Uganda: Londoner Hobbyfußballer soll König werden
Ob Kamurasi, der für den bekannten Amateurverein South East Dons zwischen den Pfosten steht, überhaupt royale Ambitionen hat, ist nicht klar. Medienberichten zufolge rief er seine Landsleute zur Geduld auf, als sein Name erstmals genannt wurde. Er gilt als Cousin des verstorbenen Oyo und als einer der Favoriten auf dessen Nachfolge.
Die Thronfolge in Tooro wird durch ein sogenanntes Nachfolgekomitee entschieden. Der Rat mit Vertretern königlicher Clans soll in unklaren Fällen über den neuen König entscheiden und nannte zunächst Prinz Edward Rukidi Kijanangoma. Er entstammt nicht nur der königlichen Familie, sondern ist auch ein bekannter Nachrichtensprecher. Kijanangoma aber lehnte nur wenige Stunden nach dieser Bekanntgabe ab. »Aus Respekt vor unserem verstorbenen König und dem Wunsch, den er für unser Königreich bekundet hat, bin ich der Ansicht, dass seinen Wünschen Rechnung getragen werden muss«, schreibt er bei X.
Kijanangoma verwies auf eine Stellungnahme von Best Olimi Kemigisa Akiiki, der Mutter des Königs. Oyo war bereits im Alter von drei Jahren zum König ernannt worden, sie hatte entsprechend eine wichtige Rolle inne. In ihrer Stellungnahme erhob sie schwere Vorwürfe gegen die Vertreter des Nachfolgekomitees: Die Clanvertreter hätten entgegen dem letzten Willen ihres Sohnes einen Nachfolger genannt.
König Oyo habe vor seinem Tod seinen Sohn als Nachfolger genannt, schreibt Akiiki in der Stellungnahme. Premierminister Calvin Armstrong Rwomiire hatte schon kurz nach der Todesnachricht angedeutet, dass der unverheiratete Oyo einen Sohn habe. In ugandischen Medien wurde berichtet, dass der Junge mittlerweile zehn Jahre alt und seine Mutter eine Lehrerin sei.
Königreich umfasst 800.000 Menschen
In dem Königreich leben rund 800.000 Menschen nahe den Rwenzori-Bergen. Dort herrscht derzeit eine neuntägige Trauerphase. Premierminister Rwomiire rief angesichts mehrerer möglicher Nachfolger zu Frieden, Zurückhaltung und Einheit im Königreich auf. Die Krone sei zu bedeutend, um zum Streitobjekt zu werden.
Aber zumindest die Personalie des Amateurtorwarts aus London könnte noch für Ärger sorgen. In Uganda waren die Reaktionen teils ablehnend, vor allem weil Kamurasi nicht in Uganda lebt. Und auch, weil Kamurasi nicht etwa mit einer Frau aus dem königlichen Clan der Babiito oder wenigstens einer Uganderin verheiratet sei, sondern mit einer »Muzungu«-Frau, einer Weißen. Für manche Traditionalisten ein Grund zur Ablehnung.