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Trumps Schwiegersohn Kushner machte wohl Deals mit Saudi-Arabien und VAE

Welt

Neue Enthüllungen

700 Millionen vom Golf für Trumps Schwiegersohn?

Von t-online

Aktualisiert am 23.10.2026 - 16:18 UhrLesedauer: 3 Min.

VAE, Saudi-Arabien, Israel, Aserbaidschan: Donald Trumps Schwiegersohn machte offenbar Millionendeals mit Machthabern. Der genaue Zweck ist noch offen.

Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, hat offenbar dubiose Geldgeschäfte mit mehreren Staaten betrieben. So soll er zwischen 2017 und 2018 Zugang zu Bankkonten gehabt haben, über die mehr als 700 Millionen Dollar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Saudi-Arabien und Israel transferiert wurden.

Das geht aus einem Auszug des Buches "Princes and Thieves" des Journalisten Matthew Cole hervor, den das Magazin "Vanity Fair" im Vorfeld veröffentlichte. Die Enthüllungen basieren auf Erkenntnissen des niederländischen Militärnachrichtendienstes MIVD, der Kushners iPhone zunächst hackte und dann überwachte. Zuvor soll bereits Russland das Telefon ausspioniert haben.

Nach Coles Darstellung loggte sich Kushner immer wieder auf ein Konto in Dubai ein, das mit Hunderten Millionen Dollar gefüllt gewesen sein soll. Die Transfers liefen offenbar über die First Abu Dhabi Bank, wo ein Konto auf den Namen der Watani Al Emarat Foundation geführt worden sein soll – einer offiziellen Wohltätigkeitsstiftung der VAE. Cole schreibt, die Stiftung sei jedoch als Tarnung für geheime Militäroperationen der VAE genutzt worden.

Kushner soll kein Eigentümer des Kontos gewesen sein, aber als zeichnungsberechtigter Unterzeichner Zugang zu den Geldern gehabt haben. Die niederländischen Geheimdienste sollen dabei festgestellt haben, dass die Gelder nicht direkt aus den VAE oder Saudi-Arabien überwiesen worden seien. Stattdessen sollen sie über eine Bank in Aserbaidschan geleitet worden sein – ein Verfahren, das laut Cole typisch für Geldwäsche sein könnte. Aserbaidschanische Banken tauschen demnach ausländische Währungen gegen US-Dollar und leiten sie weiter, ohne dass die ursprüngliche Herkunft nachvollziehbar ist. Für diesen Service verlangten sie angeblich eine Gebühr von sechs bis sieben Prozent.

VAE und Saudi-Arabien: Ein Milliardendeal mit Kushner

Ursprünglich sollen die VAE und Saudi-Arabien via den VAE-Herrscher Mohamed bin Zayed (MBZ) und den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) geplant haben, einen gemeinsamen Fonds in Höhe von mehr als zehn Milliarden Dollar einzurichten. Der Fonds sollte laut Cole Trumps Wiederwahl unterstützen und Projekte wie die Grenzmauer zu Mexiko finanzieren. Schließlich hätten die VAE die Finanzierung aber allein übernommen und mindestens zwei Milliarden Dollar auf zwei Konten überwiesen, die mit Kushner in Verbindung gestanden haben sollen.

Eines dieser Konten, das Alpha-Konto, war offenbar bei der First Abu Dhabi Bank eingerichtet und wurde laut Cole von Tahnoon bin Zayed kontrolliert – dem Bruder des VAE-Herrschers. Eine Quelle mit Kenntnis der Vorgänge sagte über Kushner: "Jared suchte nach diplomatischen Abkürzungen. Er versprach MBZ, dessen Agenda bei Trump durchzusetzen – im Gegenzug für Geld."

Israel: Eine Milliarde Dollar – und ein Premierminister als Kontrolleur

2018 sollen zudem rund eine Milliarde Dollar aus den VAE auf ein Konto bei der israelischen Zentralbank geflossen sein – wieder über Aserbaidschan. Premierminister Benjamin Netanjahu soll Kushner nahegelegt haben, das Geld dort zu parken. Das Konto soll offiziell ein Regierungskonto gewesen sein, jedoch mit einer Besonderheit: Jede Transaktion soll die Zustimmung von zwei autorisierten Personen erfordert haben – eine davon soll Netanjahu selbst gewesen sein.

Kushner konnte das Geld aber wohl nicht einfach abheben. Er soll Netanjahu über den US-Botschafter in Israel, David Friedman, kontaktiert haben, bevor er Transaktionen durchführen konnte. Laut Cole soll ein Großteil der Gelder später nach Zypern transferiert worden sein – wohl ein weiterer Schritt, um die Spur zu verwischen.

Warum Aserbaidschan? Die Rolle des Landes als Drehscheibe

Aserbaidschan soll eine zentrale Rolle in dem System gespielt haben. Das Land ist bekannt für seine lockeren Bankregeln und dient seit Jahren als Drehscheibe für Geldwäsche. Ausländische Währungen wie saudische Riyal oder Emirati-Dirham werden dort gegen US-Dollar getauscht – gegen eine Gebühr. Die niederländischen Geheimdienste sollen zwar die Transfers entdeckt haben, jedoch nicht klären können, wofür das Geld letztlich verwendet wurde.

Als Berater des US-Präsidenten war Kushner verpflichtet, jeglichen Zugang zu ausländischen Bankkonten offenzulegen. In seinen offiziellen Finanzberichten tauchen die Konten jedoch nicht auf. Sein Anwalt erklärte: "Herr Kushner hat keine Kenntnis von solchen Konten oder Vereinbarungen. Er hat sich stets an alle Gesetze gehalten."

Kushner selbst bezeichnete die Vorwürfe Coles als "empörend" und "grundlegend" falsch. Auf der Plattform X schrieb Kushner am Donnerstag: "Die Behauptungen dieses Autors sind komplett verrückt und haben sich nie zugetragen", so Kushner. "Wir haben jeden einzelnen Vorwurf zurückgewiesen, und der Autor hat keinen einzigen Beweis vorlegen können. Es handelt sich um absurde Lügen, die als investigativer Journalismus verkauft werden."

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