Übertragung von Hinrichtung in Texas: Trump will an Entscheidung nicht beteiligt gewesen sein – Vize JD Vance bekommt Zweifel
US-Präsident Donald Trump ist eigenen Angaben nach nicht an der Entscheidung für einen Livestream der für Dezember geplanten Militärhinrichtung in Texas beteiligt gewesen. „Sie wollen das machen, weil sie ein Exempel statuieren wollen“, sagte Trump am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Syracuse im US-Bundesstaat New York in einem vom Weißen Haus verbreiteten Video. „Ich war nicht involviert in die Entscheidung, aber ich verstehe die Entscheidung.“
Trump fügte hinzu: „Ich nehme an, sie wollen, dass es als Beispiel dient, und das kann ich sehr gut nachvollziehen.“ Zuvor hatte er bekräftigt, dass er die Hinrichtung genehmigt habe.
Pläne lösen heftige Kritik aus
An anderem Ort relativierte Trump diese Aussage allerdings wieder: Eine Entscheidung über die Liveübertragung der Exekution des verurteilten Attentäters Nidal Hasan sei noch nicht getroffen worden, sagte der US-Präsident am Freitag im Weißen Haus in Washington auf Nachfrage. „Sie machen einen Entschluss dazu, aber er wird getötet“, sagte Trump. „Es ist mir wirklich egal, wie er geht, solange er geht.“
Am Donnerstag hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bekanntgegeben, dass die Hinrichtung per Livestream übertragen werden solle. Das Pentagon bestätigte das anschließend. Die Pläne lösten heftige Kritik aus.
Der frühere Militärpsychiater Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas 13 Menschen erschossen und 32 weitere verletzt. Seine Exekution durch ein Erschießungskommando ist für den 3. Dezember geplant.
Auch US-Vizepräsident JD Vance hat Zweifel an der angekündigten Live-Übertragung geäußert. Er wisse nicht, ob es tatsächlich dazu kommen werde, sagte er vor Journalisten in Lima im US-Bundesstaat Ohio. Man müsse abwarten, was im Dezember geschehe. Zugleich sagte er: „Wenn es per Livestream übertragen wird, werde ich es mir nicht ansehen.“
Ein solcher Vorgang – zumal per Livestream übertragen – wirft viele Fragen auf, etwa ob es Zugangsbeschränkungen geben wird, um zu verhindern, dass beispielsweise Kinder die Hinrichtung verfolgen. (dpa, AFP)