Ukraine: Belagerung der Krim - verliert Russland hier den Krieg?
Berlin. Mit ihren Drohnenangriffen hat die Ukraine die Tourismussaison auf der Krim vorzeitig beendet. Tausende russische Sommergäste haben die von Russland besetzte ukrainische Halbinsel in den vergangenen Wochen fluchtartig verlassen, andere reisen gar nicht erst an. Die russische Besatzungsregierung hat den Benzinverkauf gestoppt und den Ausnahmezustand verhängt.
Am Wochenende griff die Ukraine binnen 48 Stunden 16 Kraftwerke auf der Krim an und löste Blackouts aus, wie der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, am Sonntag mitteilte. Auch ein Militärflughafen wurde nach Angaben des ukrainischen Generalstabs getroffen.
Der Urlauber-Exodus von der Krim ist nach den brennenden Ölanlagen in Moskau und St. Petersburg der sichtbarste Erfolg der ukrainischen Streitkräfte. Er unterstreicht den Eindruck, dass der Krieg nach vier Jahren jetzt auch den Alltag der russischen Bevölkerung erreicht hat.
Man werde die Krim isolieren und zu einer „Insel“ machen, hatte der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fedorov kürzlich verkündet. Die Halbinsel werde von den Russen als Militärbasis genutzt, um die besetzten Gebiete im Süden der Ukraine zu sichern und Truppen in den Donbass zu schicken. Deshalb sei sie ein wichtiges militärisches und logistisches Ziel.