio sowie die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. „Eine Liste derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten müssen“, betitelt die Zeitung den Onlineartikel. „Die Verbrecher werden den Wunsch nach einem ruhigen Tod mit ins Grab nehmen“, heißt es in der Grafik. Das frühere iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei war vor dem Wochenende mehr als vier Monate nach seiner Tötung im Imam-Resa-Schrein seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestattet worden, wie mehrere iranische Medien der dpa zufolge übereinstimmend berichteten. Die Trauerzeremonien liefen rund eine Woche. Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden. Mehr als fünf Wochen lang führten die USA und Israel daraufhin Krieg gegen den Iran, bis Anfang April eine Waffenruhe vereinbart wurde. Zum neuen Staatsoberhaupt im Iran wurde Chameneis Sohn Modschtaba ernannt. Er soll bei den Angriffen schwer verletzt worden sein und trat öffentlich seither nicht auf. Mehrere Verlautbarungen wie die vom Samstag werden allerdings ihm zugeschrieben. Hinweis: Der persische Text in „Hamshahri“ wurde mit KI übersetzt. In einer ersten Version hieß es zudem, dass Emmanuel Macron französischer Ministerpräsident ist. Das ist falsch: Macron ist Frankreichs Präsident. Wir haben das geändert.