Trump will Ozean umbenennen
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„Trump Ocean“: US-Präsident möchte Weltmeer umbenennen – Google stellt sich angeblich quer
Von: Christian Stör
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Der US-Präsident bringt bei einem Auftritt einen „Trump Ocean“ ins Spiel. Google soll den Vorschlag abgelehnt haben. Ganz neu ist die Idee aber nicht.
Dalton – Der Golf von Mexiko ist schon umbenannt. Auch ein See an der Grenze zu Kanada trägt inzwischen einen neuen Namen. Nun soll nach dem Willen von Donald Trump offenbar ein Weltmeer an die Reihe kommen. Oder ist das alles nur ein Scherz? Beim amtierenden US-Präsidenten kann man sich da nie so sicher sein.
Eins steht jedenfalls fest: Bei einem Wahlkampfauftritt ließ Trump jetzt eine Geschichte vom Stapel, mit der er zumindest seine Fans begeistern konnte. Demnach will er Google gebeten haben, den Atlantik oder den Pazifik in „Trump Ozean“ umzutaufen. Allerdings hätte sich der Konzern von der Idee nicht ganz so angetan gezeigt.
Trumps Schilderung auf der Wahlkampfbühne
Trump erzählte die Episode vor seinen Fans im Bundesstaat Georgia. Er berichtete, er habe Google eine Karte mit der Aufschrift „Trump Ocean“ geschickt. Laut Trump lehnte der Konzern ab. Er zitierte die angeblichen Google-Vertreter mit den Worten: „Sir, hören Sie, okay, das können wir nicht machen. Ozeane sind etwas anderes.“ Und dann hätten sie sich noch empört über seinen Vorschlag echauffiert: „Jetzt reicht’s. Jetzt ist Schluss. Wir machen das nicht mehr mit.“
Trump relativierte die Idee anschließend: Er habe es „ohnehin nur als Scherz gemeint – dieses Mal“. Zugleich fügte er an: „Auch wenn es nicht die schlechteste Idee war, die ich je hatte.“ Bereits auf einer Kundgebung in Clarksville (Tennessee) hatte Trump erklärt: „Bevor ich abtrete, finde ich, wir sollten einen Ozean haben.“ Als Namen brachte er damals „Trump Ocean“ oder „Ocean of the Americas“ ins Spiel.
Serie umstrittener Umbenennungen: vom Golf bis zum Denali
Der Vorstoß reiht sich in eine Serie von Namensänderungen ein. Im Januar 2025 ordnete Trump per Dekret an, den Golf von Mexiko offiziell „Golf von Amerika“ zu nennen. Zudem verfügte er, Nordamerikas höchsten Berg, den Denali in Alaska, wieder in „Mount McKinley“ zurückzubenennen – und machte damit eine Entscheidung von Barack Obama aus dem Jahr 2015 rückgängig.
Im August 2026 folgte der Ontariosee an der Grenze zu Kanada. Mitten im eskalierenden Handelskonflikt taufte Trump das Gewässer per Executive Order in „Lake America“ um. Schon bei der Unterzeichnung im Oval Office deutete Trump an, dass nach Seen und Meeresgolfen als Nächstes die Ozeane folgen könnten. Der kanadische Premierminister Mark Carney wies den Schritt entschieden zurück: Der aus der indigenen Wendat-Sprache stammende Name Lake Ontario sei über 400 Jahre alt und älter als beide Nationalstaaten.
Auch im Nahen Osten sorgte Trump für Irritationen: Im September brachte er die strategisch wichtige Straße von Hormus als „Trump-Meerenge“ ins Gespräch. Ferner forderte er wiederholt den Kauf Grönlands und taufte das US-Verteidigungsministerium symbolisch in „Kriegsministerium“ um.
Trumps Landkarten-Offensive im Überblick
Golf von Mexiko ➔ „Golf von Amerika“ (Januar 2025): Per Präsidialerlass für US-Behörden umbenannt. Von Google Maps für US-Nutzer übernommen, international in Klammern geführt.
Denali (Alaska) ➔ „Mount McKinley“ (Januar 2025): Rückbenennung von Nordamerikas höchstem Gipfel; Obamas Würdigung des indigenen Namens wurde aufgehoben.
Ontariosee ➔ „Lake America“ (August 2026): Umbenennung im Zollstreit mit Kanada; von Ottawa unter Verweis auf den 400 Jahre alten Namen zurückgewiesen.
Straße von Hormus ➔ „Trump-Meerenge“: Im Kontext der Nahost-Spannungen als Provokation ins Spiel gebracht.
Grönland: Wiederholte Kauf- und Übernahmeabsichten Trumps für das autonome dänische Territorium.
Pentagon ➔ „Kriegsministerium“: Symbolische Umbenennung des US-Verteidigungsministeriums.
Was eine Umbenennung bewirken kann – und wie Google Maps reagiert
Ein US-Präsident kann Bundesbehörden per Dekret anweisen, geografische Namen in der offiziellen Geonamendatenbank (GNIS) zu ändern. Andere Staaten oder private Unternehmen sind daran völkerrechtlich jedoch nicht gebunden. Trotzdem haben Kartendienste wie Google Maps und Apple Maps die Bezeichnungen für Nutzerinnen und Nutzer in den USA übernommen.
Google Maps nutzt dabei ein länderspezifisches System (Geotargeting):
In den USA wird Trumps neuer Name angezeigt („Gulf of America“, „Lake America“).
In betroffenen Nachbarländern (Mexiko, Kanada) bleibt der traditionelle Name bestehen.
Im Rest der Welt (inklusive Deutschland) zeigt Google Maps beide Bezeichnungen kombiniert in Klammern an.
Andere private Anbieter wie MapQuest weigerten sich hingegen, die Änderungen auf ihren Karten umzusetzen.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum reagierte auf die Umbenennung des Golfs mit Spott und schlug vor, den Süden der USA in „Mexikanisches Amerika“ umzubenennen. Eine Klage gegen Google in Mexiko wurde abgewiesen. Bei den Weltmeeren stößt Trumps Symbolpolitik ohnehin an Grenzen: Ozeane erstrecken sich über internationale Gewässer und unterliegen keiner nationalen Namenshoheit. (Quellen: dpa, Time, X, eigene Recherche) (cs)