Türkei: Manipulationsskandal an der Börse - 45 Verdächtige festgenommen
Wegen der massiven Inflation in der Türkei investieren viele Menschen ihr Erspartes in Aktiengeschäfte. Die Hoffnung: das Geld vor Wertverlust schützen und es vermehren. Nun erschüttert jedoch ein Manipulationsskandal an der Börse die Türkei – und könnte vor allem Privatanleger betreffen.
Im Rahmen von Ermittlungen wegen Unregelmäßigkeiten am Kapitalmarkt sei unter anderem das Vermögen von 42 Personen und 46 juristischen Personen eingefroren worden, teilt Justizminister Akın Gürlek auf X mit . Zuvor waren mindestens 45 Personen festgenommen worden, darunter Führungskräfte von Investmentfirmen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft ermittele unter anderem wegen Betrugs, Verstößen gegen das Kapitalmarktgesetz und Gründung einer kriminellen Vereinigung, so Gürlek.
Die größte Oppositionspartei Yeni sprach von einer schweren Krise und forderte die Regierung dazu auf, Anleger zu entschädigen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte demnach erklärt, das Problem betreffe einen begrenzten Bereich der Kapitalmärkte und es bestehe kein Risiko für das Finanzsystem oder die türkische Wirtschaft.
Finanzminister Şimşek wies Gerüchte über seinen Rücktritt vor dem Hintergrund des Skandals zurück.