Überall werden Schuldenfallen ausgelöst
Der politische Druck auf die Zentralbanken bestand schon immer darin, die Zinssätze niedrig zu halten. Dies hat unweigerlich zu einer sich verstärkenden Explosion der Staatsverschuldung und einer Verbreitung von "Zombie-Unternehmen" geführt. Da die USA dafür sorgen, dass die Straße von Hormus und nun auch die Meerenge von Bab el-Mandab blockiert bleiben, sehen sich die G7-Staaten mit einem schweren Einbruch der Wirtschaftstätigkeit konfrontiert, der ihre Staatsfinanzen zum Einsturz bringt. Darüber hinaus sieht das keynesianische Rezept vor, dass Regierungen zusätzlich Kredite ausweiten, um Konjunktureinbrüche und Rezessionen zu verhindern. In Verbindung mit innenpolitischen Prioritäten werden die Zentralbanken der G7-Staaten gezwungen sein, die Unterdrückung der Zinssätze und Anleiherenditen zu verstärken. Dies führt alle diese Länder in noch tiefere Schuldenfallen. Was ist also eine Schuldenfalle? Auf staatlicher Ebene lautet die Definition wie folgt: "Eine Schuldenfalle beschreibt eine Situation, in der ein Land mehr Kredite aufnimmt, als es bedienen kann. Die Verschuldung wird zu einem sich selbst verstärkenden Kreislauf, da die Kosten für den Schuldendienst die Fähigkeit des Kreditnehmers übersteigen, die Schulden zu tilgen." Tatsächlich befinden sich die G7-Länder bereits in dieser Situation, am deutlichsten Japan, dessen Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP bei etwa 240% liegt. Dies zeigt sich an den Folgen für die Kreditkosten, die von einem extrem niedrigen Niveau von unter 0% aus zu steigen begonnen haben: Japan ist von der Hormus-Krise besonders stark betroffen, da 93% seines Öls und 11% seines Flüssigerdgases aus dem Nahen Osten stammen. Offensichtlich führt diese Abhängigkeit zu einem Nachfragerückgang im privaten Sektor, was die Schätzungen des aktuellen und zukünftigen BIP erheblich nach unten korrigieren wird. Mit anderen Worten: Da der Nenner der Schuldenquote sinkt, steigt der Quotient noch weiter an. Folglich haben Kreditnehmer allen Grund, japanischen Staatsanleihen aus dem Weg zu gehen, sodass deren Renditen weiter steigen werden, was die Lage für den Schuldner erheblich verschlechtert. Aus diesem Grund steigen die Zinsen für Zahltagskredite für verzweifelte Kreditnehmer auf Tausende Prozent, und Japan befindet sich in derselben Falle. Und je höher die Anleiherenditen steigen, desto schlechter wird die Lage des Schuldners. Gläubiger meiden solche Situationen schlichtweg, weshalb der Yen zusammenbricht – selbst im Vergleich zu anderen Fiatwährungen: Vor kurzem hat das japanische Finanzministerium Haushalte und Pensionsfonds – darunter auch den riesigen staatlichen Pensionsfonds (Government Pension Investment Fund) – aufgefordert, ihre Investitionen in japanische Finanzanlagen zu erhöhen. 12> weiter