Trump zeigt Island als Teil der USA: Reykjavík bestellt US
Island hat den US-Botschafter einbestellt. Anlass ist die Veröffentlichung einer Landkarte durch US-Präsident Donald Trump, die den europäischen Inselstaat im Nordatlantik zusammen mit anderen Ländern, die nicht zu den USA gehören, in den Farben der amerikanischen Flagge zeigt. Dem Botschafter sei am Montag deutlich gemacht worden, dass der Beitrag völlig unangemessen sei, zitierte der isländische Sender RUV das Ministerium.
Von den USA lag zunächst keine Stellungnahme vor. Trump verbreitete die Grafik auf seiner Online-Plattform Truth Social. Neben Island werden darauf auch Grönland, Kanada, Mexiko, Kuba und andere Länder in Mittelamerika sowie der Karibik unter der US-Flagge gezeigt. Beschriftet ist die Landmasse mit „United States of America“.
EU-Investitionspaket für Grönland
Trump hat mit ähnlichen Grafiken bereits mehrfach für Empörung gesorgt. Vor allem der von ihm erhobene Anspruch auf die Kontrolle über die zu Dänemark gehörende autonome Insel Grönland hat erhebliche Verstimmung zwischen den USA und deren europäischen Verbündeten hervorgerufen.
Der US-Präsident veröffentlichte die umstrittene Grafik, kurz nachdem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag bei einem Besuch in Grönland ein 200 Millionen Euro schweres Investitionspaket und Pläne zur Vertiefung der politischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der rohstoffreichen Arktisinsel vorgestellt hatte.
Eine engere Anbindung an die EU war zuletzt auch Thema in Island, teilweise befeuert von der Grönland-Debatte. In einem Referendum stimmten die Isländer im August allerdings gegen die Wiederaufnahme von EU‑Beitrittsgesprächen. Experten zufolge waren letztlich innenpolitische und wirtschaftliche Bedenken ausschlaggebend für das Abstimmungsergebnis. (Reuters)