Ukraine-Krieg aktuell: 38 Tote nach Angriff auf Munitionslager bei Kiew
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Mindestens 38 Tote nach russischem Angriff bei Kiew
Nach einem russischen Angriff auf ein Munitionslager bei Kiew sterben mindestens 38 Menschen. Selenskyj will Hunderte Drohnen pro Tag nach Moskau schicken. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Loading...
Embed
Sonntag, 30. August
Dutzende Tote nach russischem Angriff auf Munitionslager bei Kiew
Bei einem russischen Angriff auf ein ukrainisches Munitionslager nahe Kiew sind mindestens 38 Menschen getötet worden. Vier weitere würden noch vermisst, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Zudem seien bei den Explosionen in dem Dorf Myla rund fünf Kilometer westlich der Hauptstadt 20 Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder. Die meisten Todesopfer waren Bewohner eines Altenheims.
Russland hatte das Depot, in dem unter anderem Granaten und Minen lagerten, am Freitagabend angegriffen. Das Munitionslager befand sich entgegen ukrainischer Vorschriften in einem Wohngebiet. Durch die Explosionen wurden Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim beschädigt. Fast 400 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Sprengstoffexperten suchen auf einem großen Gelände nach weggeschleuderter Munition.
Die ukrainischen Behörden haben ein Strafverfahren eingeleitet. "Es gibt Vorschriften: Munition darf es nicht neben Häusern und anderen Wohngebäuden geben", sagte Selenskyj. Er kündigte an, die Verantwortlichen für die Nachlässigkeit zur Rechenschaft zu ziehen. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten am Sonntag an.
Offenbar Raffinerie bei Sankt Petersburg angegriffen
Ukrainische Drohnen sollen eine große russische Raffinerie in der Region Leningrad angegriffen haben. Die Kirishinefteorgsintez-Raffinerie (KINEF) liegt in der Stadt Kirishi in der Oblast Leningrad im Nordwesten Russlands, etwa 120 km südöstlich von Sankt Petersburg, am Ostufer des Flusses Wolchow. Videos vom Telegramkanal Exilnova+ aus Kirishi zeigen einen Feuerschein über dem Gelände. KINEF ist eine der größten russischen Raffinerien, 2025 verarbeitet sie sieben Prozent der russischen Ölproduktion. Sie wurde bereits zuvor annegriffen.
Drei Tote bei Angriff auf Kiew
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew am Samstagabend hat es nach offiziellen Angaben mindestens drei Tote gegeben. In mehreren Teilen der Stadt wurden durch Angriffe schwere Schäden angerichtet.
Atomkraftwerk Saporischschja seit einer Woche ohne externen Strom
Das russisch besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seit mehr als einer Woche von der externen Stromversorgung abgeschnitten. Die Anlage werde derzeit mit Notstrom-Dieselgeneratoren versorgt, erklärte die Organisation am Samstag. Der vorhandene Dieselvorrat reiche für etwa zehn Tage.
Die externe Stromversorgung sei infolge militärischer Aktivitäten auf der Nordseite des Flusses Dnipro ausgefallen, erklärte die IAEA. Die Behörde bemühe sich um eine örtliche Waffenruhe, damit beschädigte Stromleitungen repariert werden könnten. Eine zuverlässige externe Stromversorgung und sichere Versorgungswege seien für die nukleare Sicherheit "unverzichtbar", erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi.
Samstag, 29. August
Ankara bestellt ukrainischen Botschafter ein
Nach Luftangriffen auf zwei türkische Schiffe im Schwarzen Meer hat Ankara den ukrainischen Botschafter einbestellt. In dem Gespräch habe die Türkei "betont, dass die Sicherheit des Personen- und Güterverkehrs sowie der Schifffahrt und der Umwelt gewährleistet sein muss", erklärte das türkische Außenministerium am Samstag.
Mit dem Schritt reagierte Ankara auf Angriffe auf türkische Schiffe am Mittwoch und Donnerstag. Dabei wurde nach türkischen Angaben zunächst das Containerschiff "Lider Bordo Mavi" vor dem russischen Schwarzmeerhafen Tuapse attackiert. Am darauf folgenden Tag wurde demnach auch die "Lider Kocatepe" zum Ziel, die dem ersten Schiff zur Hilfe gekommen war. Zu möglichen Toten oder Verletzten an Bord machte das Ministerium keine Angaben. Türkische Medien berichteten, dass ein beschädigtes Schiff in die türkische Hafenstadt Samsun geschleppt werden konnte.
Die Türkei hatte zuletzt von Russland und der Ukraine ein "Moratorium" für Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer gefordert. Zuvor waren mehrere türkische Schiffe von Drohnen attackiert worden. Die Angriffe waren der Ukraine zugeschrieben worden. Kiew will mit Angriffen auf Frachtschiffe die Ausfuhr von Getreide und fossilen Brennstoffen behindern, deren Erlöse Russland zugutekommen.
Kreml: Keine Aussicht auf bessere Beziehungen zur EU
Der Kreml sieht nach Angaben seines Sprechers Dmitri Peskow keine Aussicht auf verbesserte Beziehungen zur Europäischen Union. Europa treffe Aussagen, die darauf hindeuteten, dass es Russland als "Gegner und sogar als Feind" betrachte. Auf welche Äußerungen sich Peskow genau bezieht, bleibt zunächst unklar. Die derzeitigen EU-Politiker verhielten sich Russland gegenüber konfrontativ, "nicht nur in Worten, sondern auch in Taten", fügt er hinzu. "Sie mobilisieren die militärischen Fähigkeiten Europas und richten sie gegen unser Land, während sie sich direkt an Feindseligkeiten gegen uns beteiligen."
Zahl der Toten nach russischem Drohnenangriff gestiegen
Die Zahl der Toten nach einem russischen Drohnenangriff und einer dadurch ausgelösten Explosion eines Lagerhauses in der Region Kiew ist nach ukrainischen Angaben auf 37 gestiegen. Dutzende Menschen wurden den Behörden zufolge zudem verletzt und Hunderte evakuiert. Mehrere Gebäude, darunter Wohnhäuser, seien durch die Detonation beschädigt worden. Mehr zu dem Angriff lesen Sie hier.
Nur geringe Dieselvorräte im AKW Saporischschja
Die Stromversorgung des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja (ZNPP) ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiter sehr prekär. Das AKW sei nun seit mehr als einer Woche ohne Strom von außen und auf Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Vorübergehend habe der Diesel-Vorrat nur noch für zehn Tage gereicht, bevor gestern und vorgestern mehrere Dutzend Tonnen Diesel von außerhalb des Geländes geliefert worden seien, hieß es.
Loading...
Loading...
Loading...