Ukraine aktuell: In Russland wird der Sprit wieder knapp
Newsblog zum Krieg in der Ukraine In Russland wird der Sprit wieder knapp Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! An Tankstellen in Russland bilden sich erneut lange Schlangen. Die USA bitten die Ukraine offenbar, Angriffe auf Tanker auszusetzen. Alle Entwicklungen im Newsblog. Mittwoch, 12. August In Russland wird der Sprit wieder knapp Die Spritkrise in Russland verschärft sich offenbar wieder. In mindestens zwölf Regionen des Landes bilden sich derzeit lange Schlangen von Autos an Tankstellen, berichtet das unabhängige russischsprachige Nachrichtenportal "Meduza" unter Berufung auf Berichte in sozialen Medien. Auch aus Moskau und St. Petersburg werden demnach erste Engpässe gemeldet. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Regionen im Westen und Süden des Landes. Die Lage sei aber nicht so dramatisch wie auf dem Höhepunkt der Spritkrise Anfang Juli. Damals wurden in weiten Teilen Russlands Sprit und Diesel knapp, auch in Moskau und St. Petersburg mussten Autofahrer stundenlang Schlange stehen. Viele Tankstellen gaben nur noch maximal 20 Liter Treibstoff pro Tag und Person ab. Ausgelöst wurde die Spritkrise durch ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien. Schätzungen aus der Energiebranche zufolge zerstörten die Angriffe bis zu 45 Prozent der russischen Produktionskapazitäten. Zwischenzeitlich hat sich die Lage aus russischer Sicht aber gebessert. So konnte Russland laut "Financial Times" einen Teil der Produktionskapazitäten wieder herstellen. Zudem reagierte der russische Staat mit einem Exportverbot für Treibstoff und kaufte Sprit und Diesel im Ausland zu. Die Ukraine verlagerte ihre Fernangriffe zuletzt außerdem auf Warenlager des Onlinehändlers Wildberries. In den vergangenen Tagen gab es allerdings wieder Angriffe auf Raffinerien, beispielsweise im sibirischen Omsk. Unklar ist, ob die neu aufgeflammte Spritkrise in einem direkten Zusammenhang mit diesen Angriffen stehen. Dem "Meduza"-Bericht zufolge gibt es in den ersten Regionen nun wieder Mengenbeschränkungen beim Tanken. Insider: Kein Betrieb an Getreideterminal in Noworossijsk nach Angriff Der Betrieb des Getreideterminals im russischen Hafen Noworossijsk ist Insidern zufolge aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe in der Nacht eingestellt worden. Die Demetra Holding, die Eigentümerin des Terminals am Schwarzen Meer ist, bestätigt, dass das Terminal bei dem Angriff beschädigt wurde. "Der Terminalbetrieb wurde eingestellt, und die Schadensbewertung ist im Gange", sagt der Insider, der anonym bleiben wollte. Ein Sprecher der Demetra Holding erklärt lediglich, dass das Terminal einen nicht näher spezifizierten Schaden erlitten habe, und lehnt weitere Kommentare ab. Ukraine stoppt wohl auf US-Bitte Angriffe auf Tanker Die Ukraine hat einem Medienbericht zufolge auf Bitten der USA ihre Angriffe auf Öltanker eingestellt, die den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nutzen. Ende Juli habe US-Vizepräsident JD Vance die Regierung in Kiew darum gebeten, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Regierungskreise in Kiew. Die US-Regierung sei besorgt darüber gewesen, dass die Ukraine durch den Beschuss die Ölmärkte weiter destabilisiere und US-Firmen schädige. Die Angriffe hatten Tankern gegolten, die über ein Terminal des Caspian Pipeline Consortiums (CPC) im Hafen Noworossijsk Rohöl aus Kasachstan an Bord nehmen. Die Nachrichtenagentur Reuters kann den Bericht zunächst nicht bestätigen. Ukraine greift russischen Schwarzmeerhafen an – Kind stirbt Die Ukraine hat die russische Hafenstadt Noworossijsk und auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim mit Drohnen angegriffen. Das berichtet "Kyiv Independent" unter Berufung auf unabhängige Beobachterkanäle und russische Staatsmedien. Demnach wurden bei dem Angriff in Noworossijsk sechs Wohnhäuser, ein Geschäftsgebäude und eine Baustelle getroffen. Ein Kind sei getötet, zwei weitere Menschen verletzt worden, teilt Bürgermeister Andrej Krawtschenko auf Telegram mit. Auch ein Getreidespeicher und ein landwirtschaftlicher Schifffahrtskomplex sollen getroffen worden sein. Noworossijsk liegt am Schwarzen Meer und beherbergt einen Marinestützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Auf der Krim soll es Augenzeugen zufolge mehrere Explosionen in der Nähe des Kraftwerks Balaklawa bei Sewastopol und einen Drohnenangriff nahe der Krimbrücke gegeben haben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Berichte derzeit nicht. Dienstag, 11. August Selenskyj: Putin schmiedet Pläne für große Mobilisierung Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin erneut vorgeworfen, eine groß angelegte Mobilisierung zu planen. Die massenhafte Rekrutierung von Soldaten werde für den Herbst vorbereitet, gleich nach der Parlamentswahl im September, sagte Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft und berief sich auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente. Bis zum Jahresende gehe es um mehrere Hunderttausend Russen und noch einmal ungefähr so viele für das nächste Jahr, sagte Selenskyj. Putin wolle den Anschein erwecken, die russische Bevölkerung unterstütze den Krieg gegen die Ukraine. Die landesweite Parlamentswahl ist in Russland vom 18. bis 20. September angesetzt. Erst am Vortag war mit der liberalen Oppositionspartei Jabloko die einzige Partei ausgeschlossen worden, die den russischen Angriffskrieg offen ablehnt. Selenskyjs Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Auch in der Vergangenheit hatte Kiew Moskau mehrfach vorgehalten, eine weitere Mobilisierung vorzubereiten, ohne dass es dazu kam. Die Frage, ob es in diesem Herbst zu einer neuen Mobilisierungswelle kommt, wird aber auch von Beobachtern viel diskutiert. Bei der großen Mobilisierungswelle im Herbst 2022 waren rund 300.000 Männer eingezogen worden. Loading... Loading... Loading... Eskalation am Schwarzen Meer: Es gerät außer Kontrolle Russland und die Ukraine weiten ihre Angriffe immer stärker auf See aus. Der Drohnenkrieg bedroht inzwischen den gesamten Schwarzmeerraum – und gibt der Türkei eine neue Schlüsselrolle. Lesen Sie den ganzen Artikel hier. Ukraine übergibt USA Vorschläge für Kriegsende Die Ukraine hat US-Unterhändlern nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Vorschläge zur Beendigung des mehr als vierjährigen Krieges mit Russland übergeben. "Wir haben der amerikanischen Seite unsere Vorschläge übermittelt", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.