Trumps Air Force One wird für Boeing zum Milliarden-Albtraum
Startseite Wirtschaft Trumps Air Force One wird für Boeing zum Milliarden-Albtraum Von: Martin Wald Uns auf Google folgen Trumps Präsidentenmaschine wird zum Milliardengrab: Boeing schreibt erneut 280 Millionen Dollar ab, liegt vier Jahre hinter dem Zeitplan und über eine Milliarde über dem Budget. Washington – Der Fixpreis-Vertrag für Donald Trumps Air Force One entwickelt sich zum teuersten Eigentor der Boeing-Geschichte. 280 Millionen Dollar Abschreibung allein im zweiten Quartal, vier Jahre Verzögerung, über eine Milliarde Dollar Budgetüberschreitung, die beiden 747-8-Maschinen mutieren zum Albtraum-Projekt. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit Business Punk Der bereinigte Verlust je Aktie schoss auf 76 Cent hoch, mehr als doppelt so viel, wie Analysten prognostiziert hatten. Der Nettoverlust liegt bei 428 Millionen Dollar. 2018 unterschrieb Boeing einen Vertrag über 3,9 Milliarden Dollar für zwei Präsidentenmaschinen, zum Festpreis. Ein klassischer Fall von politischem Druck trifft auf kaufmännische Naivität. Laut Tagesschau sorgten Änderungswünsche der Regierung während Trumps erster Amtszeit für massive Verzögerungen. Jetzt sollen die Maschinen erst 2028 ausgeliefert werden. Trump fliegt derweil in einer 747-8, die ihm Katar zur Verfügung gestellt hat, eine diplomatische Notlösung mit bitterem Beigeschmack für Boeing. Operative Zahlen zeigen Lichtblicke Trotz des Air-Force-One-Desasters steigerte Boeing den Umsatz um acht Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar. Der Free Cash Flow drehte ins Positive: 631 Millionen Dollar Mittelzufluss stehen 200 Millionen Dollar Abfluss im Vorjahresquartal gegenüber. Höhere Kundenanzahlungen und mehr ausgelieferte Passagier- sowie Frachtflugzeuge treiben diese Entwicklung. Die Produktion des 737 MAX läuft hoch, Ziel sind 47 Auslieferungen pro Monat. Zwischen Hoffnung und Hypothek Für das Gesamtjahr peilt Boeing einen Free Cash Flow zwischen einer und drei Milliarden Dollar an – das erste positive Ergebnis seit 2023. Die operative Erholung ist real, doch die Air-Force-One-Hypothek bleibt. Jeder weitere Änderungswunsch, jede technische Komplikation frisst Marge. Der Vertrag zeigt brutal, wie politische Prestigeprojekte mit Fixpreisen zur Kostenfalle werden. Boeing zahlt den Preis für einen Deal, bei dem kaufmännische Vernunft der politischen Opportunität weichen musste. Business Punk Check Die Air-Force-One-Misere entlarvt ein Grundproblem der Rüstungs- und Regierungsaufträge: Fixpreise funktionieren nicht, wenn der Kunde nachträglich die Spezifikationen ändert. Boeing hätte niemals einen Festpreis für ein derart komplexes Projekt akzeptieren dürfen, erst recht nicht unter politischem Druck. Die operative Erholung bei Passagiermaschinen zeigt, dass das Kerngeschäft funktioniert. Doch solange Prestigeprojekte wie die Präsidentenmaschine Hunderte Millionen verschlingen, bleibt die Profitabilität fragil.