Ukraine-Krieg aktuell: Angriff aus Russland führt zu Stromausfall in Odessa
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Massiver Großangriff führt zu Stromausfall in wichtiger Stadt Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Nordkoreas Rolle in Russlands Angriffskrieg könnte größer werden. Selenskyj spricht derweil deutliche Warnungen aus. Alle Entwicklungen im Newsblog. Sonntag, 9. August Großangriff im Ukraine-Krieg: Stromausfall in wichtiger Stadt Der jüngste russische Großangriff auf die Region um die ukrainische Küstenstadt Odessa hat in der Nacht zum Sonntag für einen massiven Stromausfall gesorgt. "Am Morgen waren mehr als 300.000 Haushalte in Odessa und der Region ohne Strom; mittlerweile ist ein Drittel wieder mit Strom versorgt", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung und zur Beseitigung der Schäden dauerten an. Bei dem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen waren mindestens sechs Menschen verletzt worden. Das russische Militär bekannte sich am Abend zu der Attacke auf Odessa. Bei dem Luftangriff seien ein Heizkraftwerk sowie sieben Umspannwerke getroffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mit. Selenskyj kündigte Vergeltung an. Die Ukraine habe "angemessene Antworten" für jeden russischen Angriff parat. Der Krieg werde "für alle Russen zu Hause" immer spürbarer werden. Die Ukraine werde weiterhin die russische Erdölindustrie und andere Infrastruktur angreifen. "Der einzige Grund, warum dies immer noch andauert, ist die mangelnde Bereitschaft Russlands, diesen Krieg zu beenden." Ukraine kauft ATACMS-Raketen und Artilleriemunition in der Türkei Die Ukraine kauft in der Türkei ein größeres Paket mit US-produzierten Artilleriewaffen, das auch 70 Raketen des Typs ATACMS umfasst. Zu dem Geschäft gehören weiter 12 Mehrfachraketenwerfer M270, mehr als 2.500 Artillerieraketen vom Kaliber 227 Millimeter mit Streumunition sowie 47.000 Artilleriegranaten 203 Millimeter mit Streumunition, wie das ukrainische Militärportal "Militarnyj" berichtet. Es stützt sich dabei auf die offizielle Mitteilung des US-Außenministeriums an den Kongress zu dem geplanten Weiterverkauf. Demnach befürwortet die US-Regierung das Geschäft im Umfang von 283 Millionen US-Dollar (245 Millionen Euro). Es gilt als genehmigt, wenn die Parlamentskammern Senat und Repräsentantenhaus nicht binnen 15 Tagen widersprechen. Die Türkei wolle Waffen älterer Bauart verkaufen, hieß es. Die Ukraine wiederum könne ihre Feuerkraft bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges damit verstärken. Die verkauften ATACMS-Raketen der Modifikation M39 haben eine Reichweite von 165 Kilometern. Die USA haben der Ukraine solche Kurzstreckenraketen bereits geliefert; die frühere Regierung unter Präsident Joe Biden hat aber lange gezögert, den Einsatz auch gegen Ziele auf russischem Gebiet zuzulassen. Mit solchen Raketen kann die ukrainische Armee Truppenansammlungen und Kommandostellen der Russen im Rückraum der Front angreifen. "Absolut zufrieden": Selenskyj zieht Bilanz nach 40-Tage-Mission Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich nach einer 40-tägigen Operation gegen russische Logistikziele "absolut zufrieden" gezeigt. Die Kampagne habe Russland nach ukrainischen Angaben Verluste von rund einer Billion Rubel (etwa 10,6 Milliarden Euro) zugefügt, sagte Selenskyj in einem Interview im ukrainischen Fernsehen. Selenskyj hatte den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU Ende Juni mit der Operation beauftragt. Nach Angaben des SBU zielte sie darauf, zentrale Elemente der russischen Militärmaschinerie gleichzeitig zu schwächen. Dazu sollen Angriffe auf russische Tanker gehört haben, die die besetzte Krim versorgen, sowie die Zerstörung mehrerer Lager des Onlinehändlers Wildberries. Nach Beginn russischer Angriffe auf ukrainische Logistik habe die Ukraine "geantwortet", so Selenskyj. Selenskyj deutete weitere Angriffe an, sollte Russland ukrainische Versorgungswege weiter attackieren. "Ich würde Russland nicht raten, weiter ukrainische Logistik anzugreifen, weil wir sehr genau untersucht haben, wie die russische Logistik aussieht", sagte er. Zugleich verwies Selenskyj auf die Folgen für die russische Bevölkerung. Dass Waren wegen unterbrochener Lieferketten nicht bei Verbrauchern ankämen, würde in Russland spürbar werden. Rätsel um Putin-Telefonat Wladimir Putin lässt sich zur Frontlage berichten. Doch sein Gespräch mit einem Kommandeur wirft Fragen auf. Lesen Sie hier mehr über Putins Telefonat. Samstag, 8. August Mehrere Tote nach russischen Angriffen Bei einer Serie von russischen Angriffen auf ukrainische Regionen sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Region Dnipro kamen nach Angaben der Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt. Russische Militärs hatten die Oblast mit Artillerie und Fliegerbomben angegriffen, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurde ein 68-Jähriger nach Angaben der Behörden durch eine Drohne getötet, eine 46-jährige Frau wurde bei der Explosion einer Angriffsdrohne schwer verletzt. Kiew warnt vor Putins heimlicher Mobilisierung Kremlchef Wladimir Putin ist nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit zu einer weiteren Steigerung von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Mit einer möglichen neuen Massen-Mobilmachung solle eventuell auch Europa unter Druck gesetzt werden, sagte Selenskyj in einem Interview mit ukrainischen Sendern. Nach einer versteckten Einberufung von hunderttausenden Russen zum Militärdienst könnten diese Streitkräfte nicht nur für den aktuellen Ukraine-Krieg, sondern auch zur psychologischen Beeinflussung europäischer Länder vorgesehen sein. "Wozu? Um zu zeigen, dass ich im Herbst eine halbe Million Menschen mobilisieren werde. Und diese halbe Million werde ich nicht unbedingt nur in der Ukraine einsetzen", erläuterte Selenskyj. Loading... Loading... Loading...