TV-Star Anja Schüte in der "NDR Talk Show": "Mein Vater hat mir meinen Mann geschickt"
Die Schauspielerin erzählt, dass sie Petter vor neun Jahren am Hamburger Flughafen kennenlernte. Beide hatten denselben Flug nach Mallorca gebucht, der jedoch aufgrund technischer Probleme kurzfristig gestrichen wurde. Die Passagiere mussten die Nacht in einem Flughafenhotel verbringen. Petter habe sie dann gefragt, "ob ich mit ihm zu Abend essen möchte. Und ja, da ist es dann so langsam passiert." Kurz zuvor hatte ihr Vater, der wenig später verstarb, zu ihr gesagt: "Wenn du mal nach Norwegen gehst, dann komme ich mit." Damals habe sie geantwortet, dass Norwegen überhaupt nicht auf ihrer Agenda stehe. Wenige Zeit nach seinem Tod lernte sie Petter kennen, einen Norweger. "Da kriege ich Gänsehaut. Mein Vater hat mir meinen Mann geschickt", ist sich Schüte sicher. Durch ihn entdeckte sie auch ihre Liebe zu Norwegen. Besonders schätzt sie die ruhige, respektvolle Art der Menschen und den wertschätzenden Umgang miteinander. Sie beschreibt die norwegische Gesellschaft als zurückhaltend, bescheiden und geprägt von gegenseitigem Respekt. Im Interview sprach Schüte auch darüber, warum sie sich in den vergangenen Jahren weitgehend aus der Schauspielerei zurückgezogen hat. Der Grund dafür war die schwere Krebserkrankung ihrer Mutter, die im August 2024 verstarb. "Bevor mein Vater verstarb, habe ich ihm versprochen, dass ich mich um unsere Mutter kümmere", so die gebürtige Hamburgerin. Dieses Versprechen habe sie gehalten und sich "immer mehr und mehr intensivst um meine Mutter gekümmert", die mehr als 40 Jahre lang gegen die Krankheit gekämpft habe. "Wir als Familie waren es gewohnt, dass wir immer diese Sorge hatten: Wie geht es weiter? Ich bin damit quasi groß geworden", so Schüte. Trotz der schweren Erkrankung habe ihre Mutter ihren Lebensmut nie verloren: "Sie sagte auch bis zum letzten Tag: 'Ich liebe das Leben, ich will nicht sterben'." Selbst die behandelnden Ärzte seien von der außergewöhnlichen Krankheitsgeschichte ihrer Mutter beeindruckt gewesen. "Sie haben gesagt, normalerweise müsste man dafür eigentlich eine Medaille bekommen, dass man so durchhält." Als die jahrelangen Therapien für ihre Mutter zunehmend belastender wurden, traf Schüte gemeinsam mit dem behandelnden Onkologen eine schwere Entscheidung und ihre Mutter zog in ein Hospiz. Dort habe Schüte ihr versprochen: "Mami, ab sofort wird es dir nur noch gut gehen und du darfst dir jetzt wünschen, was du willst." Die verbleibende gemeinsame Zeit habe die Familie bewusst gestaltet: "Ich habe mit meiner Mutter tatsächlich bis zum Schluss sozusagen in Anführungsstrichen das Leben gefeiert."