Trump verkündet Abkommen: Hamas stimmt Entwaffnung im Gazastreifen zu - wie reagiert Israel?
Die islamistische Hamas hat laut US-Kreisen, Quellen aus dem umstrittenen Friedensrat und einem BBC-Bericht einer Entwaffnung und der Entmilitarisierung des Gazastreifens zugestimmt. Über Vermittler habe die Hamas „dem finalen Text des Zeitplans zugestimmt, wie er ihnen in unserer letzten Vermittlungssitzung vorgelegt wurde“, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dies schließe auch einen Artikel ein, der „die vollständige Entwaffnung“ beinhalte. Ein hochrangiger Hamas-Offizieller bestätigte dies der britischen BBC. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump verkündet, dass der von den USA initiierte Friedensrat eine Vereinbarung zur „vollständigen Entwaffnung“ der islamistischen Hamas im Gazastreifen erzielt habe. In den kommenden Wochen müssten weitere Details ausgearbeitet werden, hieß es nun den Quellen zufolge weiter. „Ich denke, wir können in den nächsten ein bis zwei Monaten Fortschritte sehen“, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter. Eine andere Quelle aus Kreisen des Friedensrates stellte für das gesamte Vorhaben einen Zeithorizont von „200 bis 350 Tagen“ in Aussicht. Genauere Angaben könnten erst dann gemacht werden, sobald „ein Zeitplan für jede Phase“ vereinbart worden sei. „Dieses Abkommen ist ein entscheidender Schritt hin dazu, dass der Gazastreifen endlich von einer neuen palästinensischen Regierung regiert wird, die eng mit dem Friedensrat zusammenarbeiten wird, um dem palästinensischen Volk zu helfen“, schrieb Trump. Gleichzeitig erhalte Israel die Sicherheit, die es verdiene, betonte er und dankte auch den Vermittlern Ägypten, Katar und der Türkei. Hält sich Israel an das Abkommen? Laut Trump ist das Abkommen ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung eines 20-Punkte-Plans zur Beendigung des israelischen Krieges im Gazastreifen. Die Umsetzung solle in Phasen erfolgen. Während die Entwaffnung voranschreite, würden sich die israelischen Streitkräfte zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe solle künftig gemeinsam mit einer neuen palästinensischen Polizei für Sicherheit sorgen. Dies sei ein entscheidender Schritt hin zu einer neuen palästinensischen Regierung im Gazastreifen, erklärte Trump. Unklar ist, ob sich Israel an das Abkommen halten wird. Israel hatte zuletzt immer wieder betont, dass ein Rückzug erst dann möglich sei, wenn die Hamas ohne Präsenz und Zugang zu Waffen keine mehr Bedrohung darstelle. Eine Reaktion aus Israel nach Bekanntwerden der Einigung blieb zunächst aus. Der Friedensrat ist umstritten, da er von Kritikern als parteiische Konkurrenz zu den Vereinten Nationen gesehen wird. Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben den USA unter anderem Israel, Ägypten, Katar und die Türkei. Deutschland ist kein Mitglied. (dpa, AFP, Tsp)