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Tusk verurteilt Gewalt gegen Ukrainer in Polen

Welt

Am Sonntag hatten in Breslau (Wrocław) drei polnische Männer einen jungen Ukrainer und dessen Freundin brutal zusammengeschlagen. Auf Handyvideos, die sich in sozialen Netzwerken verbreiteten, ist zu sehen, wie die Männer weiter auf den Ukrainer eintraten, als dieser am Boden lag. Seine Freundin wurde mit einem Schlagring am Kopf verletzt. Die Polizei konnte zwei der drei Tatverdächtigen festnehmen. Beide seien einschlägig vorbestraft, sagte eine Sprecherin. Grund für die Tat sei ein „nationalistisch motiviertes Aggressionsmotiv“. Die Täter hätten sich zuvor in einem Laden über den ukrainischen Akzent des Paares beschwert.

In Polen leben zurzeit 1,5 Millionen Ukrainer, rund eine Million davon als Kriegsflüchtlinge. Seit einiger Zeit nehmen Ressentiments und Gewalt gegen Ukrainer in Polen zu. Der Polizei zufolge seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 180 Hassverbrechen gegen Ukrainer angezeigt worden, ein Drittel mehr als 2025.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte „bestimmte polnische Politiker“ auf, Feindseligkeiten nicht weiter zu schüren. Das zielte unter anderem auf Polens Präsident Karol Nawrocki, der zuletzt in einem Geschichtsstreit mit Kiew dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Polens höchste Auszeichnung entzogen hatte.

Zudem ist auf rechtskonservativer Seite eine Art Wettlauf um die ukrainefeindlichste Haltung entbrannt. Der Spitzenkandidat der PiS für die Parlamentswahlen im kommenden Jahr, Przemysław Czarnek, forderte, Polens Hilfe für die Ukraine komplett einzustellen, darunter auch die Logistik für andere Länder. In Umfragen äußert sich inzwischen fast die Hälfte der Polen ablehnend oder skeptisch zu einem EU-Beitritt Kiews.

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