Türkei warnt vor Russlands letztem Mittel im Ukraine-Krieg
Startseite Politik Türkei warnt vor Russlands letztem Mittel im Ukraine-Krieg Von: Lisa Weegner Uns auf Google folgen Der türkische Außenminister Hakan Fidan warnt davor, dass Russland im Ukraine-Krieg zum äußersten militärischen Mittel greifen könnte. Ankara – Der türkische Außenminister Hakan Fidan warnt vor einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs. Sollte der Krieg für Russland zu einer Frage des nationalen Fortbestehens werden, könnte Moskau nach seiner Einschätzung zum äußersten verfügbaren Mittel greifen, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı (AA) berichtet. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Das ukrainische Medienportal UNITED24 deutet diese Aussage als Hinweis auf einen möglichen Einsatz von Atomwaffen. Fidan äußerte sich am Samstag (8. August) in einem Interview mit AA. Er beschrieb einen Krieg, der sich zunehmend vom eigentlichen Schlachtfeld auf Gebiete hinter der Front verlagere. Dann gehe es irgendwann nicht mehr nur darum, eine Schlacht zu gewinnen oder zu verlieren. Es könne um die Frage gehen, „ob man als Nation weiter existiert“. In einer solchen Situation nutze ein Staat schließlich das letzte Mittel, das ihm zur Verfügung stehe. Warnung vor weiterer Eskalation Nach Angaben von UNITED24 sprach Fidan das Thema sowohl bei Gesprächen in Russland als auch mit westlichen Partnern an. Dem Bericht zufolge verwies er darauf, dass bei seinem Besuch in Russland darüber gesprochen worden sei, Teile der Öffentlichkeit verlangten einen solchen Schritt. Der türkische Außenminister bezeichnete die Entwicklung als gefährlich und warnte vor einer weiteren Ausweitung des Krieges. Die internationale Gemeinschaft müsse eine weitere Eskalation verhindern. UNITED24 wertet diese Aussagen als Warnung vor einem möglichen russischen Atomwaffeneinsatz für den Fall, dass Moskau den Konflikt als existenzielle Bedrohung für den eigenen Staat wahrnehmen sollte. Krieg greift über die Front hinaus Fidan begründete seine Warnung mit der Entwicklung des Kriegs. Nach seiner Darstellung sei aus dem Abnutzungskrieg an der Front zunehmend ein Kampf geworden, der auch Ziele weit hinter der Front erfasse. Beide Seiten griffen inzwischen für den Gegner wichtige logistische Einrichtungen an. Das sei gefährlich. Auch das Schwarze Meer werde stärker in die Kämpfe einbezogen. Anfangs seien dort vor allem militärische Häfen und Kriegsschiffe angegriffen worden. Inzwischen würden auch Handelsschiffe getroffen, sagte Fidan. Die Türkei habe beide Kriegsparteien deshalb zu einer Regelung aufgerufen, die solche Angriffe begrenzen soll. Latente Sorge um atomare Bedrohung Fidan warnte, der Krieg breite sich inzwischen geografisch sowie bei seinen Zielen und Methoden aus. Ohne ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft könne er „auf ein noch höheres Niveau“ steigen.