Trump-Sprecherin geht: Drei Auftritte Karoline Leavitts, die in Erinnerung bleiben
Karoline Leavitt legt ihr Amt als Pressesprecherin des Weißen Hauses nach anderthalb Jahren nieder. Die Aufgabe sei „die größte Ehre und das größte Abenteuer“ ihres Lebens gewesen, schrieb die Achtundzwanzigjährige am Mittwoch (Ortszeit) auf der Plattform X. Ihren Abgang zum Ende des Monats begründete sie damit, mehr Zeit für ihre Familie haben zu wollen. Leavitt hat vor Kurzem ihr zweites Kind bekommen. Sie ist die jüngste Person in der Geschichte der Vereinigten Staaten, die dieses Amt übernahm. Präsident Trump teilte mit, er könne die Entscheidung „voll und ganz verstehen“. Leavitt werde künftig zu seinen wichtigsten externen Beratern gehören und eine einflussreiche Stimme innerhalb der Republikanischen Partei bleiben. In der Vergangenheit hatte der Präsident einmal über Leavitt gesagt, ihre Lippen würden sich „wie ein Maschinengewehr bewegen“. Er versprach sogar, sie „niemals“ zu ersetzen. Externer Inhalt von Twitter Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf. USA) verarbeitet werden. Weitere Informationen . Als Trumps Pressesprecherin äußerte Leavitt häufig ihre Geringschätzung gegenüber den etablierten Medien. Regelmäßig griff sie Berichte an, die Trump und seine Politik kritisch begleiteten, und übernahm häufig die Falschbehauptungen des Präsidenten. Am Rednerpult des Weißen Hauses lieferte sie sich immer wieder Wortgefechte mit Journalisten. Drei Auftritte blieben dabei besonders in Erinnerung. Als Leavitt es bereute, AP das Wort erteilt zu haben Bei einer Pressekonferenz im März 2025 lieferten sich Leavitt und Josh Boak, Reporter der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), einen Schlagabtausch. Thema war Trumps Zollpolitik und damit verbundene finanzielle Belastungen für die amerikanische Bevölkerung. Boak wollte wissen, warum Trump „Steuererhöhungen in Form von Zöllen“ in Kauf nehme, anstatt die Steuersenkungen umzusetzen, die er im Wahlkampf versprochen hatte. Leavitt widersprach: „Er führt keine Steuererhöhungen ein. Zölle sind eine Steuer auf ausländische Länder, die uns – wieder einmal – ausgenutzt haben.“ Zölle seien vielmehr „eine Steuersenkung für die amerikanische Bevölkerung“, und der Präsident setze sich entschieden dafür ein. Boak erwiderte: „Entschuldigung, haben Sie schon einmal einen Zoll bezahlt? Ich schon. Die Zölle werden nicht ausländischen Unternehmen in Rechnung gestellt, sondern den Importeuren.“ Leavitt entgegnete, Zölle seien letztlich zum Vorteil der amerikanischen Bevölkerung. Externer Inhalt von Youtube Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf. USA) verarbeitet werden. Weitere Informationen . Dann sagte sie: „Ich finde es beleidigend, dass Sie versuchen, meine wirtschaftlichen Kenntnisse und die Entscheidung dieses Präsidenten infrage zu stellen“, sagte sie. „Jetzt bereue ich, AP überhaupt die Möglichkeit gegeben zu haben, eine Frage zu stellen.“ Als Leavitt eine Pressekonferenz abrupt beendete Im Februar dieses Jahres beendete Leavitt eine Pressekonferenz im Weißen Haus abrupt, nachdem ein Journalist danach gefragt hatte, ob die Regierung noch hinter Handelsminister Howard Lutnick stehe. Anlass waren Lutnicks Aussagen vor einem Senatsausschuss, er habe 2012 die Privatinsel des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein besucht. Zuvor hatte er erklärt, seine Beziehung zu Epstein bereits Jahre zuvor beendet zu haben. Leavitt bezeichnete Lutnick als „sehr wichtiges Mitglied in Trumps Team“ und erklärte, der Präsident stehe „voll und ganz“ hinter ihm. Zugleich kritisierte sie die Journalisten im Pressesaal dafür, immer wieder dasselbe Thema anzusprechen, und verwies stattdessen auf mehrere Regierungserfolge, darunter die Entwicklung an den Aktienmärkten. Externer Inhalt von Youtube Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf. USA) verarbeitet werden. Weitere Informationen . Zum Abschluss sagte sie: „Also, wir kommen jetzt wieder zur Sache. Der Präsident ist heute sehr beschäftigt, und morgen werden Sie ihn bei der Veranstaltung im East Room zu sehen bekommen, wo er für die Energiepolitik seiner Regierung wirbt.“ Dann verließ sie das Podium. Als Leavitt einen Journalisten als linken Aktivisten bezeichnete Bei einer Pressekonferenz im Januar fragte der Kolumnist Niall Stanage von der Zeitung „The Hill“ Leavitt nach den Methoden der Einwanderungsbehörde ICE. Er verwies auf eine Aussage der damaligen Heimatschutzministerin Kristi Noem, die ICE-Beamten würden „alles richtig machen“, außerdem auf Statistiken zu Todesfällen in ICE-Gewahrsam und Festnahmen durch die Behörde. Er sprach auch den Tod von Renee Nicole Good an, die eine Woche zuvor von einem ICE-Beamten in Minneapolis erschossen worden war. Auf Stanages Frage, wie sich diese Vorfälle mit der Behauptung vereinbaren ließen, ICE mache alles richtig, entgegnete Leavitt: „Warum wurde Renee Good bedauerlicherweise und tragischerweise getötet?“ Als Stanage nachfragte, ob sie seine persönliche Einschätzung hören wolle, bejahte Leavitt dies. Er antwortete: „Weil ein ICE-Beamter rücksichtslos gehandelt und sie zu Unrecht getötet hat.“ Externer Inhalt von Youtube Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf. USA) verarbeitet werden. Weitere Informationen . Daraufhin sagte Leavitt: „Sie sind ein voreingenommener Journalist mit einer linksgerichteten Meinung. Sie sind ein linkes Sprachrohr. Sie sind kein Reporter, sondern geben sich hier als Journalist aus. Das zeigt sich ganz deutlich an der Grundlage Ihrer Frage. Sie und andere Medienvertreter mit solchen Vorurteilen sollten nicht so tun, als seien Sie Journalisten – Sie sollten überhaupt nicht auf diesem Platz sitzen.“ Sie fügte hinzu: „Sie geben vor, Journalist zu sein, aber Sie sind ein linksgerichteter Aktivist. Ihre Frage und Ihre Antwort beweisen, dass Sie voreingenommen sind. Sie sollten über die Fakten berichten.“