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Ukraine-Krieg aktuell: Putin droht Kiew nach Drohnen-Schlägen – „Büchse der Pandora“ geöffnet

Von: Stephanie Munk, Nail Akkoyun, Felix Busjaeger

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Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg im Ticker: 15 Menschen sterben, 130 sind verletzt nach Russland-Angriff auf ein Einkaufszentrum. Derweil trifft Wadephul in Kiew ein.

Update, 18:40 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat nach den massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren in Russland Kiew mit einer harten Antwort Moskaus gedroht. Die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die „Büchse der Pandora“ geöffnet – also eine Quelle des Unheils –, sagte Putin in seinem ersten Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen seit Beginn der Angriffe vor einigen Wochen. Kiew habe nun selbst den „Geist aus der Flasche“ gelassen.

„Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr“, sagt er an die Adresse Kiews. Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: „Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.“ Die Ukraine habe diese Reaktion selbst provoziert, behauptete Putin, der selbst vor viereinhalb Jahren seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland begonnen hatte.

Zivilisten bei ukrainischen Drohnenattacken getötet

Update, 14:50 Uhr: Bei Drohnenattacken der Ukraine gegen Ziele im Süden Russlands sind mindestens drei Zivilisten getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Im Gebiet Krasnodar wurden bei einem Angriff auf zivile Infrastruktur und Wohnhäuser zwei Kinder getötet, wie Gouverneur Weniamin Kondratjew mitteilte. Zwei Erwachsene seien verletzt worden. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass dort ein Kraftstofflager Ziel der Angriffe gewesen sei.

Im Gebiet Samara meldeten die Behörden einen Toten nach einem Drohnenangriff. Dort waren eine Ölraffinerie und der zweitgrößte russische Online-Versandhändler Ozon Ziele der Angriffe Kiews. Es gab mehrere Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass in der Nacht 457 ukrainische Drohnen abgewehrt worden seien. Von unabhängiger Seite ist das nicht überprüfbar. Zur Anzahl von Treffern machte das Ministerium keine Angaben.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Russischer Raketenangriff auf Kiew während Wadephul-Besuch

Update, 12:55 Uhr: Inmitten des Aufenthalts von Wadephul in der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat Russland den Vorort Boryspil mit ballistischen Raketen angegriffen. Laut der ukrainischen Luftwaffe setzte Putins Armee mindestens drei Raketen ein. Boryspil liegt nur knapp 30 Kilometer östlich von Kiew, Luftalarm galt auch in der Hauptstadt.

Bei dem Angriff wurde mindestens ein Mensch getötet, fünf seien verletzt worden. Das teilte Gouverneur Tymur Tkatschenko bei Telegram mit. Es gebe Schäden an Lagerhallen, Wohnhäusern und mindestens einer Tankstelle. Unbestätigten Berichten zufolge hat das russische Militär auch besonders gefährliche Streumunition eingesetzt.

Ukraine-Krieg aktuell: Wadephul kündigt „ungewöhnliche Wege“ bei Verhandlungen an

Update, 11:36 Uhr: Außenminister Johann Wadephul will kommende Woche mit US-Minister Marco Rubio über eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg sprechen. „Ich setze darauf, dass die USA weiter bereit sind, eine aktive Rolle hier auch zu spielen in den Verhandlungen mit der Ukraine“, sagte der CDU-Politiker bei seinem Besuch in Kiew, bei dem er sich ukrainische Drohnen und andere Waffen im Außenministerium zeigen ließ.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien würden weiterhin sehr eng zusammenarbeiten, betonte Wadephul: „Wir brauchen die Bereitschaft dazu, auch ungewöhnliche Wege zu gehen. Wir müssen auf allen Wegen versuchen, Gespräche zu initiieren. Das scheitert derzeit an Moskau.“

Ukraine-Krieg aktuell: Erneuter Angriff Russlands – Berichte über Tote und Verletzte

Update, 10:56 Uhr: Nach dem dramatischen Angriff auf ein Einkaufszentrum mit vielen Toten und Schwerverletzten hat Russland in der Nacht erneut die Ukraine angegriffen. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet worden, teilten die Behörden mit. In Kiew brach nach Angaben der Militärverwaltung durch die Angriffe ein Feuer in einer Lagerhalle aus. Dabei seien eine Person getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Bei einem Drohnenangriff in der Region Saporischschja seien außerdem ein Mann getötet und vier weitere Zivilisten verletzt worden.

Ukraine-Krieg aktuell: Russischer Versandhändler Ozon in Flammen – 500 Mitarbeiter evakuiert

Update, 10:05 Uhr: Erstmals im Ukraine-Krieg hat die ukrainische Armee ein Lager des russischen Online-Versandhändlers Ozon angegriffen. Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein Logistikzentrum im russischen Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden. Es gebe auch Verletzte, teilte Ozon am Morgen mit. Für Mitarbeiter und Angehörige sei ein Notruftelefon eingerichtet worden.

Zuvor hatte die Ukraine seit Wochen den größten russischen Online-Versandhändler Wildberries wiederholt mit Drohnen angegriffen. Die Schäden allein bei dem Unternehmen gehen nach Schätzungen von Branchenexperten in die Milliarden.

Nach Berichten ukrainischer Medien hat die Ukraine im russischen Gebiet Samara außerdem eine große Ölraffinerie angegriffen. Auch die russische Hauptstadt Moskau meldete am Morgen neue ukrainische Drohnenangriffe. Laut Behörden gab es wegen Flugalarms auf den Hauptstadtflughäfen zeitweilig keine Starts und Landungen.

Ukraine-Krieg aktuell: Wadephul überraschend in Kiew eingetroffen

Update, 7:43 Uhr: Außenminister Johann Wadephul ist heute in Kiew eingetroffen. „Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen“, sagte der CDU-Politiker nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug. Der Besuch wurde aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigt. Auch sein Programm in der Ukraine wird nicht bekanntgegeben. Im Mittelpunkt stehen aber Gespräche mit der Regierung unter Selenskyj.

Die Ukraine sei in den letzten Monaten „auf das Härteste“ von Russland angegriffen worden. Moskau warf er „wahllosen Mord an Zivilisten“ sowie Zerstörung der Energieinfrastruktur vor. Putin wolle den Durchhaltewillen der Ukrainer brechen. „Wir sehen das Leid, wir sehen, wie dieses Land kämpft, und wir werden dieses Land weiter unterstützen.“

Russland sieht Wadephul geschwächt: „Die immer wirrere Propaganda und immer totalitärere Unterdrückung im Inneren ist auch ein Zeichen der Schwäche des Regimes“, betonte er.

Ukraine-Krieg aktuell: 145 Opfer nach Russland-Angriff auf Einkaufszentrum

Update, 22. August, 6:11 Uhr: Die Zahl der Toten und Verletzten nach einem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum im Ukraine-Krieg ist in der Nacht auf 145 gestiegen: Mindestens 15 Menschen starben bei den Drohnenattacken in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih, 130 Personen haben sich verletzt, darunter 23 Kinder. 29 Menschen erlitten schwerste Verletzungen, darunter fünf Kinder. Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf der Nachrichtenplattform Telegram.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem „absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum“. Russlands Drohnen hätten in zwei Wellen angegriffen: „Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte.“

„Solche Angriffe sind schlichtweg Terrorakte“, betonte Selenskyj weiter. Die Welt müsse darauf reagieren – mit echtem Druck auf Wladimir Putin. „Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden.“ In seiner abendlichen Videobotschaft sprach Selenskyj von einer „absoluten Grausamkeit“ der Russen. „Das sind einfach Bestien“, sagte er in einer ungewöhnlich kurzen Ansprache. „Wir werden sie dafür auf jeden Fall zur Rechenschaft ziehen.“

Update, 20:15 Uhr: Bei russischen Drohnenangriffen sind in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih mindestens 14 Menschen in einem belebten Einkaufszentrum getötet worden. Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Die Zahl der Verletzten habe sich bis zum Abend auf 121 erhöht, unter ihnen 22 Kinder, teilte Hanscha mit.

„Schlichtweg Terrorakte“: Selenskyj findet deutliche Worte

„Solche Angriffe sind schlichtweg Terrorakte“, betonte er. Die Welt müsse entsprechend darauf reagieren – mit echtem Druck auf den Aggressor. In seiner abendlichen Videobotschaft sprach Selenskyj von einer „absoluten Grausamkeit“ der Russen. „Das sind einfach Bestien“, sagte er in einer ungewöhnlich kurzen Ansprache. „Wir werden sie dafür auf jeden Fall zur Rechenschaft ziehen.“

Die Heimatstadt von Selenskyj liegt rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Erst vor wenigen Tagen war Krywyj Rih vom russischen Militär mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden.

Update, 16:31 Uhr: Der frühere FSB-Generalmajor Igor Laptew ist in seiner Wohnung in Moskau tot aufgefunden worden, wie die Kyiv Independent unter Berufung auf russische Medien berichtet. Der 83-Jährige habe eine Schussverletzung am Kopf gehabt; russische Berichte sprechen von Suizid. Eine offizielle Bestätigung der Behörden lag demnach zunächst nicht vor. Laptew war nach Angaben unabhängiger russischer Medien Vorstandschef der Informtekhnika-Gruppe, die sichere Kommunikationssysteme entwickelt. Mit der Marke verbundene Firmen sollen unter anderem das russische Verteidigungsministerium, das Innenministerium und Voentelecom beliefert haben, einen Dienstleister für militärische Kommunikationsinfrastruktur.

Ukraine-Krieg aktuell: Mehrere Angriffe auf russische Ziele in besetzten Gebieten

Update, 15:27 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht zum 21. August mehrere russische Militärziele angegriffen, berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab. Getroffen worden seien unter anderem ein Standort zur Lagerung, Vorbereitung und zum Start von Angriffsdrohnen nahe der Stadt Donezk, ein Logistiklager in Nowosilske auf der besetzten Krim sowie zwei russische Kommandoposten im Gebiet Donezk und Kobylne im Gebiet Saporischschja.

Update, 12:56 Uhr: Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat sich laut TVP World dagegen ausgesprochen, dass Deutschland die Verantwortlichen für die Sprengung der Nord-Stream-Gaspipelines strafrechtlich verfolgt. Anlass der Äußerung war die Festnahme eines zweiten Ukrainers in Kroatien, der im Verdacht steht, an der Sprengung einer der Pipelines beteiligt gewesen zu sein. Die betroffenen Ukrainer sollten nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

„Deutschland sollte aber keinesfalls diejenigen verfolgen, die in einer Situation, in der ihr Land angegriffen wurde, die eine oder andere Handlung vornehmen.“ Tusk erklärte zudem: „Ich werde meine Meinung hier nicht ändern, und ich glaube, dass sich diejenigen schämen sollten, die diese Pipeline gebaut haben, nicht diejenigen, die sie außer Betrieb gesetzt haben.“

Update, 12:28 Uhr: Die Zahl der Todesopfer des russischen Angriffs auf ein Einkaufszentrum in Kramatorsk in der Oblast Donezk ist auf zwei gestiegen: Unter den Trümmern wurde die Leiche einer Frau geborgen. Das teilte Oleksandr Honcharenko, Leiter der Militärverwaltung der Stadt Kramatorsk, mit: „Rettungskräfte haben die Leiche eines zweiten Opfers – einer 1957 geborenen Frau – aus den Trümmern des Einkaufszentrums in Kramatorsk geborgen, das gestern von einem russischen Luftangriff getroffen wurde.“

Am Morgen des 20. August hatten russische Streitkräfte Kramatorsk und Slowjansk in der Oblast Donezk angegriffen. Zu den Zielen zählten Geschäfte; auf das Zentrum von Kramatorsk wurden neun Bomben abgeworfen. Die Angriffe lösten zwei Großbrände in Gewerbebetrieben aus. Bis zum Abend des 20. August waren ein Toter und elf Verletzte bekannt.

Update, 10:05 Uhr: Russland hat mit Drohnenangriffen nahe seiner Grenze im ostukrainischen Gebiet Charkiw nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Bei der Attacke mit sechs Drohnen auf das Dorf Lebjaschje seien zwei Frauen im Alter von 66 und 73 Jahren getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden, teilte Charkiws Militärgouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Es seien fünf Häuser in Brand geraten, drei zerstört und viele weitere beschädigt worden.

Die Region ist besonders oft das Ziel von russischen Angriffen in dem seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr setzte Russland gegen das Land insgesamt 135 Drohnen ein, davon seien 107 abgeschossen worden.

Russische Ölraffinerie offenbar unter Beschuss

Update, 8:52 Uhr: Drohnen haben im aktuellen Ukraine-Krieg die russische Stadt Perm angegriffen, in der sich die Ölraffinerie Lukoil-Permneftorgsintes befindet. In der Stadt sind Luftabwehrsysteme im Einsatz, Sirenen sind zu hören. Das berichten das Ministerium für territoriale Sicherheit der Region Perm sowie die Telegram-Kanäle Astra, Exilenova+ und Supernova+.

Russischen Telegram-Kanälen zufolge gilt die Ölraffinerie in Perm als Ziel des Angriffs. Die Stadt liegt mehr als 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Örtliche Behörden erklärten, die Luftabwehr reagiere auf die unbemannten Flugobjekte. Astra berichtete zudem, dass der Flughafen Bolschoje Sawino Starts und Landungen ausgesetzt habe. In ganz Perm seien Sirenen zu hören, in einigen Stadtteilen wurden laute Explosionen gemeldet.

Update, 8:04 Uhr: In der Nacht vom 20. auf den 21. August griff Russland die Ukraine mit 135 Angriffsdrohnen der Typen Shahed und Gerbera sowie Attrappen-Drohnen vom Typ Parodija an. Das teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Nach ersten Angaben hatten die ukrainischen Luftverteidigungskräfte bis 8 Uhr morgens 107 Shahed-, Gerbera- und andere Drohnentypen im Norden, Süden und Osten des Landes abgeschossen oder elektronisch abgewehrt.

An 16 Orten wurden Einschläge von 27 Drohnen registriert, an drei weiteren Orten fielen Trümmerteile abgeschossener Flugobjekte. An der Abwehr des Angriffs waren Kampfflugzeuge, Flugabwehrraketeneinheiten, Einheiten der elektronischen Kriegsführung, unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte beteiligt. Der Angriff dauerte zum Zeitpunkt der Meldung noch an, da sich mehrere russische Drohnen weiterhin im Luftraum befanden.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj prangert Raketen-Problem an

Erstmeldung: Kiew/Moskau – Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg bleibt angespannt. Und die kommende Zeit könnte Schwachstellen in der ukrainischen Armee offenlegen. Denn ballistische Raketen bleiben das größte ungelöste Problem der ukrainischen Luftverteidigung. Deswegen hat sich Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut mit drängenden Worten an seine westlichen Partner gewandt und seine Forderung nach zusätzlichen Patriot-Luftverteidigungsraketen erneuert.

„Leider stellen ballistische Raketen derzeit die größte Herausforderung dar. Zwar konnten etwa 90 % der Marschflugkörper bei diesem Angriff abgefangen werden, doch die Situation bei ballistischen Raketen ist deutlich schlechter“, sagte Selenskyj in seiner Abendansprache zur aktuellen Lage im Ukraine-Krieg. Zugleich kündigte er an, die Kapazitäten für Langstreckenangriffe weiter auszubauen: „Wir werden auf diesen russischen Angriff reagieren, wie wir auf andere russische Angriffe reagieren – unsere Antwort wird vollständig gerechtfertigt und weitreichend sein.“

Zwar gelang es der Ukraine beim massiven russischen Angriff auf Kiew in der Nacht vom 19. auf den 20. August etwa 90 Prozent der eingesetzten Marschflugkörper abzufangen, doch bei ballistischen Raketen sehe die Lage deutlich schlechter aus. Der kombinierte Angriff im aktuellen Ukraine-Krieg umfasste ballistische und Marschflugkörper sowie Kampfdrohnen. Dabei kamen nach aktuellen Angaben 17 Menschen ums Leben, 42 wurden verletzt. Mehr als 200 Objekte wurden beschädigt, darunter 86 Wohngebäude, ein Kinderkrankenhaus sowie weitere zivile und kommerzielle Einrichtungen.

Russische Streitkräfte setzten ihre Angriffe auf die Hauptstadt auch am Abend des 20. August fort: Im Bezirk Holosiivskyi traf eine Drohne ein Geschäftszentrum. Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte die Attacken im aktuellen Ukraine-Krieg und meldete kurz darauf einen weiteren Brand in demselben Bezirk, ausgelöst durch herabfallende Drohnenteile auf ein Nichtwohngebäude. Zudem warnte Klitschko, dass Bewohner der Bezirke Desnianskyi und Dniprovskyi mit Unterbrechungen der Warmwasserversorgung rechnen müssten. Besonders besorgniserregend: Laut Klitschko wurde am Nachmittag des 20. August erstmals seit mehreren Monaten gezielt eine kritische Infrastruktureinrichtung der Hauptstadt angegriffen.

Abseits des Ukraine-Kriegs: Zwischenfall an NATO-Grenze

Parallel zu den Angriffen auf die Ukraine sorgte ein Zwischenfall im NATO-Gebiet für Aufsehen. Ein russisches Militärflugzeug soll am 20. August den finnischen Luftraum über dem westlichen Golf von Finnland verletzt haben. Das finnische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall und leitete eine Untersuchung ein, die vom Grenzschutz geführt wird. Über den Flugzeugtyp, die Dauer des Eindringens oder den genauen Flugweg wurden zunächst keine Informationen veröffentlicht.

Verteidigungsminister Antti Hakkanen kündigte an, dass weitere Details im Laufe der Ermittlungen folgen würden. Es ist nicht der erste derartige Vorfall: Bereits am 27. Mai war ein russisches Militärflugzeug verdächtig nahe an den finnischen Luftraum herangeflogen. Finnlands Luftwaffe reagierte damals mit einem Einsatzflug. NATO-Staaten beschreiben solche Annäherungen als „Provokationen“, die darauf abzielten, die Luftverteidigung der Allianz zu testen. Rumänien entsandte am selben Tag F-16-Jets gegen eine mit Sprengstoff beladene Seedrohne nahe dem Neptun-Tiefseegasprojekt im Schwarzen Meer – ein weiteres Zeichen für die anhaltende Eskalation entlang der NATO-Ostflanke.

Ukraine-Krieg aktuell: Russlands Verluste steigen

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