Trump plant Diesel-Exportstopp - das hätte wohl „verheerende Folgen” in der EU
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Trump plant Diesel-Exportstopp – das hätte wohl „verheerende Folgen” in der EU
Von: Richard Strobl
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Donald Trumps USA prüfen einen Export-Stopp für Diesel. Das hätte auch in der EU und Deutschland Effekte, warnen Experten.
Washington – Donald Trump steht vor den Midterm-Wahlen in den USA unter Druck. Die hohen Spritpreise sind ihm ein Dorn im Auge. Deshalb prüft man in Washington nun den Ausfuhr-Stopp von Diesel. Das hätte wohl auch Folgen an den Zapfsäulen in Europa, warnen Experten.
„Ich habe gesagt, lasst uns den Diesel nicht ausführen“, sagte Donald Trump am Dienstag am Rande der UN‑Generaldebatte in New York. Das könnte auch „ein wenig Auswirkungen“ auf den Preis bei Benzin haben, so die These des US-Präsidenten. Hintergrund: In den USA kostet Benzin aktuell fast 50 Prozent mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs. US-Finanzminister Scott Bessent prüft den Schritt nun. Möglich sei sowohl ein totaler, wie auch ein Teil-Stopp der Ausfuhren.
„Verheerende Folgen“ an Zapfsäulen in Europa: Trumps Diesel-Plan sorgt für Aufsehen
„Ein US-Exportverbot hätte verheerende Auswirkungen auf die Dieselversorgung in Europa, das Schwierigkeiten hätte, die Lieferungen zu ersetzen“, ordnet Diesel-Experte beim Preisinfo-Dienst Argus Media, Josh Michalowski, gegenüber OVB ein. Da Europa knapp 70 Prozent seines Diesels selbst produziere, würde der Kraftstoff wohl nicht knapp werden, erklärt er weiter, aber: Die Preise an den Zapfsäulen könnten noch einmal drastisch steigen. Das diesjährige Allzeithoch bei den Dieselpreisen könnte noch einmal deutlich überschritten werden, so der US-Experte.
Das wäre eine wirklich schlechte Entscheidung dieser Regierung
Und auch in der Öl-Branche selbst sorgt die Trump-Ankündigung für Unruhe. Laut Argus Media distanzierten sich führende Vertreter aus den USA sofort von der Idee. Demnach befürchtet man auch „verheerende Folgen für die Branche“. Der Hintergrund: Die USA exportierten laut US-Energiebehörde EIA 2025 knapp 1,1 Millionen Barrel Diesel pro Tag. Bei einem Export-Stopp befürchten die Raffinerien, dass ihre Lagerkapazitäten in wenigen Wochen erschöpft seien. Das würde zu flächendeckenden Produktionskürzungen führen und die Kraftstoffpreise in den USA und im Ausland weiter in die Höhe treiben.
Stoppt Trump den Diesel-Export? Selbst US-Energieminister tritt auf die Bremse
Somit sei der Schritt keine langfristige Lösung für die hohen Treibstoffkosten, heißt es von Kritikern. „Das wäre eine wirklich schlechte Entscheidung dieser Regierung“, zitiert das Info-Portal Mike Sommers, Geschäftsführer des American Petroleum Institutes. In der US-Branche hofft man jetzt darauf, dass Trumps Berater ihm die Idee wieder ausreden können.
Die Hoffnung ist nicht ganz unbegründet. US-Energieminister Chris Wright sagte dem Bericht nach am Mittwoch, also nach Trumps Ankündigung, dass die US-Regierung wohl eher keinen Exportstopp durchsetzen werde. Stattdessen hält Wright aktuell „Anpassungen beim Dieselpreis“ für wahrscheinlicher.
Allerdings könnte Trump ein gefährliches Spiel rund um die Midterm-Wahlen spielen. Tom Pyle von der NGO American Energy Alliance ordnet bei Argus Media ein, dass ein Esportstopp die Dieselpreise in den USA tatsächlich kurzfristig senken könnte. Anschließend würden die Preise, wegen der Produktionskürzungen, dann aber steigen. (Verwendete Quellen: OVB, Argus Media, CNN, dpa, afp) (rjs)