Übergriffiges Verhalten: Top-Beamter soll Kollegin (16) bedrängt haben
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Tübingen (Baden-Württemberg) – Schwere Vorwürfe gegen Dr. Utz Remlinger (57, CDU), Vize-Chef des Regierungspräsidiums Tübingen. Der Top-Beamte soll sich auf einem Behördenausflug an eine Auszubildende (16) herangemacht, sie umarmt, ihr das Du angeboten und sie mit privaten Chatnachrichten belästigt haben. Ein weiterer Vorwurf: Er soll mit mehr als zwei Promille Auto gefahren sein. Das Innenministerium Baden-Württemberg bestätigte, dass gegen Remlinger ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde. Die „Südwest Presse“ berichtet, dass sich der Übergriff auf die minderjährige Mitarbeiterin bei einem Ausflug zum Landgestüt Marbach ereignet habe. Auch eine Brauerei wurde besucht. Die Umarmungen seien der Jugendlichen sichtlich unangenehm gewesen. Remlinger soll die 16-Jährige aufgefordert haben, für ein gemeinsames Foto zu posieren, was die beklemmende Situation noch verschlimmert habe. Inzwischen soll Remlinger einen Entschuldigungsbrief an den Teenager und seine Eltern geschrieben haben. Dem SWR sagte der Behörden -Chef: „Ich habe mein Verhalten nicht als übergriffig empfunden.“ Er habe die Mitarbeiterin auf gut 20 Jahre geschätzt. Erst nachträglich habe er erfahren, dass sie eine 16-jährige Auszubildende sei. Autofahrt mit 2 Promille Ärger bekommt Remlinger nicht nur wegen seines übergriffigen Verhaltens, sondern auch wegen einer Trunkenheitsfahrt. Im Februar geriet der Top-Beamte im Raum Backnang in eine Polizeikontrolle. Laut Staatsanwaltschaft Stuttgart war der Chef von 1700 Mitarbeitern „absolut fahruntüchtig“. Nach Informationen der „Südwest Presse“ wurden mehr als zwei Promille Alkohol gemessen. Ein Strafbefehl des Amtsgerichts Backnang ist inzwischen rechtskräftig. Danach wurde Remlinger zu einem Jahr Führerscheinsperre und circa 10.000 Euro Geldstrafe (50 Tagessätze) verurteilt. „Klares Indiz für Alkoholkrankheit“ Utz Remlinger hätte zum 1. August kommissarisch die Führung der rund 1700 Mitarbeiter des Tübinger Regierungspräsidiums übernehmen sollen. Nach BILD-Informationen soll er sich seit Ende Juni krankgemeldet haben und hatte nie die kommissarische Leitung inne. Die Leitung des Regierungspräsidiums führt derzeit eine Abteilungsleiterin.