Trump: "Wir verhandeln nur so halb mit ihnen" | Krieg in Nahost
Newsblog zum Krieg in Nahost Trump: "Wir verhandeln nur so halb" Aktualisiert am 09.08.2026 - 23:54 UhrLesedauer: 17 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Das iranische Regime will Fotos des obersten Füjhrers veröffentlichen. Israel widersetzt sich Trumps Plan für Gaza. Alle Entwicklungen im Newsblog. Montag, 10. August Trump verzichtet offenbar vorerst auf Angriffe auf Iran Donald Trump will auf weitere Angriffe auf den Iran offenbar vorerst verzichten und stattdessen auf wirtschaftlichen Druck setzen. "Wir halten uns zurück", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Axios" am Sonntag in einem kurzen Telefoninterview. "Wir verhandeln nur so halb mit ihnen", fügte der US-Präsident hinzu. Die US-Regierung warte ab und beobachte den Iran, der eine "enorme Inflation" und "kein Geld" habe. Trump hatte erst vor gut einer Woche neue massive Angriffe auf den Iran angedroht, diese dann aber wieder ausgesetzt, weil es "Umrisse einer Vereinbarung" zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gebe. Zuletzt hatte der Iran aber wieder harte Bedingungen für eine Öffnung der für den weltweiten Erdöl- und Erdgashandel wichtigen Meerenge gestellt. Die iranischen Revolutionsgarden bekräftigten am Sonntag, die Straße von Hormus werde so lange blockiert bleiben, "bis der Feind alle unsere Bedingungen erfüllt". Nachdem Außenminister Abbas Araghtschi am Samstag unter anderem "Entschädigungen" von den USA gefordert hatte, legte der Nationale Sicherheitsrats des Iran eine ganze Liste an Bedingungen für ein Ende der Blockade vor: Er forderte unter anderem ein Ende des "Krieges und der Aggression gegen den Iran und seine Verbündeten im Libanon, in Palästina, im Jemen und im Irak" sowie eine Aufhebung der von den USA verhängten Blockade iranischer Häfen und der Sanktionen. Irans Präsident Peseschkian trifft obersten Führer Chamenei Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, getroffen. Wie Chameneis Büro am Sonntag mitteilte, sprach die beiden "ausführlich über die Probleme und Herausforderungen des Landes", einschließlich der "derzeitigen militärischen Lage und der Zukunftsaussichten". Wann genau das Treffen stattgefunden hat, wurde nicht mitgeteilt. Am Mittwoch hatte Peseschkian die Kommunikation mit Chamenei noch als "momentan sehr schwierig" bezeichnet. Peseschkian hatte zuletzt Anfang Mai mitgeteilt, dass er sich mit Chamenei getroffen habe. Er hatte auch damals kein Datum genannt. Chameneis Büro hatte damals gar keine Stellungnahme abgegeben. Chamenei ist der Nachfolger von Ayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte und am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden war. Sein Sohn Modschtaba Chamenei, der seine Nachfolge antrat, ist seitdem nie öffentlich aufgetreten. Am Sonntag kündigte ein General der iranischen Revolutionsgarden die Veröffentlichung von Fotos an, die Chamenei in der Öffentlichkeit und bei Treffen zeigen sollen. Wie er der Nachrichtenagentur Tasnim sagte, ist dies "künftig" geplant, einen konkreteren Zeitpunkt nannte er aber nicht. Netanjahu: Israel lehnt Gaza-Fahrplan ab Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine Ablehnung des von US-Präsident Donald Trump unterstützten Plans zur Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen bekräftigt. Bereits vergangene Woche hatte Netanjahu den Plan kritisiert, nun wurde er deutlicher: "Israel lehnt den 15-Punkte-Plan ab", sagte er am Sonntag. Die israelische Armee werde erst dann aus dem Gazastreifen abziehen, wenn die dort herrschende Hamas "wirklich" entwaffnet sei. Die Hamas und ihre Verbündeten sind nach Netanjahus Ansicht nach wie vor in der Lage, einen neuen Angriff auf Israel zu starten. Israels Armee werde daher "weiterhin Bedrohungen für unsere Streitkräfte und unsere Bürger abwehren". Trump hatte Ende Juli eine Einigung zur Entwaffnung der Hamas und ihrer Verbündeten im Gazastreifen sowie einen Rückzug der israelischen Armee bekannt gegeben. Seinen Plan bezeichnete er als "Meilenstein". Nach Darstellung des US-Präsidenten sollte die islamistische Miliz schrittweise ihre Waffen abgeben, anschließend sollten sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollten die Verantwortung übernehmen. Zuletzt hatte der von Trump ins Leben gerufene "Friedensrat" bei einem Treffen mit Netanjahu am vergangenen Montag zugesagt, die israelische Armee müsse sich erst dann zurückziehen, wenn die Hamas "vollständig" entwaffnet sei. Nach Ansicht einiger "Friedensrat"-Mitglieder ist dieses Ziel jedoch nicht realistisch erreichbar. Sonntag, 9. August Iran tauscht obersten Sicherheitsberater aus Der ehemalige Kommandeur der mächtigen iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Mohsen Resai, ist neuer Vorsitzender des iranischen Nationalen Sicherheitsrates. Der oberste Führer Modschtaba Chamenei habe ihn an die Spitze des mächtigen Gremiums berufen, teilten iranische Medien übereinstimmend mit. Chamenei schrieb dies auch selbst auf X. Mit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren durch amerikanisch-israelische Luftangriffe viele zentrale Personen der iranischen Führung getötet worden. Dass nun der bisherige Vorsitzende des Sicherheitsrates, der eher unbekannte Brigadegeneral Mohammed Bagher Solghadr, durch Resai ersetzt wird, könnte auf eine weitere Festigung des Einflusses der IRGC auf die Regierung hindeuten. Loading... Loading... Loading... Generalmajor Resai gilt als eine der dienstältesten Figuren des iranischen Machtapparats: Bereits zu Zeiten des Schahs war er Teil einer Organisation, die mitunter gewaltsam den Boden für die islamische Revolution 1979 bereitete. Als 27-Jähriger wurde er während des Iran-Irak-Kriegs Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden. In den vergangenen Jahren widmete er sich der Politik. Er gilt als einflussreiche Figur in Sicherheitskreisen. Die argentinische Staatsanwaltschaft benannte Resai als einen der Hintermänner eines schweren Bombenanschlags auf eine jüdische Gemeinde in Buenos Aires 1994. Iran erteilt direkten Gesprächen mit den USA eine Absage Der Iran führt nach den Worten von Außenminister Abbas Araghtschi keine direkten Gespräche mit den USA. Man werde keine Verhandlungen aufnehmen, solange Washington gegen ein im Juni unterzeichnetes Übergangsabkommen verstoße, sagte Araghtschi am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Mehr. Die Gespräche zwischen beiden Seiten liefen jedoch über Vermittler weiter. Zudem äußerte sich der Minister zu der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus. Ein Abkommen mit Oman stehe kurz vor dem Abschluss, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Dies bedeute jedoch keine Wiedereröffnung der strategischen Meerenge, betonte Araghtschi. Vielmehr lege die Vereinbarung die neuen Schifffahrtsrouten fest, die nach einer Wiedereröffnung der Meerenge genutzt werden sollen. Eine solche Wiedereröffnung hänge aber davon ab, dass die USA weitere, nicht näher bezeichnete Bedingungen erfüllten.