„Trump taumelt und scheitert“ - Experte sieht Präsidentschaft zerfallen
Startseite Politik „Trump taumelt und scheitert“ – Experte sieht Präsidentschaft zerfallen Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Ein US-Experte sieht Trumps Präsidentschaft an ihren eigenen Versprechen zerbrechen. Washington – Donald Trump inszeniert sich gern als starken und erfolgreichen Präsidenten. Doch der US-Politikexperte Bruce Wolpe sieht dieses Bild inzwischen zerbrechen. Der Republikaner verfüge zwar über nahezu uneingeschränkte Macht, könne seine außenpolitischen Versprechen aber nicht einlösen. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. „Trump taumelt und scheitert“, schreibt Wolpe in einer Analyse für die australische Tageszeitung The Sydney Morning Herald. Für ihn hat eine neue Phase begonnen: die Demontage von Trumps zweiter Präsidentschaft. Als deutlichstes Beispiel nennt der frühere Mitarbeiter des US-Kongresses den Krieg gegen den Iran. Trump habe einen schnellen Erfolg angekündigt, doch der Konflikt dauere inzwischen sechs Monate. Laut Wolpe, der inzwischen als Wissenschaftler am United States Studies Centre der University of Sydney arbeitet, schwankt der Präsident zwischen neuen Verhandlungen und weiteren massiven Angriffen. Trump steckt im Iran-Krieg fest Noch am 28. Februar hatte Trump den Amerikanern eine umfassende Militäroperation angekündigt. Irans Streitkräfte sollten zerstört und das Atomprogramm beendet werden. Zugleich rief er die iranische Bevölkerung dazu auf, die politische Führung des Landes zu stürzen. Keines dieser Ziele sei bislang erreicht worden, urteilt Wolpe. „Alle Ziele Trumps sind bis heute gescheitert“, schreibt der Experte. Das Regime in Teheran sei härter geworden, der Iran militärisch nicht besiegt. Auch sein Nuklearmaterial habe das Land nicht aufgegeben. Stattdessen habe die iranische Führung die Straße von Hormus unter ihre Kontrolle gebracht. Iranische Raketen hätten den Krieg zudem auf weitere Golfstaaten ausgeweitet. Nach Wolpes Darstellung hatte Trump beide Entwicklungen nicht vorhergesehen. Trump selbst zeigte zuletzt erneut widersprüchliche Signale. Vor seinem Kabinett verlangte er laut dem Beitrag eine Kapitulation des Iran und drohte mit harten Schlägen. Am Wochenende sprach er dann von vereinbarten Eckpunkten für einen möglichen Deal. Dazu sollten die vollständige Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende der iranischen Atomgefahr gehören. Wolpe sieht eine Serie außenpolitischer Rückschläge Auch an anderen Konflikten macht der Experte seine Kritik fest. Trump habe den Ukraine-Krieg nicht beendet und eine zunächst zugesagte Lieferung von Patriot-Technologie wieder eingeschränkt. Für den Gazastreifen habe er eine Entwaffnung der Hamas und eine neue Verwaltung verkündet. Auch Israel sollte sich aus dem Gebiet zurückziehen. Weder Israel noch die Hamas hätten den Bedingungen jedoch zugestimmt. Ein angekündigtes Atomabkommen mit Saudi-Arabien liege ebenfalls auf Eis. Trump habe nachträglich verlangt, dass das Königreich Israel anerkenne und den Abraham-Abkommen beitrete. Amerikas Verbündete sähen inzwischen die Gefahr einer strategischen Niederlage Washingtons, schreibt Wolpe. Sein Urteil fällt scharf aus: „Die Vereinigten Staaten haben ihre Führungsrolle in der freien Welt verloren.“ Auch innenpolitisch ist Trump belastet Innenpolitisch belaste Trump zudem seine niedrige Zustimmung. Wolpe zufolge war zu diesem Zeitpunkt einer zweiten Amtszeit nur Richard Nixon noch unbeliebter – kurz vor dessen Rücktritt wegen der Watergate-Affäre. Im aktuellen Umfrageschnitt von CNN billigen nur 36 Prozent Trumps Amtsführung, 64 Prozent lehnen sie ab. Viele Wähler hätten den Eindruck, Trump kümmere sich zu wenig um die Probleme im eigenen Land, so Wolpe. Stattdessen lasse Trump seinen Namen auf Pässe, Flughäfen und Regierungsgebäude setzen. Von mächtigen Unternehmen habe er mehr als 800 Millionen Dollar, umgerechnet rund 696 Millionen Euro, zur Unterstützung seiner Agenda eingesammelt. Ein mit FIFA-Präsident Gianni Infantino und Mitgliedern der Trump-Familie verbundenes Geschäft über 20 Milliarden Dollar sei innerhalb von 72 Stunden gescheitert. Zudem verkaufe Trump für 100.000 Dollar im Monat frühen Zugang zu Beiträgen auf „Truth Social“, die häufig Finanzmärkte bewegten. Das Modell „riecht nach Insiderhandel“, schreibt Wolpe. Kongresswahl könnte Trump weiter schwächen In einer früheren Analyse schrieb Wolpe, Trump kontrolliere zwar die Republikaner, entferne sich mit Prestigeprojekten und Inszenierungen aber zunehmend von den Sorgen der Wähler und verliere Zeit für wirtschaftspolitischen Wahlkampf. Bei den Zwischenwahlen im November droht den Republikanern nach Ansicht des Autors nun ein Rückschlag. Fachleute erwarteten derzeit einen knappen Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus. Im Senat könnte Trumps Kampagne gegen angebliche „Kommunisten“ und „linksradikale Extremisten“ den Demokraten allerdings wichtige Stimmen kosten.