Ukraine aktuell | Selenskyj: Putin schmiedet Pläne für große Mobilisierung
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Selenskyj: Putin schmiedet Pläne für große Mobilisierung Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Kiew fürchtet eine erneute Mobilisierung in Russland. Der Kreml setzt seine Angriffe auf ukrainische Städte fort. Alle Entwicklungen im Newsblog. Dienstag, 11. August Selenskyj: Putin schmiedet Pläne für große Mobilisierung Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin erneut vorgeworfen, eine groß angelegte Mobilisierung zu planen. Die massenhafte Rekrutierung von Soldaten werde für den Herbst vorbereitet, gleich nach der Parlamentswahl im September, sagte Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft und berief sich auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente. Bis zum Jahresende gehe es um mehrere Hunderttausend Russen und noch einmal ungefähr so viele für das nächste Jahr, sagte Selenskyj. Putin wolle den Anschein erwecken, dass die Russen den Krieg gegen sein Land angeblich unterstützen. Die landesweite Parlamentswahl ist in Russland vom 18. bis 20. September angesetzt. Erst am Vortag war mit der liberalen Oppositionspartei Jabloko die einzige Partei ausgeschlossen worden, die den russischen Angriffskrieg offen ablehnt. Selenskyjs Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Auch in der Vergangenheit hatte Kiew Moskau mehrfach vorgehalten, eine weitere Mobilisierung vorzubereiten, ohne dass es dazu kam. Die Frage, ob es in diesem Herbst zu einer neuen Mobilisierungswelle kommt, wird aber auch von Beobachtern viel diskutiert. Bei der großen Mobilisierungswelle im Herbst 2022 waren rund 300.000 Männer eingezogen worden. Eskalation am Schwarzen Meer: Es gerät außer Kontrolle Russland und die Ukraine weiten ihre Angriffe immer stärker auf See aus. Der Drohnenkrieg bedroht inzwischen den gesamten Schwarzmeerraum – und gibt der Türkei eine neue Schlüsselrolle. Lesen Sie den ganzen Artikel hier. Ukraine übergibt USA Vorschläge für Kriegsende Die Ukraine hat US-Unterhändlern nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Vorschläge zur Beendigung des mehr als vierjährigen Krieges mit Russland übergeben. "Wir haben der amerikanischen Seite unsere Vorschläge übermittelt", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Die USA könnten helfen, die ukrainische Verteidigung vor allem durch Flugabwehr zu stärken und Druck auf Russland auszuüben. Ziel sei es, dass sich Moskau auf ein Ende des Krieges vorbereite, anstatt ihn in die Länge zu ziehen, so Selenskyj. Die Ukraine leidet unter einem großen Mangel an Flugabwehrraketen. Daher haben Russlands Luftangriffe in den vergangenen Monaten deutlich mehr Todesopfer in der Ukraine gefordert. Nach Anschlagsversuch: Russisches Haus in Berlin rückt in den Fokus Noch ist die Drohnen-Attacke in Leipzig nicht restlos geklärt. Aber erste Politiker fordern Konsequenzen. Vor allem eine Einrichtung in Berlin steht in der Kritik. Lesen Sie den ganzen Artikel hier. Russlands letzte Kriegsgegner werden mundtot gemacht Russland hat die Partei Jabloko von der Duma-Wahl ausgeschlossen. Sie ist gegen den Krieg in der Ukraine und hatte zuletzt deutlich an Zustimmung gewonnen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier. Großbrände nach ukrainischen Angriffen auf Russland Die Ukraine hat bei neuen massiven Drohnenangriffen im russischen Hinterland mindestens eine Ölraffinerie und Lagerhallen des landesweit größten Online-Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Im Gebiet Woronesch brannten Zehntausende Quadratmeter Lagerfläche, wie Gouverneur Alexander Gussew mitteilte. Bei dem Angriff sei ein 49 Jahre alter Mann tödlich verletzt worden, es gebe auch zwei Verletzte, sagte er. Im Video | Wildberries-Lager in Frontnähe brennt lichterloh Player wird geladen Die Anlagen des Logistikzentrums seien evakuiert worden, teilte Wildberries am Morgen mit. Nach Angaben des Gouverneurs hatte es in der Nacht einen Angriff gegeben, die russische Flugabwehr habe 15 Drohnen abgeschossen. Er sagte nicht, wie viele Drohnen ihr Ziel trafen. In Orsk im Gebiet Orenburg an der Grenze zu Kasachstan geriet nach Meldungen in den sozialen Netzwerken nach einem Drohnenangriff eine Ölraffinerie in Brand. Gouverneur Jewgeni Solnezew bestätigte lediglich, dass ein Feuer in einem Industrieobjekt nach der Attacke ausgebrochen sei. Er sagte nicht, dass es sich um eine Raffinerie handelte. Verletzte gab es demnach keine. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Angaben zu den Angriffen. Russland startet erneut Luftangriffe auf ukrainische Städte Russland hat ukrainischen Angaben zufolge Kiew und andere Großstädte des Landes in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden allein in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Saporischschja mindestens fünf Menschen getötet und weitere 20 verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram schrieb. Es seien Industrieanlagen und Infrastruktur angegriffen worden. Aus der Hauptstadt Kiew wurde zunächst ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram: "Explosionen in der Hauptstadt. Die Stadt steht unter Beschuss. Bleiben Sie in den Schutzräumen." Die Rettungsteams seien unterwegs. Das Nachrichtenportal "Kyiv Independent" berichtete, Russland habe mit ballistischen Raketen einen erneuten Angriff gestartet. Die ukrainische Luftwaffe warnte dem Bericht zufolge zugleich, dass russische Raketen auf Sumy, Charkiw und Tschernihiw zielten. Ukrainischer Kampfjet stürzt bei Einsatz ab – Pilot gerettet Ein ukrainischer Kampfjet vom Typ MiG-29 ist bei einem Kampfeinsatz in Brand geraten und abgestürzt. Der Pilot rettete sich nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit dem Schleudersitz und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Vorfall ereignete sich in der südukrainischen Region Odessa, als der Pilot russische Stellungen ins Visier nahm, wie die Luftwaffe auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt. Nach vorläufigen Erkenntnissen sei es beim Abfeuern einer Rakete zu einem Notfall gekommen. Dadurch habe das Flugzeug Feuer gefangen und der Pilot die Kontrolle verloren, obwohl er noch versucht habe, die Maschine zu retten. Die genaue Absturzursache werde untersucht.