DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,72 % 53.343,40 Pkt 22:40:06 S&P 500 -1,21 % 7.691,76 Pkt 22:38:24 Nasdaq -1,64 % 26.289,71 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,57 % 65.724,25 Pkt 04:30:01 Gold -0,20 % 4.408,80 USD 04:39:57 Silber -4,56 % 63,11 USD 04:39:48 Brent +0,92 % 91,71 USD 04:39:52 WTI +0,36 % 84,80 USD 04:39:52 Bitcoin -0,56 % 64.319,04 USD 04:49:53 EUR/USD +0,05 % 1,15890 USD 04:49:57 EUR/GBP +0,08 % 0,85550 GBP 04:50:01 EUR/CHF +0,11 % 0,93990 CHF 04:50:01 EUR/JPY +0,03 % 184,578 JPY 04:50:01

„Ukraine ist in bester Position“: Neue Ukraine

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Startseite Politik „Ukraine in bester Position“: Neue Ukraine-Taktik beschert Russland herbe Verluste Von: Simon Schröder Uns auf Google folgen Russlands Verluste übersteigen mittlerweile die Rekrutierungsrate. Kiews Drohnen-Taktik in der Todeszone im Ukraine-Krieg verändert das Schlachtfeld fundamental. Kiew – An der Front im Ukraine-Krieg trennt russische und ukrainische Soldaten die Todeszone. Hier hat sich die Kriegsführung fundamental verändert. Wo einst Panzerverbände und Artillerieeinheiten das Schlachtfeld dominierten, beherrschen heute Drohnen den Luftraum – tausende von ihnen, billig produziert und tödlich präzise. Entlang der rund 1.200 Kilometer langen Front hat sich die Tondeszone gebildet. Ein bis zu 30 Kilometer breiter Streifen, auf dem sich die ukrainischen und russischen Positionen gegenüberstehen. In diesem verwüsteten Niemandsland liegen Gebäude in Trümmern, Bäume sind zerfetzt, und kaum etwas Lebendes bleibt unentdeckt. Soldaten beider Seiten haben sich in winzige, unterirdisch ausgehobene Erdbunker zurückgezogen, oft monatelang isoliert, um der permanenten Bedrohung aus der Luft zu entgehen, wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt. Kleine Truppenbewegungen statt großer Frontalangriffe im Ukraine-Krieg Großangelegte Truppenbewegungen gehören der Vergangenheit an. Stattdessen operieren Einheiten in Gruppen von zwei bis drei Soldaten, die sich zu Fuß oder per Motorrad fortbewegen – stets in der Gefahr, von einer Drohne aufgespürt zu werden. „Die Infanteristen fungieren oft als Beobachter, vermeiden direkte Gefechte, die ihre Position verraten könnten, und rufen stattdessen Drohnen, um zu töten“, erklärt ein Offizier der ukrainischen Drohneneinheit „Madyar‘s Birds“, gegenüber Reuters. Auf diese Todeszone hat sich die Ukraine nach fünf Jahren Krieg angepasst. Der österreichische Militärexperte Gustav Gressel sagt gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ): „Die Ukraine befindet sich in der besten Position in diesem Krieg seit dem Sommer 2023.“ Das zeigt sich auch an der Front: Russlands Verlustrate von um die 30.000 verwundeten oder getöteten Soldaten pro Monat, übersteigt die Rekrutierungsrate von ungefähr 27.000 Soldaten pro Monat, wie der Thinktank „Center for Strategic & International Studies“ (CSIS) schreibt. Russlands Verluste im Ukraine-Krieg klettern auf das Achtfache der ukrainischen Verluste Das Verhältnis russischer zu ukrainischen Verlusten sei im ersten Halbjahr 2026 auf nahezu 8:1 gestiegen – gegenüber einem Verhältnis von 2:1 bis 3:1 in weiten Teilen des bisherigen Kriegsverlaufs, wie das CSIS in einer Analyse schreibt. Als wesentlicher Treiber gilt der ukrainische Einsatz von Drohnen, darunter KI-gestützte Systeme, im Rahmen andauernder Luftangriffe auf militärische Infrastruktur, um den russischen Nachschub zu erschweren und zu behindern. Parallel dazu kommt Russlands Bodenoffensive weitgehend zum Erliegen. Die durchschnittlichen täglichen Geländegewinne liegen bei rund 50 Metern bei Kostjantyniwka, 70 Metern bei Pokrowsk und 90 Metern bei Slowjansk – Werte, die zu den niedrigsten Vormarschgeschwindigkeiten in einem Krieg der vergangenen hundert Jahre zählen. Im Frühjahr 2026 verlor Russland erstmals seit August 2024 Territorium: In den Monaten April und Mai büßten russische Kräfte netto rund 400 Quadratkilometer an der Ukraine-Front ein. Die ukrainische Armee kämpft an der Front unter grundlegend anderen Voraussetzungen als Russland. Verluste, wie Moskau sie bereit ist hinzunehmen, kann sich Kiew nicht leisten. Deshalb setzt die ukrainische Armeeführung auf einen systematisch vorbereiteten, mehrstufigen Angriffsprozess – der bis zu zehn Tage dauern kann, bevor der eigentliche Sturm oft nur Minuten in Anspruch nimmt, wie die SZ skizziert. Kiews neue Taktik an der Ukraine-Front: Schrittweise Zerstörung russischer Stellungen im Ukraine-Krieg Am Beginn steht die Schwächung der gegnerischen Aufklärung. Die Ukraine versucht, russische Drohnenteams zu lokalisieren und auszuschalten. Entdeckte russische Teams in der Todeszone werden mit Gleitbomben bekämpft. Parallel dazu isolieren ukrainische Kräfte die Kampfzone: Munitionslager, Nachschubwege und benachbarte Einheiten werden angegriffen, um den Feind abzuschneiden. Dann geraten die feindlichen Stellungen ins Visier und werden mit Drohnen zerstört. Nach drei bis sechs Tagen Vorbereitung werden die geschwächten russischen Kräfte mit Drohnen an Ort und Stelle gebunden, schreibt die SZ über das ukrainische Vorgehen weiter. Der eigentliche Angriff beginnt idealerweise bei Nebel oder schlechtem Wetter. Panzer nähern sich den russischen Stellungen, die Infanterie – meist zwei Trupps zu je drei Mann – stürmt vor: Ein Trupp nimmt die Stellung ein, der andere sichert von außen. Nach der Einnahme ziehen sich die Angreifer zurück und werden durch frische Kräfte ersetzt. Angesichts Russlands hoher Verluste, plant der Kreml nach Einschätzung ukrainischer Geheimdienste eine neue Mobilisierungswelle im Herbst. Das erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und verwies dabei auf entsprechende Erkenntnisse seiner Nachrichtendienste. Kremlchef Wladimir Putin bereite demnach die Einziehung weiterer Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine vor. „Er verbirgt seine Absicht hinter verschiedenen Worten und Signalen, aber er trifft Vorbereitungen“, sagte Selenskyj. Russland bereitet wohl neue Mobilisierung für den Herbst vor – um Verluste an der Front auszugleichen Hinweise auf eine bevorstehende Mobilisierung mehren sich. Die unabhängigen russischen Exilmedien Verstka und Vaschnyje Istorii berichteten Ende Juni, Russlands Führung diskutiere intern über eine neue Mobilisierung, da die Rekrutierung freiwilliger Vertragssoldaten massiv eingebrochen sei. Zahlen aus dem Moskauer Bürgermeisterbüro zeigen demnach, dass die Stadt im April dieses Jahres 1.708 und im Mai 1.378 Personen an die Front schickte – rund 1.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Vaschnyje Istorii zufolge hat sich die Rekrutierungsrate für Vertragssoldaten im letzten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert und sei Anfang 2026 weiter gesunken. Neu eingetroffene russische Rekruten an der Ukraine-Front überlebten im Durchschnitt lediglich 20 bis 30 Minuten, bevor sie getötet oder verwundet werden, sagte CIA-Direktor John Ratcliffe auf dem „Defense and Innovation Summit“ in Pennsylvania Mitte Juli. Als Hauptursache für die extremen Verlustzahlen nannte Ratcliffe den massiven Einsatz von KI-gesteuerten Drohnen. Fünf Jahre Krieg, eine fundamental veränderte Kampfweise – und kein Ende in Sicht. Was die Zahlen jedoch zeigen: Die Initiative liegt derzeit bei der Ukraine. Wie lange, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viele Männer Putin noch bereit ist zu opfern. (Quellen: Reuters/Süddeutsche Zeitung/Verstka/Vaschnyje Istorii/CSIS/eigene Recherche) (sischr)

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