Türkei und PKK: Parlament beschließt Gesetz zur Amnestie von PKK-Mitgliedern
Dieser Ausdruck wurde am 10.08.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht Friedensprozess mit der kurdischen Miliz Türkei beschließt PKK-Amnestie-Gesetz Das türkische Parlament hat ein Gesetz zur Wiedereingliederung von Mitgliedern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK beschlossen. Damit soll der Friedensprozess vorangebracht werden. 10.08.2026, 22.34 Uhr War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! Das türkische Parlament hat den Weg für eine Auflösung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und die Wiedereingliederung ehemaliger Kämpfer freigemacht. Die Abgeordneten verabschiedeten am Montag ein entsprechendes Gesetz mit 468 von 600 Stimmen. Unterstützt wurde das Vorhaben von der regierenden AK-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdogan, ihrem nationalistischen Bündnispartner MHP sowie der prokurdischen DEM-Partei. Verfahren könnten eingestellt werden Der zwölf Artikel umfassende Gesetzentwurf sieht vor, bestimmte Haftstrafen von verurteilten PKK-Mitgliedern auszusetzen. Laufende Ermittlungen und Gerichtsverfahren könnten je nach Schwere der vorgeworfenen Taten für fünf oder zehn Jahre ausgesetzt werden. Werden in diesem Zeitraum keine weiteren terroristischen Straftaten begangen, könnten die Verfahren endgültig eingestellt werden. Dies soll die Rückkehr von Tausenden Ex-Kämpfern aus dem Nordirak in die Gesellschaft erleichtern. Die Entwaffnung und Kapitulation der Gruppierung soll von einer Regierungskommission und dem türkischen Geheimdienst MIT überwacht werden. Der Konflikt kostete über 40.000 Menschenleben Die Maßnahme ist der bislang konkreteste Schritt in einem Friedensprozess zur Beendigung des jahrzehntealten Konflikts. Im Februar 2025 hatte der inhaftierte PKK-Anführer Abdullah Öcalan die Miliz dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen. Im Mai kündigte die PKK daraufhin an, ihren bewaffneten Kampf zu beenden und sich aufzulösen. Die von der Türkei, den USA und der EU als Terrororganisation eingestufte PKK hatte 1984 einen Aufstand begonnen, bei dem mehr als 40.000 Menschen ums Leben kamen und der für tiefe innergesellschaftliche Spannungen sorgte. PKK kritisiert fehlende Reformen Die PKK begrüßte das Gesetz grundsätzlich als ersten Schritt, kritisierte jedoch erhebliche Lücken. Über das mit der Organisation verbundene Nachrichtenportal ANF forderte sie unter anderem die Freilassung Öcalans, der seit 1999 auf der Gefängnisinsel İmralı inhaftiert ist. Der Friedensprozess könne nur vorankommen, wenn er »frei leben und arbeiten« könne. Zugleich verlangt die Organisation weitergehende demokratische Reformen und mehr Rechte für Kurden in der Türkei. mgr/Reuters