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Ukraine: Ex-Verteidigungsminister Fedorow schmettert Angebote von Selenskyj ab

Welt

Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat die Angebote von Präsident Wolodymyr Selenskyj für eine Rückkehr in die Regierung ausgeschlagen. Wie unter anderem die Ukrainska Prawda unter Berufung auf ein Statement Fedorows via WhatsApp berichtet, will Fedorow ausschließlich als Verteidigungsminister ins Kabinett zurückkehren – kein anderer Posten kommt für ihn infrage. Fedorow war am 14. Juli nach nur sechs Monaten im Amt entlassen worden. Seine Absetzung löste in der Ukraine landesweite Proteste aus, bei denen Demonstranten seine Wiedereinsetzung forderten. Der 35-Jährige gilt als populäre Figur, weil er die Streitkräfte modernisierte und hart gegen Korruption bei der Rüstungsbeschaffung vorging. „Nur drei Positionen bestimmen den Kriegsverlauf“ Selenskyj hatte Fedorow laut Kyiv Independent mehrere Alternativen angeboten, darunter den Posten des stellvertretenden Ministerpräsidenten für militärische Innovation. Fedorow lehnte ab. „Ich bin dem Präsidenten für alle angebotenen Optionen dankbar. Aber heute gibt es nur drei Positionen im Land, die – neben den Soldaten auf dem Schlachtfeld – wirklich den Kriegsverlauf bestimmen: der Präsident, der Verteidigungsminister und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte“, sagte Fedorow laut Ukrainska Prawda. „Deshalb werde ich keine andere Position als die des Verteidigungsministers annehmen.“ Kein anderes Amt habe die tatsächliche Befugnis, Korruption bei der Beschaffung zu bekämpfen und die begonnene Transformation der Armee abzuschließen. Der „Air-Land-Economy“-Plan Fedorow verwies auf seinen Plan zur Beendigung des Krieges, mit dem sein Team im Januar 2026 ins Ministerium gekommen war. „Wir nannten diesen Plan ‚Air-Land-Economy‘“, sagte er. Er umfasst laut AP den Schutz des Luftraums, die Stabilisierung der Frontlinie und Schläge gegen die russische Wirtschaft durch weitreichende Angriffe. „Zum ersten Mal seit Jahren begann die Ukraine, die Initiative zu ergreifen“, so Fedorow. Die gemeinsamen Ergebnisse hätten „ein Zeitfenster geschaffen, um Russland durch Stärke zum Frieden zu zwingen“. Nach AP-Angaben scheiterte die Zusammenarbeit an einem Konflikt mit dem sowjetisch ausgebildeten – inzwischen ebenfalls ehemaligen – Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj, der als Teil der alten Militärgarde galt. Was hinter dem Machtkampf steckt Selenskyj hatte zuvor angegeben, dass Fedorow und Syrskyj nicht effektiv zusammenarbeiten konnten. Probleme an der Front, in den Brigaden und bei der Mobilmachung blieben ungelöst. Nach sechs Tagen anhaltender Proteste entließ Selenskyj am 21. Juli Oberbefehlshaber Syrskyj und ernannte Mychajlo Drapatyj zum Nachfolger. Am Donnerstag erklärte der Präsident laut Kyiv Independent, Syrskyj und der ebenfalls entlassene Generalstabschef Andrii Hnatow sollten die neue Militärführung künftig beraten. Für Freitag rief der frühere Soldat Dmytro Koziatynskyi laut Ukrainska Prawda zu einer weiteren Protestkundgebung in Kiew auf – mit der Forderung, Fedorow als Verteidigungsminister wiedereinzusetzen. Lesen Sie mehr zum Thema

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