Über 2 Millionen Geräte weltweit betroffen: Kriminelle nutzen Smart-TVs als Proxy-Netzwerk
Das FBI hat hunderte Internet-Domains der Proxy-Plattform NetNut beschlagnahmt. Laut Ermittlungen steht dieses System in Verbindung mit dem sogenannten Popa-Botnetz, das weltweit mindestens zwei Millionen private Geräte umfassen soll. Kriminelle nutzten dieses Netzwerk, um ihre Herkunft online zu verschleiern und Angriffe über fremde Anschlüsse laufen zu lassen, wie der Nachrichtenblog „Krebs on Security“ berichtet. Verstecktes Netzwerk aus Smart-TVs und TV-Boxen im weltweiten Einsatz Smart-TVs, Streaming-Boxen und ähnliche Geräte wurden über Schadsoftware in kostenlosen Apps von Drittanbietern unbemerkt Teil vom Botnetz. Darüber schleusen Dritte ihren Datenverkehr durch private Internetanschlüsse, oft für Betrug, massenhafte Datenabfragen oder andere illegale Zwecke. Laut „Krebs on Security“ bleiben für Betroffene solche Aktionen im Alltag meist unsichtbar. In einem Blogbeitrag erklärte die Google Threat Intelligence Group (GTIG), dass dieses Netzwerk von vielen Drittanbietern weiterverkauft und unter anderen Namen angeboten wird. Innerhalb einer Woche im Juni wurden insgesamt 316 verschiedene Gruppen beobachtet, die mutmaßlich NetNut-Verbindungen nutzten – darunter sowohl Kriminelle als auch Spionageakteure. Google hat Konten und Dienste deaktiviert, die von NetNut zur Steuerung von Schadsoftware genutzt wurden. Außerdem wurden technische Informationen an Behörden und Sicherheitsfirmen weitergegeben, um das Netzwerk besser bekämpfen zu können. Zusätzlich wurde Google Play Protect verbessert, damit betroffene Apps auf Android-Geräten erkannt und blockiert werden. ANZEIGE ANZEIGE Botnetz entfernen: So schützen sich Nutzer vor unbemerkter Schadsoftware Ein Botnetz lässt sich oft nur schwer erkennen, da viele infizierte Geräte im Hintergrund unauffällig arbeiten. Ein Antivirenprogramm kann in einigen Fällen helfen, Schadsoftware zu finden und zu entfernen, besonders wenn sie gerade aktiv Daten sendet. Zusätzlich kann ein Scan mit speziellen Tools wie Malwarebytes weitere versteckte Programme aufdecken. Für mehr Sicherheit sollte generell das jeweilige Betriebssystem regelmäßig aktualisiert werden. Verdächtige Dateien oder Webseiten sollten vermieden werden, da sie häufig die Ursache für Infektionen sind. In schweren Fällen bleibt oft nur eine komplette Neuinstallation des Systems sowie das Zurücksetzen des Routers, um alle Schadprogramme sicher zu entfernen.