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Ukraine-Drohne legt russische Ölraffinerie lahm - Ausfall könnte ein halbes Jahr dauern

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Ukraine-Drohne legt russische Ölraffinerie lahm – Ausfall könnte ein halbes Jahr dauern

Von: Myriam Nollte

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Ukraine trifft Raffinerie 1.900 km entfernt – Ausfall für bis zu sechs Monate.

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat die Ölraffinerie Orsknefteorgsintez in der russischen Stadt Orsk vollständig außer Betrieb gesetzt. Gouverneur Jewgeni Solnzew der Region Orenburg bestätigte das am 13. August auf Telegram. Solnzew zufolge könnte die Anlage bis zu sechs Monate lang stillstehen, da westliche Sanktionen die Beschaffung der nötigen Ersatzteile blockierten.

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„Die Anlage ist vollständig abgeschaltet. Wir bereiten uns auf das schlimmste Szenario vor“, schrieb Solnzew. Solnzew zufolge werde die Raffinerie bis auf Weiteres auf Treibstofflieferungen aus anderen Teilen Russlands angewiesen sein.

Fast 2.000 Kilometer von der Ukraine entfernt

Die Nachrichtenagentur Reuters bestätigte unter Berufung auf zwei Industriequellen, dass Drohnen in der Nacht auf den 11. August mehrere Produktionsanlagen der Raffinerie beschädigt hätten. Die Anlage liegt demnach rund 1.900 Kilometer östlich der ukrainischen Grenze, nahe der Grenze zu Kasachstan, und verarbeite rund 6 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr – darunter Diesel, Benzin, Bitumen und Schweröl.

Laut dem unabhängigen russischsprachigen Nachrichtenportal Meduza meldeten ukrainische Überwachungskanäle, der Angriff habe die primäre Destillationseinheit der Anlage getroffen. Die Lage an Tankstellen sei „nicht überall einfach, aber beherrschbar“, so Solnzew. Von den 287 Tankstellen in der Region seien noch 80 Prozent in Betrieb, die Logistik für Treibstoffimporte werde bereits neu konfiguriert.

Sanktionen machen schnelle Reparatur unmöglich

Das beschädigte Equipment sei importiert und könne wegen westlicher Sanktionen nicht kurzfristig ersetzt werden, schrieb Solnzew auf Telegram. Die unabhängige russische Zeitung The Moscow Times zitiert eine Industriequelle mit den Worten, eine Reparatur werde „mindestens ein halbes Jahr“ dauern. Die Raffinerie sei in diesem Monat bereits zweimal angegriffen worden.

Russlands Treibstoffkrise verschärft sich

Der Angriff auf Orsk trifft Russland in einer bereits angespannten Versorgungslage. Reuters berichtete im Juli unter Berufung auf Industriekreise, dass rund 40 Prozent der russischen Raffineriekapazität in den nächsten zwei Monaten selbst ohne neue ukrainische Angriffe nicht wieder in Betrieb gehen dürfte.

Die russische Regierung habe laut The Moscow Times das Benzin- und Dieselexportverbot bis Ende Januar 2027 verlängert. Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak bezeichnete die Lage auf dem Treibstoffmarkt als „herausfordernd, aber unter Kontrolle“. Seit August müssten Autofahrer in Russland demnach beim Tanken ihren Fahrzeugschein vorlegen.

Teil einer wachsenden Angriffsserie

Der Treffer in Orsk reiht sich in eine Serie ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Ölinfrastruktur ein, die laut der ukrainischen Nachrichtenseite Kyiv Independent 2026 deutlich an Umfang und Häufigkeit zugenommen haben. In der Nacht auf den 14. August griff die Ukraine zudem den Raffinerie-Komplex Gazprom Neftekhim Salavat in der Republik Baschkortostan an. Quellen: Reuters, The Moscow Times, Meduza, Kyiv Independent, nif/red.

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