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Trump verbannt deutsche Roboter: „Arbeitsplätze werden in den USA entstehen, nicht in Deutschland“

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Trump verbannt deutsche Roboter: „Arbeitsplätze werden in den USA entstehen, nicht in Deutschland“

Von: Stefan Laurin

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Nachdem Deutschland bei der KI-Entwicklung abgehängt ist, sind humanoide Roboter „Made in Germany“ die große Hoffnung für die Hightech-Zukunft des Landes. Doch US-Zulassungsbeschränkungen könnten die Euphorie beenden.

Nachdem das bayerische Unternehmen Kuka 1973 in die Produktion von Robotern einstieg und sich schnell zu einem der weltweit führenden Hersteller entwickelte, war Deutschland beim Einsatz von Industrierobotern spitze. Die Zeiten sind vorbei. In Asien, hauptsächlich in China, werden längst mehr Roboter in Fabriken installiert als in Europa, und Kuka, technologisch immer noch top, gehört seit 2016 dem chinesischen Haushaltsgerätekonzern Midea.

Doch nun werden in der Branche die Karten neu gemischt: In Zukunft werden Roboter mehr als automatische Greifarme und Schweißgeräte sein. Die Roboter, die in Zukunft immer häufiger erst in der Industrie und später dann auf Baustellen und im Haushalt eingesetzt werden, ähneln Menschen: Sie haben Beine, Arme und Hände. Kameras ersetzen die Augen und sie sind mit großen KI-Modellen verbunden. Sie werden von Jahr zu Jahr geschickter und schneller. Bei den humanoiden Robotern gehören auch deutsche Unternehmen zur Weltspitze, und die Industrie setzt auf die cleveren neuen Super-Robbis: Das erst 2019 gegründete Unternehmen Neura Robotics aus dem schwäbischen Metzingen konnte im Juni Investitionen in Höhe von bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar einwerben und auch das Traditionsunternehmen Schaeffler ist dabei.

USA verbannen deutsche Roboter: „Arbeitsplätze werden in den USA entstehen, nicht in Deutschland“

Der Markt, um den es geht, ist gigantisch: Die US-Investmentbank Morgan Stanley hält bis 2050 ein Marktvolumen von rund fünf Billionen Dollar für möglich. Dann könnten weltweit fast eine Milliarde humanoide Roboter im Einsatz sein. Zwar dominiert auch bei den Robotern weltweit China, doch die deutschen Hersteller wollen einen Anteil an diesem großen Kuchen. Das könnte schwierig werden, denn die USA wollen Roboter ausländischer Hersteller nur noch in Ausnahmefällen zulassen.

Nach einer am 27. Juli von der staatlichen Federal Communications Commission (FCC) veröffentlichten „Nationalen Sicherheitsbewertung zur Bedrohung durch im Ausland hergestellte hochentwickelte Roboter“ sollen künftig intelligente Roboter, die sich bewegen und sehen können und mehr als zwei Kilogramm wiegen, nicht mehr in die USA eingeführt werden dürfen, wenn nicht zwei Drittel ihrer Bauteile aus Amerika kommen. Die FCC begründet die Maßnahme mit der nationalen Sicherheit und dem politischen Ziel der Reindustrialisierung. Moderne Saugroboter mit Kameras sind von der Regelung ebenso betroffen wie humanoide Roboter. Die USA setzen auf technologische Souveränität und beabsichtigen, sich vor China zu schützen. Zu den Opfern könnten aber auch Unternehmen aus der EU gehören, mit denen die USA im Rahmen der Pax Silica eigentlich vereinbart haben, auf diesem Gebiet zu kooperieren.

„Wer schon in den USA produziert, wird sich an die neuen Gegebenheiten anpassen“

Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des Fachverbands Robotik und Automation beim Branchenverband der deutschen und europäischen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), sieht die Entwicklung mit Sorge. Auf Anfrage des Münchner Merkur von Ippen.Media sagte Schwarzkopf, das Importverbot stelle viele deutsche und europäische Hersteller, die mobile Roboter in die USA exportieren, vor ernsthafte Schwierigkeiten: „Wer schon in den USA produziert oder die Chance hat, eine Produktion dort aufzubauen, wird sich an die neuen Gegebenheiten anpassen können. Für andere Unternehmen könnte das den Verlust des Marktzugangs in die USA bedeuten.“ Die nationale Sicherheit sei ein wichtiges Ziel, doch der eingeschlagene Weg sei falsch: „Es handelt sich tatsächlich um eine protektionistische Maßnahme.“ Deshalb ergreifen die USA nun Maßnahmen, die die Hersteller dazu zwingen, in den USA zu produzieren: „Arbeitsplätze werden dann in den USA entstehen, nicht in Deutschland.“

Für Neura Robotics sind die USA ein wichtiger Wachstumsmarkt. „Wir beobachten die allgemeinen regulatorischen Entwicklungen und sind auf alle Situationen vorbereitet.“ Das Unternehmen nehme die Entscheidung der FCC zur Kenntnis und prüfe, ob sich daraus Implikationen für Neura ergeben. Lässiger sieht man es bei Schaeffler: Auf Anfrage teilt das Unternehmen mit, man sei in allen wichtigen Weltregionen vertreten, in denen die humanoide Robotik eine bedeutende Rolle spielen werde, und kooperiere mit zahlreichen Humanoid-Herstellern weltweit. Schaeffler habe verschiedene Gesellschaften gegründet, die es ihm ermöglichen, lokale Marktanforderungen und regulatorische Rahmenbedingungen effektiv zu erfüllen.

Der VDMA ist weniger entspannt und erwartet von der EU und der Bundesregierung, dass sie die neuen US-Beschränkungen schnell mit ihren amerikanischen Partnern besprechen, deren Auswirkungen prüfen und bei Bedarf auch mit koordinierten Maßnahmen reagieren. „KI-basierte Robotik ist eine der zentralen Säulen der Hightech Agenda Deutschland“, antwortet das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage. Die Sorgen der Unternehmen nähme man ernst: „Die Bundesregierung steht zum weiteren Vorgehen in Kontakt mit der EU-Kommission, um die negativen Auswirkungen auf deutsche und europäische Hersteller so gering wie möglich zu halten.“ Ob die Trump-Administration das möglich machen wird, bleibt abzuwarten. (Quellen: Anfragen)

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