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Übergewicht bei Kindern: Auch bei guten Blutwerten drohen später Erkrankungen

Gesundheit

Starkes Übergewicht im Kindesalter kann langfristige Folgen für die Gesundheit haben – auch wenn Blutdruck, Blutzucker und Blutfette zunächst unauffällig sind. Das zeigen neue Langzeitdaten aus Schweden.

Forschende des Karolinska Instituts werteten Daten von 7.275 Kindern mit Adipositas im Alter von 7 bis 17 Jahren sowie von mehr als 35.000 Kindern und Jugendlichen aus der Allgemeinbevölkerung aus. Etwa die Hälfte der Kinder mit Adipositas galt zu Beginn der Behandlung als „stoffwechselgesund“. Das bedeutet, dass beispielsweise Blutdruck, Blutzucker und Blutfette noch nicht auffällig waren.

Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck deutlich häufiger

Bis zum Alter von 30 Jahren zeigte sich jedoch ein deutlicher Unterschied: Von den ursprünglich stoffwechselgesunden Kindern mit Adipositas entwickelten 9,1 Prozent einen Typ-2-Diabetes. In der Vergleichsgruppe waren es nur 0,5 Prozent.

Auch andere Erkrankungen kamen häufiger vor:

Bluthochdruck: 10,8 gegenüber 3,7 Prozent

Fettstoffwechselstörungen: 5,3 gegenüber 0,9 Prozent

Die Ergebnisse zeigen damit, dass unauffällige Stoffwechselwerte im Kindesalter nicht bedeuten, dass starkes Übergewicht gesundheitlich harmlos ist.

Behandlung senkt spätere Gesundheitsrisiken

Entscheidend war auch der Behandlungserfolg: Nahmen die Kinder an Gewicht ab, war dies sowohl bei stoffwechselgesunden als auch bei bereits stoffwechselauffälligen Kindern mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen verbunden. Die Forschenden folgern daraus, dass eine Behandlung allen Kindern mit Adipositas angeboten werden sollte – unabhängig davon, ob bereits Stoffwechselprobleme vorliegen.

Dass sich eine erfolgreiche Behandlung langfristig auszahlt, hatte die Forschungsgruppe bereits in einer früheren Studie aus dem Jahr 2025 gezeigt. Untersucht wurde eine verhaltensorientierte Lebensstiltherapie, die Kinder und ihre Familien zu ausgewogener Ernährung, mehr Bewegung und gesunden Schlafgewohnheiten motivieren sollte. „Ob die Behandlung von Adipositas im Kindesalter langfristige gesundheitliche Vorteile hat oder nicht, ist umstritten. Denn es ist schwierig, das Gewicht zu halten. Deshalb sind diese Ergebnisse sehr gute Nachrichten“, sagte Dr. Emilia Hagman vom Karolinska Institut.

Frühzeitige Behandlung kann sich bis ins Erwachsenenalter auszahlen

Bei den erfolgreich behandelten Kindern war später auch das Risiko für einen vorzeitigen Tod geringer. Eine weitere Studie derselben Forschungsgruppe hatte gezeigt, dass adipöse Kinder im frühen Erwachsenenalter viel häufiger an Selbstmord und körperlichen Erkrankungen starben. Knapp über ein Viertel der in diesem Alter Verstorbenen war adipös. „Dies unterstreicht die Bedeutung einer frühen Behandlung, da wir wissen, dass ein rechtzeitiges Eingreifen die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöht und dazu beiträgt, die mit Adipositas verbundenen langfristigen Gesundheitsrisiken zu mildern“, so Hagman.

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