Ugreen DXP8800 Ultra NAS im Test
Das Ugreen NASync DXP8800 Ultra bringt ein Prozessor-Upgrade für noch mehr Leistung im 8-Bay-NAS-System. Als Flaggschiff-Modell vereint es enorme Speicherkapazitäten mit schneller, moderner Konnektivität und hoher Rechenleistung. Wir testen das neue High-End-NAS und erstmals auch Ugreens neue Ordnerverschlüsselung.
Das NASync DXP8800 Ultra ist Ugreens neues Flaggschiff-NAS abseits der mit lokaler AI ausgestatteten iDX-NAS-Serie rund um das iDX6011 Pro (Test). Auf der IFA 2026 vorgestellt bietet das DXP8800 Ultra, ebenso wie das ebenfalls neue DXP6800 Ultra, einen aktualisierten Intel-Prozessor, der mehr Leistung bietet. Im DXP8800 Ultra steckt ein Intel Core 7 150U. Mit schnellem 10-Gigabit-LAN und ausgelegt auf bis zu acht Festplatten und zusätzliche SSDs kann das DXP8800 Ultra so sowohl schnellen Zugriff als auch viel Netzwerkspeicher bereitstellen. Aktuell bietet es mit acht Laufwerken bis zu 272 TB Speicherkapazität.
Das neue NAS DXP8800 Ultra ist bei Ugreen und auch über Amazon-Prime bereits verfügbar*. Das NAS kostet derzeit 1.779,99 Euro*.
Neuer Raptor-Lake-Prozessor
Das bisher größte DXP-NAS von Ugreen, das DXP8800 Plus, bietet einen Intel Core i5-1235U. Der Core i5-1235U aus Intels Alder-Lake-Familie bietet 10 Kerne – 2 Performance- und 8 Efficient-Kerne – und 12 Threads. Die P-Cores im i5-1235U takten mit bis zu 4,4 GHz, die E-Cores mit bis zu 3,3 GHz. Im DXP8800 Ultra steckt nun hingegen ein Intel Core 7 150U aus der neueren Raptor-Lake-Generation. Auch er bietet 10 Kerne, aufgeteilt auf 2 P- und 8 E-Cores, mit 12 Threads, liefert aber noch einmal höhere Taktraten von 5,4 (P-Cores) und 4,0 GHz (E-Cores). An der Leistungsaufnahme von 15 Watt im Basistakt und bis zu 55 Watt bei maximalem Turbo ändert sich mit der neuen CPU nichts. Gekühlt wird der Core 7 150U mit einem Kühlkörper mit kleinem Lüfter direkt auf der Hauptplatine.
Ein schnellerer Prozessor wirkt sich im Alltag kaum auf einzelne Datenübertragungen aus, denn dafür ist auch das bisherige DXP8800 Plus bereits mit einem schnellen Prozessor ausgestattet, sondern kann sich dann positiv bemerkbar machen, wenn man mehrere parallele Anwendungen auf dem NAS nutzt oder eine Verschlüsselung einsetzt.
Native Ordner-Verschlüsselung ist da
Denn nach der Tresor-App bietet Ugreen seit August 2026 mit dem Update des Betriebssystems UGOS Pro auf Version 1.18.0 eine native Ordner-Verschlüsselung an. Nutzer können damit sowohl freigegebene Ordner als auch persönliche Benutzerordner direkt auf der ersten Ebene absichern und weiterhin ganz normal von außen auf diese Ordner über Freigaben und im Rahmen von automatisierten Backups zugreifen. Die Verschlüsselung passiert auf Ordnerebene, so dass man einzelne Ordner verschlüsseln kann, aber nicht das ganze Volume verschlüsseln muss. Andersherum kann man derzeit aber auch nicht das ganze Volume verschlüsseln, sondern muss Ordner einzeln absichern.
Beim Erstellen eines verschlüsselten Ordners legt der Nutzer ein Passwort fest, UGOS Pro erstellt daraufhin eine Schlüsseldatei, die heruntergeladen wird. Vergisst beziehungsweise verliert man beides, hat man keinen Zugriff mehr auf die Daten im verschlüsselten Ordner. Auch bereits vorhandene Ordner lassen sich nachträglich im Betriebssystem verschlüsseln. Ohne den passenden Schlüssel und die Entsperrung lässt sich auf die Daten in diesem Ordner nicht zugreifen, auch dann nicht, wenn sie beispielsweise in ein anderes System eingesetzt werden.
Nach dem Verschlüsseln ist der Ordner zunächst automatisch im System eingebunden. Unmountet man ihn, können auch System-Apps wie Fotos, Musik oder Docker-Container nicht mehr auf ihn zugreifen. Um erneut Zugriff zu erhalten, muss er mit dem Passwort oder der Schlüsseldatei wieder gemountet werden.
Eine Ver- und Entschlüsselung der Daten beim Lese- und Schreibzugriff führt zu einer höheren CPU-Auslastung, was die Übertragungsgeschwindigkeit reduzieren kann. Hier kann der Intel Core 7 150U seine höhere Leistung also auch bei einer alltäglichen Aufgabe ausspielen.
In der Tresor-App, die unabhängig von der neuen Ordnerverschlüsselung weiterhin genutzt werden kann, lässt sich hingegen ein eigener geschützter Bereich erstellen und in diesem Dateien gesondert speichern, er lässt sich aber gerade nicht als Freigabeordner anlegen, um leicht auf ihn zuzugreifen. Dateien können nur über den Dateimanager des NAS in den Tresor verschoben werden. Automatisierte Backups in den verschlüsselten Tresor-Bereich und Zugriffe beispielsweise über SMB sind nicht möglich.
Mit der nunmehr doch noch umgesetzten Ordnerverschlüsselung bietet Ugreen nun aber eine lange versprochene Funktion, die genau diese Dinge unabhängig von der Tresor-App erlaubt.
Nach der Einführung des Surveillance Center mit der DXP-GT-Serie, das das NAS zur Sicherheitsüberwachung in einen Netzwerk-Videorekorder (NVR) für IP-Kameras verwandelt, zeigt Ugreen somit, dass man UGOS Pro weiterhin verbessert und weiterentwickelt. Die anfänglichen Sorgen, die neuen NAS-Systeme könnten zwar technisch gut umgesetzt sein, schlussendlich aber an einem fehlenden Software-Support durch den Hersteller scheitern, sind bislang somit unbegründet. Zwar bietet UGOS weiterhin nicht die Detailfülle wie ein DSM von Synology, bis man diesen Funktionsumfang im Detail erreicht hat, dauert es aber auch. Ugreen pflegt auch weiterhin einen öffentlichen Update-Plan, der zeigt, an welchen Funktionen gerade gearbeitet wird.
Grundsätzlich stellt auch das DXP8800 Ultra eher einen Netzwerkserver als einen Netzwerkspeicher dar, da seine Funktionen weit über die Bereitstellung von Speicherplatz im Netzwerk hinausgehen und sich über Apps in UGOS Pro deutlich erweitern lassen.
Mehr Details zu den Möglichkeiten und Funktionen von UGOS Pro
Viele Anwendungen, darunter Jellyfin, laufen über Docker. Das Hardware-Transcoding mit der Grafikeinheit wird grundsätzlich wie bei Intel-basierten NAS üblich problemlos unterstützt. Allerdings führt beispielsweise der Weg zu Plex über Docker und eine Verknüpfung auf dem Desktop der Weboberfläche fehlt somit. Cloud-Dienste wie Google Drive, OneDrive und Dropbox lassen sich problemlos synchronisieren. Eine Möglichkeit, Cloud-Dateien ohne Synchronisationsauftrag direkt im Dateisystem anzuzeigen, gibt es aber nicht. Insgesamt sind aber sowohl die Weboberfläche als auch die Apps im modernen Look gehalten und leicht zugänglich.
Erweiterbarer 8-GB-RAM
Anders als bei der AI-iDX-Serie, die mit 32 und 64 GB verlötetem Speicher gekauft werden kann, stattet Ugreen das DXP8800 Ultra wieder mit 8 GB DDR5-Arbeitsspeicher aus, die als ein einzelnes Modul umgesetzt sind, sich also ersetzen und erweitern lassen. Denn hinter der Klappe an der Unterseite verbirgt sich nicht nur der Steckplatz für das eine RAM-Modul, sondern ein zweiter, ab Werk leerer Steckplatz, den man zunächst bestücken kann, ohne das vorhandene RAM-Modul ausbauen zu müssen. Bis zu 96 GB sind offiziell maximal möglich, da dies das offizielle Maximum der Intel-Plattform ist. Das sind allerdings auch 32 GB mehr als offiziell beim DXP8800 Plus möglich sind, da Intel den Speicherausbau hier auf offiziell 64 GB beschränkt.
ECC-Speicher mit interner Fehlerkorrektur unterstützt die Plattform von Intel nicht, dementsprechend kann auch kein solcher Speicher im DXP8800 Ultra genutzt werden.
8× 3,5", 2× M.2 für Volumes und Cache
Das DXP8800 Ultra bietet an der Vorderseite acht Laufwerksrahmen. Bis zu acht 3,5-Zoll-Laufwerke können auf diesen schrauben- und werkzeuglos montiert werden. Alternativ können auch 2,5-Zoll-Laufwerke genutzt werden, diese müssen jedoch auf den Einschüben verschraubt werden, wofür Ugreen die passenden Schrauben mitliefert. Als RAID-Modi unterstützt das DXP8800 Ultra JBOD, Basic, RAID 0, RAID 1, RAID 5, RAID 6 und RAID 10. Hier werden somit wie bei allen NAS entsprechend der Anzahl der Laufwerke alle Bedürfnisse abgedeckt.
Neben den Einschüben für HDDs und SSDs besitzt das NAS auch zwei M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs, die unter einer Abdeckung an der Unterseite des NAS liegen. Die beiden NVMe-SSDs können wahlweise für schnelle Volumes oder einen SSD-Cache zur Unterstützung von HDDs konfiguriert werden.
Thunderbolt, PCIe, 10 GbE, HDMI und SD-Card
Bei den Anschlüssen unterscheidet sich das DXP8800 Ultra nicht vom DXP8800 Plus. Das NAS bietet erneut zahlreiche unterschiedliche Anschlüsse. Das NAS bietet zwei 10-Gigabit-LAN-Anschlüsse, zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse mit 40 Gbit/s, einen internen PCIe-Gen4-x4-Steckplatz, einen HDMI-Anschluss für bis zu 8K/60Hz, einen SD-Kartenleser sowie zwei USB-A-2.0-, zwei USB-A-3.2- und zwei USB-C-Anschlüsse.
Die beiden 10-Gigabit-LAN-Anschlüsse lassen sich auf Wunsch per Link Aggregation bündeln, um die maximal mögliche Datentransferrate beim gleichzeitigen Zugriff mehrerer Clients zu erhöhen. Dies verbessert auch den parallelen Zugriff über verschiedene Dienste: Wenn Home Assistant, Plex, Smart-Home-Kameras und Dateitransfers gleichzeitig auf die Netzwerkschnittstelle zurückgreifen, liefern die 10-Gbit/s-Anschlüsse viel Bandbreite. SMB Multichannel beherrschen die NAS-Systeme von Ugreen allerdings ebenso. Über SMB Multichannel kann ein Client mehrere Netzwerkwege gleichzeitig für den SMB-Zugriff nutzen, wenn das NAS mit beiden Netzwerkanschlüssen mit einem Switch verbunden ist, ohne dass Link Aggregation genutzt wird. Auf diese Weise kann auch der Zugriff von einem einzelnen Client beschleunigt werden. Bei Link Aggregation werden die LAN-Anschlüsse des NAS in Richtung des Switches gebündelt, was dann sinnvoll ist, wenn viele Clients gleichzeitig zugreifen.
Wir haben das DXP8800 Ultra weitgehend auseinandergenommen, um einen Blick auf die Komponenten werfen zu können. Um so weit vorzudringen, müssen viele Schrauben und Klebestreifen gelöst werden, bis man die kleine, aufgeräumte Hauptplatine in Händen hält, wie die folgende Bildstrecke zeigt.
Das Ganze steckt in einem hervorragend verarbeiteten Metallgehäuse mit Maßen von 365 × 258 × 189 mm und wird von zwei Lüftern mit Maßen von 92 × 92 × 25 mm gekühlt. Diese beiden Lüfter blasen kühle Luft von hinten in das System und insbesondere auf die Laufwerke.
Öffnet man das Gehäuse über die Schrauben an der Rückseite und die Standfüße an der Unterseite, kann man die gesteckten Lüfter mit etwas Geschick austauschen. Auch das DXP8800 Ultra verfügt zudem über einen magnetischen Staubfilter, der einfach auf die Rückseite vor die Lüfter aufgesetzt wird.
Das interne Netzteil verfügt über eine Leistung von 250 Watt und besitzt seinerseits selbst einen kleinen Lüfter zur Kühlung.
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