Trump-Zölle gegen Mexiko und Kanada
Startseite Wirtschaft Trump dreht wegen „Durchfallwelle“ auf: Neue Zoll-Drohung – Kanada setzt Grenzzeichen ohne USA Von: Christian Stör Uns auf Google folgen Donald Trump kündigt neue Zölle gegen Mexiko und Kanada an – und begründet das mit einer Durchfallwelle sowie mit Waldbrandrauch. Washington, DC – Wahrscheinlich ist es so: Ein Tag ohne neue Zölle ist für Donald Trump ein verlorener Tag. Deshalb findet er immer wieder neue Gründe, um weitere Importabgaben gegen diverse Handelspartner durchzudrücken. Jetzt hat er erneut zwei Nachbarländer ins Visier genommen: Mexiko und Kanada. Die neuen Maßgaben könnten als „Durchfall- und Rauch-Zölle“ in die Geschichte eingehen. Auslöser der jüngsten Zoll-Drohung gegen Mexiko ist eine Welle von Magen-Darm-Erkrankungen in den USA. Die US-Gesundheitsbehörden führen die Erkrankungen in neun US-Bundesstaaten auf einen Parasiten in Salat aus Mexiko zurück. Auf die Frage, wann der Verzehr von Salat wieder unbedenklich sei, kündigte Trump bei einer Pressekonferenz im Oval Office an, seine Regierung werde deshalb hohe Zölle auf Waren aus Mexiko erheben. Trump droht Mexiko mit Zöllen – wegen Salat und Durchfall Seit Anfang Mai wurden in den USA Tausende bestätigte Cyclosporiasis-Infektionen erfasst. Der Parasit wird laut der US-Gesundheitsbehörde CDC in der Regel nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern über mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel oder Wasser. Er befällt den Dünndarm und verursacht wässrigen, teils heftigen Durchfall. Die genaue Ursache ist allerdings nicht restlos geklärt: Die US-Lebensmittelbehörde FDA vermutet klein geschnittenen Eisbergsalat eines Lieferanten aus Mexiko als Quelle des Ausbruchs – obwohl Testergebnisse dies bislang nicht eindeutig belegen. Am vergangenen Wochenende hatte die FDA mitgeteilt, dass eine Probe des Unternehmens Taylor Farms in Mexiko „falsch positiv“ auf den Parasiten Cyclospora getestet worden sei; die Behörde habe sich dafür entschuldigt, teilte Taylor Farms mit. Dennoch deuten Rückverfolgungen der FDA laut eigener Mitteilung auf der Plattform X darauf hin, dass geschnittener Eisbergsalat des Unternehmens den Ausbruch verursacht hat. Die FDA kündigte an, die Ermittlungen fortzusetzen und sicherzustellen, dass betroffene Produkte vom Markt genommen werden. Zölle wegen Rauch aus Kanada: Trump findet einen neuen Anlass Bei Kanada liegen die Dinge anders. Hier will Trump hohe Zölle „wegen des Rauchs“ verhängen. Damit bezog er sich auf Hunderte Waldbrände in Kanada, deren Rauch vom Wind in die USA getragen wird. Fragt sich nur, was schlimmer ist: der Durchfall aus dem Süden oder der Rauch aus dem Norden? Trump weiß aber Abhilfe: In beiden Fällen verschreibt er erst einmal seine geliebten Zölle. Ist das aber nur ein Spiel, oder ist das alles ernst gemeint? Bei Trump weiß man das nie so genau. Auch Kanada hat auf diese Frage keine Antwort. Da bleibt nur eins zu tun: Man geht verstärkt eigene Wege. Noch bevor die ersten Fahrzeuge über die Gordie-Howe-International-Brücke rollen sollen, hat Kanada den milliardenschweren Grenzübergang mit einer Feier eingeweiht – ohne die Trump-Regierung. Die nach der kanadischen Eishockeylegende Gordie Howe benannte Hängebrücke verbindet Windsor in der kanadischen Provinz Ontario mit Detroit im US-Bundesstaat Michigan. Trump-Zölle gegen Nachbarland: Kanada weiht Grenzbrücke ohne die USA ein Ursprünglich sollte die Brücke mit einer gemeinsamen Zeremonie eingeweiht werden. Doch dann kündigte Trump neue Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Produkte an. Kanadas Bau- und Infrastrukturminister Gregor Robertson hielt es deshalb für „unangemessen“, eine gemeinsame Feier abzuhalten. Donald Trump selbst reagierte auf die Absage der gemeinsamen Zeremonie auf seine Art: „Kanada hat die Vereinigten Staaten von Amerika von der Eröffnung der Gordie-Howe-Brücke ausgeladen“, schrieb der US-Präsident auf Truth Social. „Aber das macht nichts, wenn man bedenkt, dass Kanada erhebliche Zölle an die USA zahlt.“ (Quellen: USA Today, dpa, AFP, Truth Social) (cs)