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Trumpf gegen Trump: USA bekommen die Folgen ihres Ukraine-Kurses jetzt zu spüren

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Trumpf gegen Trump: USA bekommen die Folgen ihres Ukraine-Kurses jetzt zu spüren

Von: Lukas Richter

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Trump will Kiews Angriffe stoppen. Doch sein eigener Ukraine-Kurs schwächt seinen Einfluss.

Donald Trump will die Ukraine von weiteren Angriffen auf Russlands Energieanlagen abhalten – doch Washington kann Kiew heute deutlich weniger unter Druck setzen als früher. Nach Einschätzung des Experten Timothy Ash hat Trump diesen Machtverlust mit seinem eigenen Ukraine-Kurs mitverursacht. Nun bekommt der US-Präsident die Folgen zu spüren – denn die Ukraine sitzt am längeren Hebel.

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Trumps Ukraine-Kurs schwächte den Einfluss der USA

Unter Präsident Joe Biden verfügten die USA noch über ein wirksames Druckmittel auf Kiew, schreibt der Londoner Investmentstratege Ash in seinem Blog. Washington lieferte der Ukraine wichtige Waffensysteme wie HIMARS und ATACMS und konnte damit auch Bedingungen stellen. Bei Angriffen auf russische Ziele, die größere Folgen für die internationalen Märkte haben konnten, habe sich Kiew deshalb meist zurückgehalten.

Unter Trump habe sich dieses Verhältnis verändert. Die USA hätten die finanzielle Hilfe gekürzt und die Lieferung wichtiger Waffen begrenzt. Die Ukraine sei dadurch gezwungen gewesen, eigene Systeme für Angriffe tief im russischen Hinterland zu entwickeln. Gerade weil diese Waffen nicht aus den USA stammen, könne Washington ihren Einsatz kaum noch an eigene Bedingungen knüpfen. Kiew habe damit deutlich mehr Handlungsspielraum als zuvor.

Trump macht Ukraine für Dieselpreise mitverantwortlich

Trump hatte behauptet, ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen hätten zum jüngsten Anstieg der Dieselpreise beigetragen. Auch US-Finanzminister Bessent verwies auf die Attacken. Diesel kostete in den USA nach Ashs Angaben zeitweise mehr als sechs Dollar je Gallone – umgerechnet etwa 1,37 Euro pro Liter.

Ash hält die Darstellung der US-Regierung für verkürzt. Er verweist zugleich auf Trumps Iran-Politik und argumentiert, auch der US-Angriff auf Iran habe die globalen Energiepreise steigen lassen. Trump könne sich deshalb „nicht aus einem erheblichen Teil der Verantwortung“ für die höheren Öl-, Energie- und Dieselpreise herausreden, schreibt der Investmentstratege.

Die ukrainischen Angriffe hätten Russland unterdessen empfindlich getroffen. Nach Ashs Angaben seien inzwischen 30 bis 40 Prozent der russischen Raffinerien attackiert worden. Wie viel Produktionskapazität dadurch tatsächlich ausgefallen sei, lasse sich allerdings nicht genau bestimmen.

Kiew hat jetzt mehr Verhandlungsspielraum

Will Trump die Angriffe stoppen, dürfte er der Ukraine nach Ashs Einschätzung etwas anbieten müssen. Kiew verfüge heute über ein eigenes Druckmittel und könne für Zurückhaltung Gegenleistungen verlangen. Ash nennt als mögliches Beispiel zusätzliche Luftabwehr, darunter Patriot-Abfangraketen.

Trump hatte am Montag auf Truth Social erklärt, beide Seiten hätten einem Ende der Angriffe auf Energieziele zugestimmt.

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