TTLR-System der US-Navy: Neue Technik macht U-Boote zu Drohnen-Mutterschiffen
Die US-Marine will mit der autonomen Unterwasser-Drohne Iver4 900 und dem neuen Torpedo Tube Launch and Recovery System, kurz TTLR, Angriffs-U-Boote Drohnen künftig aus dem Torpedorohr starten lassen. Sie können sie auch wieder zurückholen, ohne auftauchen zu müssen. Bislang waren Systeme, die ein U-Boot aus dem Torpedorohr abfeuert, Einweg-Lösungen. Torpedos, Marschflugkörper, Minen oder Täuschkörper verschwinden nach dem Start aus dem unmittelbaren Zugriff. Nun soll erstmals eine Drohne nach ihrem Einsatz wieder an Bord kommen können, so „Military Watch Magazine“. Erprobung auf Virginia-U-Booten Die US-Navy erprobte das System bereits auf nuklear angetriebenen U-Booten der Virginia-Klasse. Entwickelt wurde die Iver4 900 von L3Harris. Die Drohne ist modular aufgebaut. Sensoren für Sonar, Meeresboden-Kartierung, Minensuche oder elektronische Aufklärung lassen sich je nach Auftrag austauschen. Die Drohne kann gefährliche Aufgaben übernehmen, bei denen ein milliardenteures U-Boot selbst besser auf Abstand bleibt. Dazu zählen Minenaufklärung, hydrographische Vermessung, Aufklärung am Meeresboden sowie die Inspektion von Unterseekabeln und Pipelines. Einsatzdauer und Reichweite Nach Angaben von „Naval News“ kann die Drohne je nach Ausstattung 16 bis 24 Stunden unabhängig operieren, mit geringer Nutzlast sogar bis zu 40 Stunden. Sie ist ungebunden, also ohne Kabel unterwegs, und kann damit Distanzen von mehreren Dutzend Meilen zurücklegen. „Wenn ein Taucher draußen im Ozean ist, hat er oft einen Tauchpartner zur Sicherheit“, sagt JR Gear, Vizepräsident und General Manager bei L3Harris, laut Naval News, einem auf Marine- und Rüstungsthemen spezialisierten Fachportal. „Was ist also der Tauchpartner, den ein U-Boot hat?“. Genau diese Rolle soll die Iver4 900 übernehmen