Udo Lindenberg warnt eindringlich vor der AfD
Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat sich Udo Lindenberg mit einem ausführlichen Statement auf Instagram zu Wort gemeldet. Darin zerlegt der 80-Jährige die Wahlversprechen der AfD – und richtet einen eindringlichen Appell an Protestwähler.
Musiker Udo Lindenberg hat sich mit einer umfangreichen politischen Stellungnahme auf Instagram an seine Follower gewandt. Der Beitrag wurde am Donnerstag veröffentlicht und darin setzt sich der 80-Jährige detailliert mit dem Programm der AfD auseinander. Sein Appell an die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt: genau hinschauen.
"Nimm die Sonnenbrille ab und schau dir genau an, was dir versprochen wird: nicht das Plakat, den Spruch, den Wut-Button – sondern das Programm. Weil da steht oft was ganz anderes als auf der Verpackung!", so der "Panikrocker" in seinem Post.
Lindenberg nimmt Steuerversprechen und Grenzpolitik auseinander
Punkt für Punkt arbeitet sich der zweifache Träger des Bundesverdienstkreuzes durch zentrale Themen des AfD-Wahlprogramms. Die Steuersenkungen, die die rechtsextreme Partei verspricht, kämen laut Lindenberg in erster Linie Personen mit einem Jahreseinkommen jenseits der 200.000 Euro zugute. Auch die geplante komplette Abschaffung der Erbschaftsteuer sei "nur geil für Familien mit 'nem Millionenvermögen", wird der Sänger konkret.
Beim Thema Grenzkontrollen zeichnet Lindenberg ein düsteres Bild der möglichen Konsequenzen. Geschlossene Grenzen träfen Pendler, Lkw-Fahrer, Handwerker und Familien gleichermaßen – die Folge: endlose Wartezeiten und Staus, was Lindenberg als "totales Chaos und wirtschaftlichen Overkill" bezeichnet.
Scharfe Kritik an Höckes Remigrationsplänen
Besonders deutlich fällt auch seine Kritik am Thema "Remigration" aus. Der 80-Jährige verweist dabei auf Äußerungen des AfD-Politikers Björn Höcke, der ein "großangelegtes Remigrationsprojekt" gefordert und dafür eine Politik der "wohltemperierten Grausamkeit" als notwendig erachtet habe.
Für Lindenberg handelt es sich dabei um "rassistische, menschenverachtende Hetze". Gleichzeitig erinnert er daran, dass Deutschland dringend auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sei – nicht zuletzt in der Pflege und im medizinischen Bereich.
Auch einen möglichen EU-Austritt Deutschlands lehnt der Musiker entschieden ab. Großbritannien habe längst begriffen, "was für ein Riesenfehler der Brexit war". Zum Klimaschutz merkt er an, das Problem löse sich nicht in Luft auf, nur weil man das Wort aus dem Parteiprogramm tilge.
"Ein Protestkreuz ist kein Feuerlöscher"
Am Ende seines Beitrags richtet sich Lindenberg direkt an potenzielle Protestwähler. Er gesteht ihnen zu, dass sie auf die Regierung und sämtliche Parteien wütend sein dürfen und radikale Veränderungen einfordern können. Doch dann stellt er klar: "Aber Wut ist noch kein Wahlprogramm! Und ein Protestkreuz kein Feuerlöscher." Wer behaupte, mit der AfD werde alles besser, den solle man fragen: "Für wen?"
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Seinen Appell schließt Lindenberg mit unmissverständlichen Worten: "Wer Deutschland wirklich liebt, wählt Schwarz, Rot, Gold, Gelb oder Grün oder Lila, aber definitiv nicht Blau." (red)